Die Westgoten
Politische Flüchtlinge
Die Westgoten oder Wisigothae (möglicherweise: die edlen Goten) kamen als Flüchtlinge vor den Hunnen aus dem Schwarzmeerraum ins Römische Reich, von den Römern als Skythen bezeichnet wie alle Völker, die im Osten Europas wohnten und keine Hunnen waren. Kaiser Valens (364-378) gab von Antiochia aus, wo er sich gerade befand, seinen Statthaltern in Siebenbürgen den Befehl, "zuerst die Menschen im unbrauchbaren Alter aufzunehmen, in die römische Provinz zu überführen und als Geiseln in sicherer Hut zu halten, dabei auf Stromwacht zu bleiben und nicht eher die wehrfähigen Männer herüberzulassen oder ihnen Schiffe zur Überfahrt zu stellen, als bis sie die Waffen abgegeben hätten und wehrlos herüberkämen" (Euponius). Diese Vorsichtsmaßregel hat nicht viel genützt.
Der Chronist berichtet voll Ingrimm, von den Offizieren, die mit dieser Aufgabe betraut waren, sei "der eine in Leidenschaft für einen hübschen Knaben (unter den Herübergekommenen) in lichter Hautfarbe entbrannt, der andere verliebte sich in ein schönes Weib unter den Kriegsgefangenen, ein Dritter wurde selbst 'Gefangener' einer Jungfrau, und jeder Einzelne bildete sich ohne weiteres ein, er werde nun bald sein Haus voller Sklaven und seine Landgüter voller Kuhhirten haben und seine sinnliche Brunst befriedigen können an Menschen, die ihm hierfür zur Verfügung ständen." Also nahm man die "Skythen" mit allen Männern und Waffen auf, als sei man eine Art Wohltäter und als sei Vorsicht nicht am Platze.
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Bibliografie:
- Joseph von Aschbach: Die Westgoten, Essen 1997
- Wolfgang Ebel-Zepezauer: Studien zur Archäologie der Westgoten vom 5.-7. Jahrhundert n. Chr. Hrsg.: Deutsches Archäologisches Institut, Madrid, Mainz 1999
- Jens Ulrich: Barbarische Gesellschaftsstruktur und römische Aussenpolitik zu Beginn der Völkerwanderung. Ein Versuch zu den Westgoten 365-377, Bonn 1995









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