Die "Unwörter des Jahres"
Allgemeines
Neben dem eigentlichen "Unwort des Jahres" können auch weitere Wörter und Formulierungen gerügt werden. Die Rügen sind nicht als Zensur, sondern als Anregung zu mehr sprachkritischer Reflexion gedacht. Die Entscheidungen trifft eine unabhängige Jury, bestehend aus vier ständigen Mitgliedern, die sich durch germanistische Ausbildung oder Tätigkeit als Sprachwissenschaftler ausweisen, sowie zwei jährlich neu zu kooptierenden Vertretern der öffentlichen Sprachpraxis. Bei den ständigen Mitgliedern handelt es sich um die Sprachwissenschaftler Prof. Dr. Margot Heinemann (Leipzig), Dr. Nina Janich (Darmstadt), Prof. Dr. Martin Wengeler (Düsseldorf) und Prof. Dr. Horst Dieter Schlosser (Frankfurt a.M.), der als Sprecher der Jury geschäftsführende Aufgaben wahrnimmt. Bis 1994 wurde das "Unwort des Jahres" zunächst im Rahmen der Gesellschaft für deutsche Sprache gekürt; die Jury hat sich aber nach einem Konflikt mit deren Vorstand um die Rüge einer Formulierung Helmut Kohls ("kollektiver Freizeitpark") als "Sprachkritische Aktion >Unwort des Jahres<" selbständig gemacht.
Im Folgenden ist das "Unwort des Jahres" fett gedruckt, anschließend folgen ggf. die als "weitere Unwörter" ebenfalls gerügten Formulierungen. Bei den Erläuterungen handelt es sich um verkürzte Wiedergaben der offiziellen Begründungen.
Bibliografie:
- Sascha Herrmann: Die Leitkulturdebatte. Von Bassam Tibi's Beitrag zur Integration von Migranten zum Unwort des Jahres, München 2007
- Christian Rell: Das Unwort des Jahres 2009 - eine prozessuale Untersuchung aus publizistikwissenschaftlicher Sicht, München 2010
Institution(en):
- Horst Dieter SchlosserUniversität Frankfurt a.M.
60054 Frankfurt a.M.069/798-2833Schlosser@lingua.uni-frankfurt.de









0 Kommentare