Ein Leck wird repariert
Wie der Körper sich vor Blutverlusten schützt
Einerseits darf Blut im Kreislauf nicht gerinnen, da auch ein kleiner Blutpfropf verheerende Folgen haben kann; man denke nur an Hirnschlag, Herzinfarkt oder Embolie. Andererseits muss Blut gerinnen, wann und wo auch immer ein Leck im Röhrensystem des Kreislaufs auftritt. Schwere Hämophilie, auch Bluterkrankheit genannt, ist ein angeborener Gerinnungsdefekt, der ohne ständige Behandlung mit dem Leben auf Dauer nicht vereinbar ist. Mit anderen Worten: Blut muss, ohne zu gerinnen, jederzeit gerinnungsfähig sein.
An der Blutgerinnung sind zahlreiche Substanzen ("Gerinnungsfaktoren") beteiligt, die in der Gefäßwand, in den Blutplättchen (Thrombocyten) und im Plasma in inaktiver Form enthalten sind. Die plasmatischen Gerinnungsfaktoren werden überwiegend in der Leber gebildet, von den Eiweißstoffen Fibrinogen (Faktor I) und Prothrombin (Faktor II, für dessen Synthese Vitamin K erforderlich ist) bis hin zum Faktor XIII. In Gang gesetzt wird der Gerinnungsprozess durch die Verletzung eines Blutgefäßes. Dabei werden zunächst inaktive Faktoren aktiviert, die ihrerseits weitere Faktoren aktivieren.
Neben den aktivierenden gibt es auch hemmende Substanzen. Bei einer Verletzung wird das Gleichgewicht, das normalerweise zwischen den beiden Arten von Faktoren besteht, an der Stelle der Verletzung in Richtung Aktivierung verschoben. Die hemmenden Faktoren verhindern jedoch, dass die örtlich erwünschte Gerinnung an Stellen auftritt, wo sie Schaden anrichten könnte. Als Gegengewicht zum Fibrin bildenden Gerinnungssystem gibt es deshalb auch ein Fibrin auflösendes (fibrinolytisches) System, das unerwünschte Gerinnsel beseitigen kann.
- Wie der Körper sich vor Blutverlusten schützt
- Blutplättchen sorgen für die Blutstillung
- Thrombin lässt das Blut gerinnen
- Gefäßheilung durch Blutgerinnung
- Wie ein Thrombus entsteht
- Bluterkrankheit









0 Kommentare