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THEMEN

Eminem

Kurzbiografie

Name: Marshall Mathers III.
Künstlernamen: Eminem (schreib: eM 'n' eM, die Initialen seines bürgerlichen Namens), Slim Shady
Geboren am: 17.10.1972; nach anderen Angaben: 17.10.1974
Geboren in: St. Joseph bei Kansas City (USA)

Eminem alias Marshall Mathers ist der derzeit erfolgreichste weiße Rapper der Welt. Mit seinen zumeist obszönen Texten schafft er es immer wieder, die Öffentlichkeit gegen sich aufzubringen. Eminem gilt als das „enfant terrible“ der amerikanischen Musikszene schlechthin.

Biografie

Kindheit und Jugend: Eminem wurde am 17. Oktober 1972 (oder 1974) in St. Joseph (Kansas) als Marshall Bruce Mathers III. geboren. Er wuchs bei seiner allein erziehenden Mutter auf. Seine Kindheit verbrachte er zwischen Kansas City und Detroit, die High School besuchte er in Warren. Eminems frühen Jahre waren geprägt von Armut, Stress mit Eltern und Schule. Bereits als Teenager entdeckte Eminem den Rap. So nahm er schon während der Schulzeit erste Demo-Tapes auf. Nach der neunten Klasse verließ er die Schule und hielt sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser. „Schon als Kind wusste ich immer, dass ich etwas Besonderes machen wollte, z.B. ein Entertainer sein, irgendjemand Besonderes sein, weißt du, was ich meine? Die erste Rap-Platte, die ich jemals hörte, die allererste, war „Reckless“ von Ice T. Ich fing an, mich für das Zeug zu begeistern (...).“

„Infinite“: Sein Debüt hatte Eminem 1996 mit „Infinite“. Dieser CD war jedoch noch kein großer Erfolg beschieden. Die Plattenläden hingen Eminems selbst entworfene Werbeplakate nicht auf, niemand interessierte sich für sein erstes Album. Eine Kopie des Albums sandte er an Wendy Day von der „Rap Coalition“, der ihn daraufhin 1997 zur Rap Olympiade in Los Angeles einlud. Hier schaffte Eminem es in der Freestyle-Kategorie immerhin auf Platz zwei! Kurz darauf rappte Eminem in der „Wake Up Show“ eines Radiosenders in Los Angeles. Der Top-Produzent und Musiker Dr. Dre wurde auf ihn aufmerksam und holte ihn zu seinem Label Aftermath. Dieses war der entscheidende Schritt auf Eminems Erfolgsleiter!

„Slim Shady“: 1997 erschuf Eminem sein Pseudonym Slim Shady. Unter diesem Namen wurde 1999 die „Slim Shady LP“ veröffentlicht, mit der sich Eminems erster großer Erfolg einstellte. So gewann er mit dieser Platte 1999 den Grammy für das beste Rap-Album. „Slim Shady“ brachte ihm dreifaches Platin ein. Eminem wurde nun von seinen Fans vergöttert, von der Presse allerdings teils geliebt, teils öffentlich zerrissen. Dabei waren es nicht nur die zum Teil obszönen, zum Teil aggressiven, gewaltverherrlichenden Texte, durch die Eminem auffiel. Es war allein schon seine weiße Hautfarbe: Rap wurde zur damaligen Zeit in den USA fast ausschließlich von schwarzen Musikern gespielt. „Mir ist völlig klar, dass ich doppelt so viele Alben verkauft habe, da ich ein Weißer bin. Ich bin einerseits felsenfest davon überzeugt, dass ich Talent habe, aber andererseits bin ich auch nicht blöd. Ich weiß, dass die Tatsache, dass meine ersten Sachen von Dre produziert waren, mich für die weißen Kids cool und akzeptabel machte. In den Vorstädten wollen die weißen Kids erst sehen, ob die schwarzen dich mögen, sonst bist du bei denen unten durch.“

„Marshall Mathers“: Im Jahr 2000 brachte Eminem „The Marshall Mathers LP“ auf den Markt. Mit dieser Platte schlug er sofort alle historischen Verkaufsrekorde. Sie stieg in kürzester Zeit auf Platz eins der Charts und verkaufte sich allein in Amerika über acht Millionen Mal. Eminem machte aber nicht nur durch seine Hits, sondern immer wieder auch durch ganz andere Schlagzeilen auf sich aufmerksam. So wurde er beispielsweise im Herbst 1999 von seiner Mutter auf 10 Millionen Dollar Schadensersatz verklagt. Er soll sie in einem Interview als „drogenabhängige, streitsüchtige Vagabundin“ bezeichnet haben. Im Jahr 2000 verprügelte er einen Rapper, der seine Frau geküsst haben soll. Da Eminem eine Schusswaffe zog, wurde er zu 24 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Auch die Scheidung von seiner Frau Kim und der Sorgerechtsstreit um seine Tochter wurden zum Medienspektakel. Außerdem schaffte er es, mit seinen krassen Texten die Homosexuellen- und Frauenbewegung gegen sich aufzubringen.

„D 12“: Im Jahr 2001 bekam Eminem drei Grammys verliehen. Im Juni 2001 erschien auch das erste gemeinsame Album mit seiner befreundeten Hip-Hop-Crew „D12“. Der Bandname ist die Abkürzung für „Dirty Dozen“ („Das dreckige Dutzend“). Die sechs Masters of Ceremony (MCs) sind Proof, Denaun (Kon Artis), Bizarre, Kuniva, Swift und Eminem. Die CD „Devil's Night“ schoss in den USA sofort auf Platz 1 der Album Charts. In Europa war die Platte ebenfalls ein Verkaufsschlager. Das letzte Album der Crew heißt „D 12 World“ (Erscheinungsdatum: April 2004). Die erste Single aus dem Album war der Track „My Band“. In dem witzigen Video dazu nehmen sich die Sechs selbst mächtig auf die Schippe.

