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THEMEN

Elton John

Leben und Werk

Kindheit

Elton John wurde am 25. März 1947 in der britischen Ortschaft Pinner (Middlesex) geboren, die etwa zwanzig Kilometer westlich von London liegt. Mit bürgerlichem Namen heißt der Sohn eines Royal Air Force-Majors Reginald Kenneth Dwight. Der Vater war in Elton Johns ersten Lebensjahren aus beruflichen Gründen häufig außer Landes und kümmerte sich, wie der Künstler ihm später vorhielt, auch in der verbleibenden Zeit wenig um seinen Sohn. Er wuchs bis zu seinem fünften Lebensjahr hauptsächlich bei seiner Mutter Sheila und deren Familie auf. Der Lebensstandard in der Nachkriegszeit war ärmlich, dennoch war im Haushalt der Familie Dwight ein Klavier vorhanden. Mit vier Jahren soll Reginald bereits auf dem Instrument gespielt haben. Sein Vater wie sein Großvater waren musikalisch begabt und spielten beide Trompete. Als sein Vater nach England zurückversetzt wurde, litt Reginald unter den Streitigkeiten seiner Eltern. Er fürchtete sich vor dem autoritären Auftreten des Vaters und entwickelte zu seiner Mutter ein inniges Verhältnis, das bis ins Erwachsenenalter bestehen bleibt. Dennoch war es der Vater, der dem als Außenseiter geltenden Einzelkind eine erstklassige Ausbildung auf der Privatschule in Reddiford ermöglichte. Zu seinem späteren Stiefvater entwickelte Reginald ein besseres Verhältnis.

Musikalische Ausbildung

Das musikalische Talent des jungen Reginald wurde sehr schnell erkannt. Ab 1951 erhielt er Klavierunterricht. In der Schule in Reddiford, die insbesondere musische Talente der Kinder förderte, konnte er täglich Klavierstunden nehmen. Die Lehrer seines Gymnasiums entdeckten Reginalds Begabung und vermittelten ihm ein Stipendium an der angesehenen Royal Academy of Music. Ab 1957 studierte er neben dem regulären Schulunterricht sechs Jahre lang Klavier. Der spätere Superstar war auf dem hohen Niveau der Academy ein durchschnittlich guter Schüler, der seine Übungen im Bereich der klassischen Musik absolvierte, aber privat lieber Pop spielen wollte. Er war fasziniert von Elvis Presley, den Beatles und kaufte sich Platten von Little Richard. Noch während seiner Academy-Zeit gründete er eine Band, die jedoch nicht lange bestand. Mit 17 Jahren verließ er ohne Abschluss die Schule, arbeitete zunächst als Bote in einem Musikverlag und trat als Pianist auf.

Der Aufstieg

1961 stieß der erst 14-jährige Reginald zu der Band "Bluesology". Die Gruppe spielte als Begleitband für Künstler wie Patti La Belle, Billy Stewart oder Wilson Pickett. 1967 löste sich die Gruppe auf, ohne größere Erfolge erlangt zu haben. Im selben Jahr noch lernte Elton John Bernie Taupin kennen, mit dem er in den folgenden 25 Jahren einige Welthits verfasste. Elton John komponierte, Bernie Taupin verfasste die Texte. In der Anfangszeit entstanden zunächst aber wenig erfolgreiche Singles, darunter "Lady Samantha", bei der Elton John als Sänger Premiere hatte. Er musste noch überredet werden, für die nachfolgende erste LP "Empty Sky" zu singen. "Empty Sky" erschien im Juni 1969 und wurde als hoffnungsvolles, aber noch unreifes Debüt beurteilt. Elton John arbeitete nebenbei immer wieder als Studiomusiker, beispielsweise für die Hollies. In Abständen von jeweils nur einem halben Jahr kamen die zweite und die dritte LP heraus, die ihm den Durchbruch brachten: Das Album "Elton John" erreichte in den US-Charts Platz vier und wurde dort mit einer Goldenen Schallplatte ausgezeichnet, mit "Tumbleweed Connection" hatte er dann auch in seinem Heimatland Erfolg, dort erreichte die LP Platz drei der Hitliste, in den USA Platz fünf. Die aus "Tumbleweed Connection" ausgekoppelte Single "Your Song" kam in Großbritannien auf Platz sechs. Bis er in seiner Heimat mit "Dont Go Breaking My Heart" zusammen mit Kiki Dee seinen ersten Nummer Eins Hit hatte, dauerte es trotz großer Erfolge im Ausland bis 1976. 1973 gründete der britische Künstler seine eigene Plattenfirma namens "Rocket Records".

