Total votes: 4
  • Send to friend
  • Diese Seite drucken
THEMEN

Ein Leck wird repariert

Wie der Körper sich vor Blutverlusten schützt

Eine eher harmlose Kopfplatzwunde kann wie ein schreckliches Blutbad aussehen. Schon 200 ml Blut - eine Tasse voll - genügt, um diesen irreführenden Eindruck zu erwecken. In der Regel verursacht aber erst ein Blutverlust von mehr als einem Liter ernsthafte Beschwerden. Akut lebensbedrohlich ist ein Verlust von 50-60 % des Gesamtblutvolumens. In diesem Zusammenhang ist eine Eigenschaft des Blutes von erheblicher Bedeutung - die Fähigkeit zur Gerinnung und damit zur Abdichtung von Gefäßleckagen. Sie verhindert, dass eine kleine Wunde zu einer tödlichen Gefahr wird.

Einerseits darf Blut im Kreislauf nicht gerinnen, da auch ein kleiner Blutpfropf verheerende Folgen haben kann; man denke nur an Hirnschlag, Herzinfarkt oder Embolie. Andererseits muss Blut gerinnen, wann und wo auch immer ein Leck im Röhrensystem des Kreislaufs auftritt. Schwere Hämophilie, auch Bluterkrankheit genannt, ist ein angeborener Gerinnungsdefekt, der ohne ständige Behandlung mit dem Leben auf Dauer nicht vereinbar ist. Mit anderen Worten: Blut muss, ohne zu gerinnen, jederzeit gerinnungsfähig sein.

An der Blutgerinnung sind zahlreiche Substanzen ("Gerinnungsfaktoren") beteiligt, die in der Gefäßwand, in den Blutplättchen (Thrombocyten) und im Plasma in inaktiver Form enthalten sind. Die plasmatischen Gerinnungsfaktoren werden überwiegend in der Leber gebildet, von den Eiweißstoffen Fibrinogen (Faktor I) und Prothrombin (Faktor II, für dessen Synthese Vitamin K erforderlich ist) bis hin zum Faktor XIII. In Gang gesetzt wird der Gerinnungsprozess durch die Verletzung eines Blutgefäßes. Dabei werden zunächst inaktive Faktoren aktiviert, die ihrerseits weitere Faktoren aktivieren.

Neben den aktivierenden gibt es auch hemmende Substanzen. Bei einer Verletzung wird das Gleichgewicht, das normalerweise zwischen den beiden Arten von Faktoren besteht, an der Stelle der Verletzung in Richtung Aktivierung verschoben. Die hemmenden Faktoren verhindern jedoch, dass die örtlich erwünschte Gerinnung an Stellen auftritt, wo sie Schaden anrichten könnte. Als Gegengewicht zum Fibrin bildenden Gerinnungssystem gibt es deshalb auch ein Fibrin auflösendes (fibrinolytisches) System, das unerwünschte Gerinnsel beseitigen kann.

  1. Wie der Körper sich vor Blutverlusten schützt
  2. Blutplättchen sorgen für die Blutstillung
  3. Thrombin lässt das Blut gerinnen
  4. Gefäßheilung durch Blutgerinnung
  5. Wie ein Thrombus entsteht
  6. Bluterkrankheit
Total votes: 4
  • Send to friend
  • Diese Seite drucken

Post new comment


0 Kommentare

Filtered HTML

  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • Zulässige HTML-Tags: <a> <em> <strong> <cite> <blockquote> <code> <ul> <ol> <li> <dl> <dt> <dd>
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.

Plain text

  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
CAPTCHA
This question is for testing whether you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.