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THEMEN

Eisberge

Eisberge, vergängliche Kolosse im Meer

Eisberge sind im Meer schwimmende, abgebrochene ("gekalbte") Randstücke des antarktischen Schelfeises oder polarer Gletscher. Da sie von den riesigen Inlandeismassen, die Grönland (2 Millionen km2) und die übrige polare Inselwelt sowie den antarktischen Kontinent (14 Millionen km2) bedecken, abstammen, bestehen sie im Gegensatz zum sonstigen Treib- und Packeis aus Süßwasser. Das spezifische Gewicht des Eises ist nur wenig geringer als das des Wassers, daher ragt je nach Eisdichte und Salzgehalt des Meerwassers nur ein Sechstel bis ein Neuntel der Masse des Eisbergs aus dem Wasser.

Nach Größe und Gestalt weisen Eisberge erhebliche Unterschiede auf. Ein mittelgroßer Eisberg ragt 15 bis 50 Meter über dem Meeresspiegel auf, erreicht eine Länge von 60 bis 100 Metern und ein Gewicht von 200 000 bis 300 000 Tonnen. Die zahllosen kleineren Eisberge, die nicht höher als fünf Meter aufragen und unter 15 Meter lang sind, nennt man Growler. Meist handelt es sich dabei nur um abgebrochene Eisstücke eines größeren Eisbergs. Demgegenüber findet man die wahren Eisbergriesen in der Antarktis. Hier ragen fast alle Eisberge 40 Meter über dem Meeresspiegel auf und haben dabei einen Tiefgang von weiteren 200 bis 250 Metern und nicht selten ein Gewicht von über einer Million Tonnen. Aber nicht nur durch ihre Größe unterscheiden sie sich wesentlich von den Eisbergen im Nordpolarmeer, sondern auch durch ihre Form. Durch das Abbrechen vom breiten Schelfeisrand bilden sich in der Antarktis fast ausschließlich Tafeleisberge heraus, die eine ebene Oberfläche mit fast senkrechten Wänden aufweisen. Demgegenüber entstehen die Eisberge der Nordhalbkugel meist aus Gletschern, die in enge Fjorde münden. Daher sind sie in der Regel wesentlich kleiner, ihr Eis ist brüchiger, und sie bestehen aus unregelmäßigen, zerklüfteten Blöcken mit Gipfeln und Graten.

Durch die Brandung des Meeres und Schmelzvorgänge verändern Eisberge im Laufe der Zeit ihre Gestalt beträchtlich. Direkt über der Meeresoberfläche bilden sich häufig Hohlkehlen und Tore, und der Eiskörper ist oft von Schluchten und Rinnen durchzogen, die durch Schmelzwasser eingegraben worden sind. Zuweilen platzen größere Eisstücke ab, und der Eisberg gerät in eine instabile Lage. Bei der geringsten Erschütterung kommt es dann unter lautem Getöse und dem Auslösen heftiger Flutwellen zum Kentern des Eisbergs.

Eisberge können neben der üblichen weiß-milchigen Färbung auch blau oder grün sein. Blaue Eisberge werden häufig in Grönland beobachtet. Sie bestehen aus sehr kompaktem Eis ohne Lufteinschlüsse, in dem das Licht so gebrochen wird, dass es blau erscheint. Warum manche Eisberge aber grün sind, konnte bisher noch nicht eindeutig geklärt werden. Die Ursache der Färbung geht wohl auf eingeschlossene Partikel zurück.

  1. Eisberge, vergängliche Kolosse im Meer
  2. Eisberge der Nordhalbkugel
  3. Eisberge der Südhalbkugel
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