Eckart von Hirschhausen
Deutschlands lustigster Arzt
Seinen wenig alltäglichen Namen hat der am 25.08.1967 in Frankfurt am Main geborene Eckart von Hirschhausen seinen ursprünglich deutschen aber in Estland lebenden Vorfahren zu verdanken. Sie machten sich im 19. Jahrhundert durch die Herausgabe eines heimatsprachlichen Wörterbuchs um die Volksbildung der Estländer verdient. Als Dank wurden sie vom russischen Zaren in den Adelsstand erhoben. Eine Auszeichnung für seine Leistungen erhielt dann auch der Abiturient Eckart von Hirschhausen: Ein Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes erlaubte es ihm, an den Universitäten von Berlin, Heidelberg und London zu studieren. Bereits als Medizinstudent in einer englischen Klinik, so erzählt Hirschhausen rückblickend in einem Zeitungsinterview, habe er erproben können, "wie man sich bei Laune hält in einem humorfreien Raum". Frohsinn, Lachen und Humor sind Themen, die bereits den jungen Eckart beschäftigten. Während andere Kinder mit acht Jahren Matchbox-Autos oder Glanzbilder sammeln, zieht er die Witze vor: "Ich schrieb die, die mir gefielen, in kleine Hefte und schenkte sie meinen Eltern zu Weihnachten", erinnert er sich.
Witze bleiben auch später seine Leidenschaft. In der Zeit von 1988 bis 1995, als Hirschhausen in der Kinderneurologie arbeitet, tritt er als Comedian, Conferencier und Zauberkünstler in Varietés sowie bereits im Fernsehen auf. Im Anschluss an seine Promotion mit dem Thema "Wirksamkeit einer intravenösen Immunglobulintherapie in der hyperdynamen Phase der Endotoxinämie beim Schwein", die er mit magna cum laude an der Universität Heidelberg absolviert, geht von Hirschhausen für sein praktisches Jahr als Arzt an die Berliner Charité. Da ihm dort trotz hochklassigem Examen keine Stelle angeboten werden kann, trifft es sich für den nun arbeitslosen Neurologen gut, dass just der Studiengang Wissenschaftsjournalismus an der Berliner Universität gegründet wird. Erfolgreiche Bühnen- und Öffentlichkeitsarbeit auf der einen, die ernsthafte Medizinerkarriere auf der anderen Seite - von Hirschhausen entscheidet sich 1998 voller Selbstironie für das Kabarett, denn "ein schlechter Komiker kann weniger Unheil anrichten als ein schlechter Arzt". Die Familie von Hirschhausen - unter anderem Eckarts älterer Bruder, der renommierte Wirtschaftswissenschaftler Christian von Hirschhausen, - hat sich mit der bemerkenswerten Auszeichnung ihres Sprösslings als "Deutschlands lustigster Arzt" (Berliner Morgenpost, 15.04.2007) längst versöhnt. Den irritierten Krankenhauskollegen, die ihm 1998 die besorgte Frage stellen, ob man denn davon leben könne, kann er heute ebenfalls eine Antwort geben: Er kann. Und zwar sehr gut.









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