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THEMEN

Dinner for One

Seit über vierzig Jahren läuft der Kurzfilmklassiker “Dinner for One“ erfolgreich im deutschen, aber auch im weltweiten Fernsehprogramm.

Der Inhalt

Die Ausgangssituation

Der kurzweilige Filmklassiker "Dinner for One", der auch den Titel "Der neunzigste Geburtstag" trägt, lädt den Zuschauer auf den Landsitz von Miss Sophie ins viktorianischen England ein. Miss Sophie (gespielt von May Warden) hat bereits ein vorgeschrittenes Alter erreicht. Sie feiert ihren 90. Geburtstag und hat daher ihre vier besten Freunde zu einem Dinner eingeladen. Die tragen die eindrucksvollen Namen Sir Toby, Admiral von Schneider, Mr. Pommeroy und ihr "very dear friend" Mr. Winterbottom. Da die vier Herren aber alle schon vor Jahren verschieden sind und Miss Sophie, die sogar den letzten der Herren bereits 25 Jahre überlebt hat, dennoch nicht auf ihr Geburtstagsdinner verzichten möchte, bleibt nur ein "Dinner for One". In dieser Atmosphäre einer untergegangenen Ära ist zwar der Tisch für alle Gäste gedeckt, aber die Stühle bleiben leer. Damit die Feier nicht gar zu langweilig wird und die dahingegangenen Freunde und Jahre nicht zu sehr auf das Gemüt drücken, hat die Hausherrin ihren Butler James (gespielt von Freddie Frinton) aufgerufen, die vier Freunde zu vertreten. Der Butler James verschafft somit seiner Gebieterin - wie schon seit langer Zeit immer wieder erneut - die Illusion, die Gratulanten seien noch einmal eingekehrt und zu einem neuen Leben erweckt.

Der legendäre Dialog

In diesem illustren Kreise der imaginären Herren setzt für Miss Sophie, aber auch für den Fernsehzuschauer ein feudaler und feuchtfröhlicher Abend ein, dessen Ablauf seit Jahren identisch ist. Der treue James wird vor jedem Gang und immer wieder in leicht verständlichem und daher unsynchronisiertem Englisch fragen: "The same procedure as last year, Miss Sophie?" - und sie wird immer wieder antworten: "Same procedure as every year, James." Dabei liegt die Betonung auf "every". Auf die Frage "Der gleiche Ablauf wie im vergangenen Jahr, Miss Sophie?" folgt also ins Deutsche übersetzt - die Antwort "Der gleiche Ablauf wie in jedem Jahr, James" (mit Betonung auf "jedem"). Derart kehren die verblichenen Freunde und mit ihnen die Erinnerungen während des Essens und Gelages zurück. Das Menue des Dinners besteht dabei aus Currysuppe, Schellfisch und Hühnchen sowie Obst als Nachtisch. Getrunken wird passend zu den verschiedenen Essensgängen Sherry, Weißwein, Champagner und Portwein.

Butlerkunst und Trunkenheit

Der aufmerksame und bemühte Butler vertritt die honorige, aber dahingeschiedene Männerrunde würdig und ehrenvoll und hebt dabei auch einige Gläser zu viel. Da er in vier verschiedene Rollen schlüpfen muss, jeweils auf die Gastgeberin einen Trinkspruch ausbringt und für alle vier trinken muss, fängt er an zu lallen und kann auch seine Bewegungen immer weniger im Zaum halten. Immer wieder stolpert er über ein dekorativ auf dem Boden ausgelegtes Tigerfell. Dabei hält er eine Champagner-Flasche hoch, aus der er den vier unsichtbaren Herren ständig neu einschenkt und letztendlich nur sich selbst unerbittlich abfüllt. Allerdings zeigt der Butler sich in seinem Handwerk in einer beeindruckenden Perfektion und führt zahlreiche Varianten des Einschenkens und Abtragens von Gläsern und Geschirr vor. Es kommt schließlich aber doch zu einigen Bekundungen und Handlungen wie sein Rülpser, sein dänisches "Skål!" und sein Leeren von Blumenvasen , bei denen der Zecher James doch leicht die Fassung verliert. Seine Späße verraten hingegen nicht zwingend, ob wirklich er selbst so betrunken ist oder ob er die Trunkenheit der dargestellten Gäste lediglich nachspielt.

Das "Dinner for One" klingt aus

Nach den wundervollen Speisen und Getränken ist auch der Ausgang des Dinners unumgänglich. Zum Abschluss beendet Miss Sophie den durchzechten Abend mit einem verlockenden Augenaufschlag und der unmissverständlichen Einladung "I think I'll retire". Auch dieser Dialog wird mit den Standardsätzen "The same procedure as last year?" bzw. der Antwort "The same procedure as every year" eindeutig begleitet. Auf den Augenaufschlag von Miss Sophie antwortet der sturzbetrunkene James mit einem anzüglichen Augenzwinkern und einem lässigen "Well, I'll do my very best", um sich mit der hochbetagten, aber ausgesprochen charmanten Dame nach oben in die Ruheräume zurückzuziehen. So kann die Beziehung zwischen den beiden Originalen die Standesschranken überwinden und alljährlich wiederkehrend ein neues frivoles Kapitel aufschlagen.

  1. Der Inhalt
  2. Die Schauspieler
  3. Produktionsgeschichte
  4. Eine kleine Fernsehgeschichte

Bibliografie:

  • Helmut Grömmer: Miss Sophies Liebhaber: Die ganze Wahrheit über Dinner for One, Frankfurt a. M. 2001
  • Stefan Mayr: Dinner for One von AZ. Das Lexikon zum Kult-Vergnügen, Frankfurt a. M. 2002
  • B. Ronstein: Dinner for One. Freddie Frinton, Miss Sophie und der 90. Geburtstag, Hamburg 2004
  • Gernot Schulze: Nachschlag bei Dinner for One. In: Ulrich Loewenheim (Hrsg.): Urheberrecht im Informationszeitalter. Beck, München 2004

Institution(en):

  • Norddeutscher Rundfunk
    Rothenbaumchaussee 132134, 20149 Hamburg
    (040)4156-0
    : fernsehen@ndr.de
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3 Kommentare

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Ich weis nicht wer über diesen Sketch noch lachen kann. Er war nie lustig und wird auch nie lustig werden. Das sind andere Komiker, wie im Anschkuss zu sehen (Ekel Alfred) lustig und kult.
So, und jetzt können alle über meinen Kommenatr los motzen.


Super Film, hab ihn sogar auf DVD ;)


so hochgejubelt wurde und wird. Es ist typisch englischer Humor, der uns Deutschen im wesentlichen überhaupt nicht anspricht. Ganz im Gegensatz dazu z. B. die FEUERZANGENBOWLE mit Heinz Rühmann in der Hauptrolle...