Dauerhafter Erfolg

Mit den LPs "Madman Across the Water" und "Rocket Man" (1972) festigte Elton John seinen Erfolg. Seine Bühnenauftritte auf Tourneen in Europa, Amerika und Asien machten ihn als exaltierten Künstler mit schriller Kleidung und riesigen, bunten Brillen berühmt. Dabei schaffte er es trotz Glamour und Allüren wie wenige andere Künstler der Popszene jahrzehntelang immer wieder Hits zu produzieren. Bis heute ist er einer der Großen im Musikgeschäft. Er belegt den fünften Platz der erfolgreichsten Künstler im amerikanischen Musikgeschäft, einer Liste, die von Elvis Presley angeführt wird. Elton Johns Markenzeichen sind melodiöse Balladen, die er am Klavier begleitet. Neben rockigeren Songs schrieb und sang er auch sentimentale Lieder. 1998 erhob Queen Elizabeth den Musiker in den Ritterstand. Zu dieser Zeit wurde "Candle In The Wind" neu interpretiert. Bernie Taupin schrieb dieses Lied 1974 ursprünglich für Marilyn Monroe. Elton John wandelte den Song 1997 für die tödlich verunglückte und mit ihm befreundete Prinzessin Diana ab. Mit rund 32 Millionen verkauften Scheiben wurde er zur meist verkauften Single der Welt. Dieser Rekord wurde vom Titelsong der Titanic-Neuverfilmung jedoch wieder eingestellt. 1986 erhielt der britische Künstler den BRIT-Award für seine herausragenden Leistungen, ein zweiter BRIT-Award wurde Elton John 1991 in der Kategorie "Bester männlicher Künstler" verliehen.

Zeit zum Ausstieg (und Rückfall)

Nach Angaben der britischen Agentur Press Association sagte Sir Elton John Ende 2001 vor Fans in Manchester (US-Bundesstaat New Hampshire), das Album "Songs From The West Coast" (2001) sei sein letztes. "Ich liebe es, für Euch zu singen, aber ich hasse die Schallplattenindustrie". Er wolle keine neuen Hits mehr aufnehmen, nach vierzig Alben sei nun die Zeit zum Ausstieg gekommen: "Es war mein letztes Album". Nach mehreren Musicalerfolgen, unter anderem mit "Aida", arbeitete Elton John 2004 an der Musicalversion des Erfolgsfilms "Billy Elliot". Und er wurde auch wieder rückfällig: Mit seinem Album "Peachtree Road" (2005) bezauberte er seine Fans durch zeitlose Lieder mit eingängigen Melodien. Und zu seinem 60. Geburtstag im März 2007 beschenkte er sich selbst mit einer von ihm persönlich zusammengestellten CD, die 18 seiner Lieblingslieder vereint ("Rocket Man. The Definitive Hits", 2007). Im Herbst 2010 veröffentlichte Elton John mit Leon Russell das Album "The Union". Seine aktuelle Tournee hat er schlicht mit "Greatest Hits live" überschrieben. Schließlich fielen in den vergangenen Jahrzehnten auch genug Ohrwürmer ab!

