Don Carlos, Oper in fünf Akten von Giuseppe Verdi
Historischer Hintergrund
Die Oper spielt im Spanien des 16. Jahrhunderts zur Herrschaftszeit von König Philipp II. (1527-1598), der 1556 das von seinem Vater Karl V. aufgebaute spanische Weltreich als Erbe übernimmt und danach über vierzig Jahre lang bis zu seinem Tode die Geschicke Spaniens lenkt. Ebenso verbissen, wie der Monarch die spanische Weltherrschaft zu festigen bestrebt ist, verfolgt er das Ziel, im Zeitalter der Gegenreformation den Katholizismus zur alleingültigen Religion zu erheben. Die Inquisition als Folge solch rigoristischer Religionsanschauung ist als düsteres und trauriges Kapitel in die Geschichte der Menschheit eingegangen.
Philipp heiratet in erster Ehe Maria von Portugal, die am 8. Juli 1545 den ersehnten Thronfolger zur Welt bringt. Dieser trägt jedoch sichtbare Makel einer über mehrere Generationen praktizierten Verwandtenehe. Zu den körperlichen Entstellungen und Gebrechen treten mit zunehmendem Alter auch geistig-seelische Abnormitäten. In der Persönlichkeit des Infanten Don Carlos vereinen sich die gegensätzlichsten Eigenschaften, so dass man ihn einerseits wie ein unmündiges Kind behandelt, andererseits jedoch auch seinen wachen Geist fürchtet, der einem Thronprätendenten ungeziemende freiheitliche Gedanken hegt. Dadurch wird er bald zu einer Bedrohung für den Vater und Monarchen, der ihn daraufhin "aus dem Verkehr zieht" und in ein kerkerähnliches Verlies sperren lässt, wo Don Carlos nur sechs Monate später, am 24. Juli 1568, im Alter von nur 23 Jahren verstirbt. Doch auch nach seinem Tod sollte Don Carlos seinem Vater noch Kopfschmerzen bereiten, denn lange wurde über die Umstände seines Todes gerätselt und in den verschiedensten Theorien wurde u. a. Philipp II. selbst als der Mörder seines eigenen Sohnes vermutet.
Elisabeth von Valois
Elisabeth von Valois ist eine Tochter von König Heinrich II. von Frankreich und seiner Frau Katharina von Medici. Sie kommt ebenso wie der Infant von Spanien im Jahr 1545 zur Welt. Zunächst Don Carlos als Gemahlin zugedacht, macht schließlich jedoch Carlos' Vater, Philipp II., Elisabeth aus politischen Gründen zu seiner Frau, um damit den Friedensschluss von 1559 zwischen Spanien und Frankreich zu besiegeln. Elisabeth von Valois stirbt 22-jährig bei der Geburt der dritten Tochter am Kindbettfieber. Das spanische Volk erhält ihr als "Isabel de la Paz" (Elisabeth des Friedens) ein ehrendes Andenken. Das ihr nachgesagte Liebesverhältnis zu Don Carlos gehört jedoch in den Bereich der Legende.
- Historischer Hintergrund
- Biografischer Kontext
- Die Oper
- Handlung (der fünfaktigen Fassung)
- Musik
- Libretto
- Werk- und Rezeptionsgeschichte
- Verdi und der Verismo









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