Die "Unwörter des Jahres" | http://www.wissen.de/thema/die-unwoerter-des-jahres
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THEMEN

Die "Unwörter des Jahres"

Allgemeines

Seit 1991 wird im Rahmen der Aktion "Unwort des Jahres" der "deutlichste sprachliche Missgriff" des Jahres gekennzeichnet. Jeweils im Herbst eines Jahres werden durch einen öffentlichen Aufruf alle Bürger und Bürgerinnen gebeten, sprachliche Missgriffe einzusenden, die besonders negativ aufgefallen sind und eine gewisse öffentliche Bedeutung erlangt haben. Die Vorschläge, die aus allen Bereichen der öffentlichen Kommunikation stammen können, werden jedoch das ganze Jahr über entgegengenommen. Die sechsköpfige Fachjury wählt aus allen Einsendungen ein besonders beanstandenswertes Wort aus. Dabei ist die Entscheidung nicht von der Zahl der Unterstützer eines Vorschlags abhängig; sie erfolgt ausschließlich nach inhaltlichen Kriterien. Damit soll verhindert werden, dass einzelne Gruppen politischen Druck ausüben. So wurde beispielsweise 1997 das Wort "Rechtschreibreform" auffällig häufig kritisiert.

Neben dem eigentlichen "Unwort des Jahres" können auch weitere Wörter und Formulierungen gerügt werden. Die Rügen sind nicht als Zensur, sondern als Anregung zu mehr sprachkritischer Reflexion gedacht. Die Entscheidungen trifft eine unabhängige Jury, bestehend aus vier ständigen Mitgliedern, die sich durch germanistische Ausbildung oder Tätigkeit als Sprachwissenschaftler ausweisen, sowie zwei jährlich neu zu kooptierenden Vertretern der öffentlichen Sprachpraxis. Bei den ständigen Mitgliedern handelt es sich um die Sprachwissenschaftler Prof. Dr. Margot Heinemann (Leipzig), Dr. Nina Janich (Darmstadt), Prof. Dr. Martin Wengeler (Düsseldorf) und Prof. Dr. Horst Dieter Schlosser (Frankfurt a.M.), der als Sprecher der Jury geschäftsführende Aufgaben wahrnimmt. Bis 1994 wurde das "Unwort des Jahres" zunächst im Rahmen der Gesellschaft für deutsche Sprache gekürt; die Jury hat sich aber nach einem Konflikt mit deren Vorstand um die Rüge einer Formulierung Helmut Kohls ("kollektiver Freizeitpark") als "Sprachkritische Aktion >Unwort des Jahres<" selbständig gemacht.

Im Folgenden ist das "Unwort des Jahres" fett gedruckt, anschließend folgen ggf. die als "weitere Unwörter" ebenfalls gerügten Formulierungen. Bei den Erläuterungen handelt es sich um verkürzte Wiedergaben der offiziellen Begründungen.

  1. Allgemeines
  2. Die Unwörter der Jahre 1991 bis 2011
  3. Das Unwort des 20. Jahrhunderts

Bibliografie:

  • Sascha Herrmann: Die Leitkulturdebatte. Von Bassam Tibi's Beitrag zur Integration von Migranten zum Unwort des Jahres, München 2007
  • Christian Rell: Das Unwort des Jahres 2009 eine prozessuale Untersuchung aus publizistikwissenschaftlicher Sicht, München 2010

Institution(en):

  • Horst Dieter Schlosser
    Universität Frankfurt a.M.
    60054 Frankfurt a.M.
    069/798-2833
    Schlosser@lingua.uni-frankfurt.de
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