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Die Wüsten der Erde

Die Wüsten der Erde

Als Wüste bezeichnet man ein Gebiet auf der Erde, in dem Pflanzenwachstum fast gar nicht oder gar nicht möglich ist. Abgesehen von den Kältewüsten in den Subpolar- und Polarzonen sowie in den Hochgebirgslagen, wo Pflanzenwachstum wegen der ständig niedrigen Temperaturen nicht oder fast nicht möglich ist, sind dies die Trockenräume der Erde.

Entlang der beiden Wendekreise, in der Zone der trockenen Passatwinde befinden sich zwei breite Trockengürtel. Hier erstreckt sich mit der Sahara (8,7 Millionen km2 die größte Wüste der Erde.

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Dünenfelder im Süden der Wüste Namib.

Auch die Namib (südwestliches Afrika), Atacama (Peru) sowie die Wüsten Arabiens, Australiens und Nordmexikos entfallen auf diesen Bereich. Diese Gebiete erhalten nur geringe Niederschläge, die auch oft jahrelang völlig ausbleiben. Ganz vereinzelt können sie jedoch mit einer solchen Wucht auftreten, dass sie die ausgetrockneten Wadis mit schmutzigen, brausenden Wassermengen füllen, die große Schäden in den Oasensiedlungen anrichten und vereinzelt sogar Menschenleben fordern können. Die Temperaturen sind in diesen Breitenlagen noch ganzjährig hoch. Bei entsprechend hoher Verdunstung ist die Luft außerordentlich trocken. Eine Bewölkung, die die Sonneneinstrahlung mildern könnte, kann sich nicht bilden. Aus diesem Grund liegen die Hitzepole der Erde mit den höchsten gemessenen Temperaturen (z. B. Al Azizia in Libyen: 57,8°C) in den Wüsten und nicht in den inneren Tropen. Charakteristisch für das Wüstenklima sind auch die krassen Temperaturgegensätze zwischen Tag und Nacht. Binnen kurzer Zeit sinkt die Temperatur nach Einbruch der Dunkelheit um 20°C, in Extremfällen um mehr als 30°C.

Außerhalb der randtropischen Wüsten erstrecken sich vor allem in Zentralasien ausgedehnte Trockenräume. An erster Stelle ist hier die rd. 2 Millionen km2 große Wüste Gobi zu nennen sowie die Wüste Takla Makan im Tarimbecken und die Wüsten Kysylkum und Karakum in Turkistan. Gemeinsam ist ihnen eine große Entfernung zum Meer und die Lage im Regenschatten hochaufragender Gebirgszüge. Anders als in den randtropischen Wüsten sind die Jahreszeiten hier ausgeprägt. Im Winter treten strenge Fröste auf, im Frühjahr oder Frühsommer kommt es häufig zu geringen, wenngleich auch nicht ausreichenden Niederschlägen.

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Das Dorf Chenini-Tataouine in der Felswüste der Dahar-Hochebene in Tunesien.

Das Erscheinungsbild der Wüsten ist recht unterschiedlich. Nur etwa ein Fünftel aller Wüsten sind Sandwüsten mit den für sie typischen, vom Wind aufgewehten Dünenmeeren. Wesentlich weiter verbreitet sind dagegen die Kieswüsten mit ihren fast staubfreien, von dunklem Wüstenlack überzogenen Geröllflächen und die Felswüsten, bei denen eckige Gesteinstrümmer die Oberfläche bedecken. Andere Formen sind die Lehmwüsten mit ihrer harten, rissigen Oberfläche und die Staubwüsten, deren Böden aus salzreichem Gesteinsmehl, das von einer harten Staubschicht bedeckt ist, bestehen, sowie die Salzwüsten, die ebenfalls eine harte, rissige Oberfläche mit Salzausblühungen aufweisen. Das Leben von Mensch, Tier und Pflanze konzentriert sich in der Wüste auf die Oasen, die ihr Wasser aus oberflächennahem Grundwasser beziehen, und auf die Ufer der Fremdlingsflüsse, die in feuchteren Gebieten entspringen und die Wüsten durchfließen (z. B. der Nil).

Demgegenüber sind die Kernwüsten mit unter 100 mm Jahresniederschlag praktisch vegetationslos. In den Rand- und Halbwüsten mit gelegentlichen Regenfällen finden sich Pflanzen, die den extremen Bedingungen angepasst sind. Hierher gehören die wasserspeichernden Kakteen und Agaven, tiefwurzelnde Pflanzen wie die Dattelpalme, Dornbüsche und kurzlebige Kräuter und Gräser.

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Der Palmatogecko rangei aus der Wüste Namib in Südafrika besitzt Schwimmhäute zwischen seinen Fingern und Zehen, mit deren Hilfe er wie mit Schneeschuhen auf losem Sand gehen kann.

Die Tierwelt hat sich der Trockenheit angepasst, indem sie auffällig oft nachtaktiv ist oder unterirdisch lebt. Typische Vertreter sind Echsen, Springmäuse, Wüstenfüchse, Schlangen, Käfer und Spinnen. Von besonderer Bedeutung für den Menschen sind die Kamele, die in ihren Fetthöckern Wasser über lange Zeit speichern können und als Last- und Reittiere von dem Menschen vollständig domestiziert worden sind.

Seit geraumer Zeit beobachtet man eine immer weitere Ausdehnung der Wüstengebiete (Desertifikation) um mehrere tausend Quadratkilometer im Jahr. Als Hauptursache gilt weniger eine Änderung des Klimas, sondern der unsachgemäße Eingriff des Menschen in den Naturhaushalt. Durch Überweidung der an die Halbwüste angrenzenden Steppenregionen wird die Vegetation vernichtet und die Bodenkrume von Wind und Regen abgetragen. Auch unsachgemäße Bewässerungsprojekte zur Gewinnung von neuem Ackerland führen zur Versalzung weiter Landstriche und zu einem Absinken des Grundwasserspiegels. Um für die stark wachsende Bevölkerung neue Weide- und Ackerbaugebiete zu schaffen, werden Baumbestände abgeholzt und Buschbrände gelegt. Dies alles verschlechtert die Wasserspeicherfähigkeit der Böden und das Mikroklima, so dass sich die für die menschliche Nutzung unbrauchbaren Wüstengebiete rasch ausdehnen. In einigen Ländern wird versucht, diesem Prozess durch Wiederaufforstungsmaßnahmen entgegenzuwirken.

  1. Die Wüsten der Erde

Bibliografie:

  • M. MacQuitty: Wüsten. Leben unter extremen Bedingungen. 1994
  • M. Martin, Die Wüsten Afrikas. 1998.
  • T. Monod, J.-M. Durou: Wüsten der Welt. 1992
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Hat mir geholfen Danke:)


Ihr habt mir net geholfen. Ihr seid verschwendete Zeit