Publikumsliebling

Ein Einschnitt in Elton Johns Karriere ist Ende des Jahres 1977 zu verzeichnen. Der Künstler entschloss sich zu dieser Zeit, keine Liveauftritte mehr wahrzunehmen. Nach dem mäßigen Erfolg seiner LP "Blue Moves" trennt sich der Sänger von seinem Kompagnon Bernie Taupin. Kurze Zeit später machte er diesen Schritt jedoch wieder rückgängig und plante für 1979 eine Tournee. Er trat als erster westlicher Popstar live in der Sowjetunion auf. Auch wenn Elton Johns Songs aus der Zeit zwischen 1979 und 1982 von Kritikern negativ beurteilt wurden, so trafen sie doch den Geschmack des Publikums: Die Verkaufszahlen der Singles "Blue Eyes" (1982) und "Little Jeannie" (1980) sowie die LPs "The Fox" (1981) und "Jump Up" (1982) zeigen dies deutlich. Gelobt hingegen wurde das Album "Too Low For Zero" (1983), aus dem unter anderem "Im Still Standing" ausgekoppelt wurde. Zwei Jahre später erschien die LP "Ice On Fire" mit dem Lied "Nikita", das in England und Deutschland auf Platz Eins der Charts gelangte. 1989, nach einigen erfolglosen Jahren, erzielte er mit der LP "Sleeping With The Past" und den Single-Auskopplungen "Sacrifice" und "A Word In Spanish" wieder einen Verkaufsschlager. Die zehn für 1992 geplanten Deutschland-Konzerte waren restlos ausverkauft, die drei angekündigten Konzerte 1974 in Los Angeles sogar innerhalb weniger Stunden. Im April 2011 konnte der Popstar einen lukrativen Mehrjahresvertrag mit dem berühmten Hotel Caesars Palace in Las Vegas abschließen ("Million Dollar Piano"-Show). Elton John hatte bereits bis 2009 im Hotel seine "The Red Piano"-Show gegeben.

Geld und Glamour

Elton John ist ein Superstar mit mondänem Lebensstil. Häuser in verschiedenen Ländern, eines davon nahe dem englischen Schloss Windsor, Schmuck und andere wertvolle Sammelstücke gehören zu seinem Besitz. Im Juni 1999 ging eine Meldung durch die Presse, wonach Elton John einen Bankkredit in Höhe von 75 Millionen aufnehmen wollte. Sein Vermögen wurde zu diesem Zeitpunkt auf 480 Millionen Mark geschätzt. 1988 erzielte eine Aufsehen erregende Versteigerungsaktion bei Sothebys mit Raritäten und Preziosen aus Elton Johns Privatbesitz rund acht Millionen Dollar Gewinn.

Benefiz

Elton John wirkte an der Aktion "Dionne Warwick & Friends" mit. Der Erlös der gemeinsamen Single "Thats What Friends are For" kam der Aids-Hilfe zu Gute. 1990, als seine 66. Single ("Healing Hands" und "Sacrifice") auf den Markt kam, erklärte der Sänger und Piano-Spieler, mit seinem Gewinnanteil die Aids-Hilfe zu unterstützen. Weitere Aids-Benefiz-Konzerte fanden im April 1987 und "Farm Aid" im April 1990 in Indianapolis statt. 1991 gründete Elton John eine Aids-Foundation.

Im Oktober 2001 nahm Elton John an dem "Concert For New York City" im Madison Square Garden teil. Mit dieser Benefizveranstaltung sollte der Einsatz der Feuerwehrleute, Polizisten und Helfer nach den Terroranschlägen in New York gewürdigt werden. Die Erlöse kommen den Angehörigen der Opfer vom 11. September zugute.

Im Juni 2002 spendete er den Erlös seines Erfurter Benefizkonzertes den Hinterbliebenen des Schulmassakers (Gutenberg-Gymnasium). "Es ist ein Tribut an die Menschen, die ihr Leben auf so brutale Weise verloren haben", sagte der Künstler.

Fußball

Elton John war schon als Kind vom Fußball begeistert, obwohl er unsportlich war und nicht einmal in der Schulmannschaft mitspielen durfte. Er war wie sein Vater Fan des FC Watford und blieb es auch, als er zu Ruhm und Reichtum gelangt war. 14 Jahre lang, bis Ende 1989, engagierte er sich als Präsident dieses Fußball-Clubs und förderte ihn finanziell. Von 1990 an war er Ehrenpräsident des FC Watford. 1992 schaffte der Verein dank der Unterstützung den Aufstieg in die 1. Division. Mitte 2002 trat Elton John von der Führungsspitze des FC Watford zurück. Er begründete diesen Schritt damit, dass er dem Club wegen anderer Verpflichtungen (Tourneen) nicht genügend Aufmerksamkeit schenken könne.

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