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THEMEN

Die Weltwirtschaftskrise 1929-1933 und ihre Auswirkungen in Deutschland

Wall Street, 24. Oktober 1929: Eine Kurskorrektur und ihre Folgen

Gefährlicher Wirtschaftsoptimismus: Nach dem 1. Weltkrieg prosperierte die Wirtschaft in den Industriestaaten, bis sie 1929/1930 von einer schweren Depression heimgesucht wurde. Diese begann mit dem Zusammenbruch der amerikanischen Volkswirtschaft. Man hatte in blindem Optimismus an ein grenzenloses Wachstum geglaubt. An den Aktienmärkten wurde risikoreich spekuliert - oft mit geliehenem Geld -, die Kurse erreichten gigantische Höhen und hatten bald mit den tatsächlichen Betriebsergebnissen nichts mehr zu tun. Man hatte auch übersehen, dass bereits seit 1927 die Investitionsfreudigkeit der Unternehmen nachließ und die Nachfrage zurückging.

Kurssturz: Auf diese unrealistische Entwicklung reagierte die Effektenbörse an der Wall Street in New York am 24. Oktober 1929 ("Schwarzer Donnerstag") mit einem Kurssturz, der nichts anderes war als eine Berichtigung der Werte. Nervös und aufgeregt reagierten die europäischen und fernöstlichen Aktienmärkte auf diesen Kursverfall an der New Yorker Börse vom Vortag. Der Börsenkrach ging als Schwarzer Freitag (25.10.1929) in die Geschichte ein.

Für eine so heftige Reaktion hatte die amerikanische Finanzpolitik zu jener Zeit keine Regulative zur Hand, so dass die nun folgende Kettenreaktion nicht aufgehalten werden konnte. Die riesigen Verluste, die an der Börse erlitten wurden, führten zu einem enormen Geldbedarf - insbesondere da, wo Aktien auf Kredit gekauft worden waren. In Panik wurden Bankkonten leergeräumt, weitere Aktien verkauft, mit dem Ergebnis, dass die Kurse weiter sanken. In der Folgen zog auch die Masse der Bevölkerung, da das Vertrauen in die Banken schwand, ihre Einlagen aus den Geldinstituten, bis diese z.T. Konkurs anmelden mussten. Die Kaufkraft sank schlagartig, die Produktion wurde eingeschränkt, entsprechend sanken die Löhne und wurden Arbeitskräfte entlassen. Das dämpfte die Kaufkraft weiter, und die Schraube drehte sich unaufhaltsam nach unten. Waren 1929 in den USA 1,5 Millionen Menschen arbeitslos, so waren es 1931 schon 8 und 1932 mehr als 12 Millionen.

Auswirkungen auf die Weltwirtschaft: Die Krise der größten Wirtschafts- und Finanzmacht der Welt zeitigte fatale Folgen in fast allen Nationalwirtschaften, insbesondere in Europa. Die Geldströme die als Investitionen und Anleihen aus den reichen USA in alle Welt geflossen waren, trockneten aus. Kredite wurden nicht mehr vergeben - im Gegenteil: Schulden wurden eingefordert. Die Amerikaner versuchten durch Erhöhung der Einfuhrzölle die eigene Wirtschaft vor Importen zu schützen, mit der Folge, dass die anderen Staaten das Gleiche taten, so dass der weltweite Warenaustausch empfindlich gestört wurde.

  1. Wall Street, 24. Oktober 1929: Eine Kurskorrektur und ihre Folgen
  2. Das Deutsche Reich und die Weltwirtschaftskrise

Bibliografie:

  • Josef Becker und Klaus Hildebrand (Hrsg.): Internationale Beziehungen in der Weltwirtschaftskrise, Stamsried 1980
  • Christian Berringer: Sozialpolitik in der Weltwirtschaftskrise. Die Arbeitslosenversicherungspolitik in Deutschland und Großbritannien im Vergleich 1928-1934, Berlin 1999
  • Jan Block: Die Wirtschaftspolitik in der Weltwirtschaftskrise 1929-1932 im Urteil der Nationalsozialisten, Frankfurt/M. 1997
  • Otto Büsch und Peter C. Witt (Hrsg.): Internationale Zusammenhänge der Weltwirtschaftskrise, Berlin 1994
  • Camilla Dawletschin-Linder: Die Türkei und Ägypten in der Weltwirtschaftskrise 1929-1933, Wiesbaden 1989
  • Gerald D. Feldman: Vom Weltkrieg zur Weltwirtschaftskrise. Studien zur deutschen Wirtschafts- und Sozialgeschichte 1914-1932, Göttingen 1984
  • Patricia Flor: Die Sowjetunion im Zeichen der Weltwirtschaftskrise. Außenhandel, Wirtschaftsbeziehungen und Industrialisierung 1928-1933, Berlin 1995
  • Katja Füllberg-Stolberg: Nordnigeria während der Weltwirtschaftskrise 1929-1939, Herbolzheim 1998
  • Dieter Gessner: Die Weimarer Republik, Darmstadt 2002
  • Franz Knipping: Deutschland, Frankreich und das Ende der Locarno-Ära 1928-1931. Studien zur internationalen Politik in der Anfangsphase der Weltwirtschaftskrise, München 1987
  • Walter Seitz (Hrsg.): Quellen zur deutschen Wirtschafts- und Sozialgeschichte vom Ersten Weltkrieg bis zum Ende der Weimarer Republik, Darmstadt 1993
  • Karsten Steiger: Kooperation, Konfrontation, Untergang. Das Weimarer Tarif- und Schlichtungswesen während der Weltwirtschaftskrise und seine Vorbedingungen, Stuttgart 1998
  • Lothar Weiss: Rheinische Großstädte während der Weltwirtschaftskrise (1929-1933). Kommunale Finanz- und Sozialpolitik im Vergleich, Berlin 1999
  • Wolfgang Zollitsch: Arbeiter zwischen Weltwirtschaftskrise und Nationalsozialismus. Ein Beitrag zur Sozialgeschichte der Jahre 1928-1936, Göttingen 1990
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