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THEMEN

Drama

Begriffsbestimmung

Der Begriff des Dramas wird aus der griechischen Sprache abgeleitet und bedeutet Handlung. Die Handlung setzt den Willen der dramatischen Figuren, der in deren Psyche seine Begründung findet, in die Tat um und verbildlicht die Konfliktsituation im Drama. Das Drama stellt somit eine dichterische Kunstform dar, bei der äußere und innere Handlung direkt und zielgerichtet durch Wort und Spiel ihren Ausdruck finden.

Idealtypisch gestaltet das Drama aus der Vorgeschichte oder Vorfabel (Vorspiel, Prolog, Exposition), die in der Vergangenheit liegt, über den Handlungsablauf bis zum Wendepunkt (Peripetie) das Handlungsergebnis (Finale, nach Aristoteles auch Katastrophe), das über das Handlungsgeschehen hinaus in die Zukunft weist. Abliegende oder nicht auf der Bühne darstellbare Ereignisse (Schlachten, Grausamkeiten) können durch das dramaturgische Hilfsmittel des Botenberichts vorgestellt werden, der besonders vergangene Geschehnisse vermeldet. Bei der sog. Teichoskopie (auch »Mauerschau«) berichtet ein Beobachter gleichzeitige, sich angeblich im Bühnenhintergrund abspielende Ereignisse und erhöht so die Spannung. Ebenfalls fördert das sog. retardierende Moment (Retardation) die Spannung, indem es besonders nach dem Höhepunkt, wenn das Interesse an der auf das Ziel zusteuernden Handlung nachlässt, den Entwicklungsgang verzögert und andere Lösungen des Konflikts eröffnet.

Die Entstehungsbedingungen der Handlung werden durch ein präzise kalkuliertes Wechselspiel definiert, das sich zwischen den Charakteren der handelnden Personen und den Ereignissen oder den Zuständen ihres Erlebens ausbildet. Durch die Qualität des bezeichneten Wechselspiels und damit nach dem Ausgang bzw. dem Gestaltungsziel werden auch die unterschiedlichen dramatischen Formen begrifflich unterschieden. Im Schauspiel endet das Wechselspiel mit dem Sieg des Helden, im Trauerspiel bzw. in der Tragödie mit seiner Niederlage. Beim Lustspiel bzw. bei der Komödie (oder auch der Posse, dem Schwank, der Farce) führt der satirische oder humorvolle Handlungsablauf zu einem heiteren Abschluss. In der Tragikomödie wird die Niederlage des Helden durch seine menschlichen Schwächen motiviert, wodurch eher ein rührendes und - im Gegensatz zur Tragödie - nicht so sehr erschütterndes Ende geschaffen wird.

Bild
Szene aus “Peer Gynt„ mit K. Heidersbach, 1938

Neben dem Gestaltungsziel, das ja auch die Struktur grundlegend prägt, werden in der Dramatik ausschließlich nach dem Aspekt der Struktur Figurendramen (z. B. »Faust«), Raumdramen (»Peer Gynt«) und Geschehensdramen (»Orestie«) unterschieden. Außer den willkürlichen Bezeichnungen dramatischer Formen durch den Schriftsteller selbst kennen wir als weiteres Unterscheidungskriterium den Aufbau, der das in strengem Aufbau auf die Katastrophe am Ende ausgerichtete Zieldrama von dem analytischen Drama abhebt, das die Enthüllung der Vorgeschichte bzw. der vorangegangenen Katastrophe zu seinem Kern macht.

Nach der Gestalt des Dramas, die sich an der Zahl und Art der Darsteller sowie an dem Anteil der Musik orientiert, werden Mono-, Duo- oder Massendrama, Pantomime, Puppenspiel, Schattenspiel, Melodrama, Singspiel, Operette, Oper oder Musikdrama bezeichnet. Neben den in der Dramatik vorgestellten geistigen Prinzipien in der Form des Ideen-, des Problem- oder des Tendenzdramas und neben der Aktzahl (z. B. Einakter usw.) unterscheiden wir schließlich nach dem Gesichtspunkt der Stoffwahl das bürgerliche Trauerspiel, das historische und das geistliche Drama sowie das Künstler- und das Märchendrama und das Zauberstück.

  1. Begriffsbestimmung
  2. Funktion des Dramas
  3. Geschichte des Dramas

Bibliografie:

    Bibliographie

  • Bernhard Asmuth: Einführung in die Dramenanalyse. 7. Auflage. Stuttgart u. Weimar 2009
  • Hans-Dieter Gelfert: Wie interpretiert man ein Drama? Ditzingen 2002
  • Erika Fischer-Lichte: Geschichte des Dramas. Band 1: Von der Antike bis zur deutschen Klassik. 3. Auflage, Tübingen 2010
  • Erika Fischer-Lichte: Geschichte des Dramas. Band 2: Von der Romantik bis zur Gegenwart. 3. Auflage, Tübingen 2010
  • Claus Gigl: AbiWissen kompakt - Deutsch - Prosa/Drama/Lyrik, Stuttgart 2010
  • Manfred Pfister: Das Drama. 11. Auflage. München 2001
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