„Eminem Show“: Mitte 2002 wurde „The Eminem Show“ vorzeitig veröffentlicht, da die Platte bereits im Internet kursierte. Auf dieser CD rechnet Eminem mal wieder humorvoll, fluchend und manchmal auch sarkastisch mit der amerikanischen Politik und seiner eigenen familiären Vergangenheit ab. „Auf dem Album sind Songs, die ich geschrieben habe, als ich letztes Jahr die ganze Scheiße durchgemacht habe. Ich bin beinahe in den Knast gewandert und die Scheidung hat bei mir das totale Gefühlschaos ausgelöst. Ich habe eine Menge Scheiße durchgemacht und habe die Probleme dabei gleichzeitig verarbeitet und gelöst, alles in demselben Jahr. Ja, und zu dieser Zeit habe ich die Hälfte dieses Albums geschrieben.“ Besonders die Single-Auskopplung „Without Me“ belegte im Nu die Poleposition der Charts. Mit dem Video zu dieser Single erregte Eminem erneut die Gemüter: Als tanzender Osama bin Laden traf er Amerika nach dem 11. September an der empfindlichsten Stelle. Die „Eminem Show“ ist weltweit überaus erfolgreich, Eminem gewann dafür einige Grammys. An der Fertigstellung des Albums war er nun übrigens nicht mehr nur als Rapper, sondern auch als Producer beteiligt. Auf seinem eigenen Label „Shady Records“ hat er mittlerweile einige neue Wortakrobaten unter Vertrag.

„Encore“: Ende Oktober 2004 ging Eminems Radiostation „Shade 45“ on air. Auf diesem Sender läuft rund um die Uhr Rap und Hip-Hop. Und da die Tracks nicht zensiert werden, darf hier auch richtig geschimpft und geflucht werden.

Seit Mitte November 2004 ist das langersehnte vierte Solo-Album Eminems („Encore“) in den Plattenläden zu finden. Auf dieser CD spricht Eminem rührend zu seiner Tochter („Ging alles viel zu schnell“), lästert mal wieder gegen seine Ex-Frau, stellt sich gegen Bushs Irak-Krieg. Und dann ist da noch der Eminem, der tanzend als Michael Jackson seine Nase verliert: Es gibt wahrlich nicht viele Künstler, die so wie er primitiv und politisch, zornig und zärtlich zugleich sein können! Kein Wunder also, dass Eminem bei der Verleihung der „Brit Awards“ als einer der großen Gewinner dastand. Bei der Londoner Gala Anfang Februar 2005 wurde er als bester internationaler Solokünstler geehrt - eine Auszeichnung, die er zuletzt 2003 erhielt.

„Curtain Call“: Anfang Dezember 2005 erschien das längst überfällige Greatest Hits-Album „Curtain Call“, das den Lebensweg von Marshall Mathers alias Eminem beschreibt. Vor allem der neue Song „When I`m Gone“ heizte Spekulationen an, dass Eminem ein Ende seiner Karriere als Rapper plane. Doch in einem Interview sprach der Rapper über seine Zukunft: „Ich werde natürlich noch viele Songs veröffentlichen. Curtain Call ist nur das Ende eines Eminem-Kapitels. Aus diesem Grund wollte ich halt mal eine Zusammenstellung der Hits aus den ersten vier Alben rausbringen. Jetzt werde ich mich damit beschäftigen, wie es weitergeht. Das wird vielleicht etwas dauern - aber ich mache garantiert weiter!“.

Nach dem Scheidungskrieg und dem langen Sorgerechtsstreit um die gemeinsame Tochter gaben Kim und Eminem dann im Dezember 2005 überraschend ihre Versöhnung bekannt. Mitte Januar 2006 heiratete der Rapper seine Exfrau zum zweiten Mal. Die beiden gaben sich in einer privaten Zeremonie in Rochester im US-Staat Michigan das Ja-Wort. Zu der Hochzeit waren viele Stars der Rap- und Hip-Hop-Szene geladen. Doch die Ehe hielt nicht einmal drei Monate. Anfang April 2006 reichte Eminem wieder die Scheidung ein.

„Crack A Bottle“: Lange mussten die Fans von Eminem auf ein musikalisches Lebenszeichen des Rappers warten. Als erste Single aus dem Album „Relapse“ (im Frühjahr 2009 erschienen) kam die Single „Crack A Bottle“ auf den Markt. In diesem Song geht Eminem mit Rap-Größen wie Dr. Dre und 50 Cent an den Start. Eminem gelang mit „Relapse“ ein glänzendes Comeback: Das Album landete in der ersten Woche sofort auf Platz eins der amerikanischen Billboard-Charts. Für den Sänger war dies nach vielen negativen Schlagzeilen endlich wieder etwas Positives!

„Recovery“: Auf seinem siebten Studioalbum „Recovery“ (Sommer 2010) rappt Eminem mit Pop-Größen wie Pink und Rihanna. Die Scheibe wurde von Eminems Fans nicht nur sehnsüchtig erwartet, sondern scheint auch wiederum voll den Nerv der Zeit zu treffen: Sie stieg direkt auf Platz eins der US-Album-Charts ein. Für die Singleauskopplung „Not Afraid“ erhielt Eminem im September 2010 bei der Verleihung der „MTV Video Music Awards“ Trophäen für das beste Video eines Künstlers und das beste Hip-Hop-Video. Anfang November 2010 konnte er sich zudem über einen „MTV Europe Music Award“ in der Kategorie „Best Hip-Hop“ freuen. Bei den Grammy Awards wurde er sogar ganze zehn Mal nominiert: Im Februar 2011 musste er sich dann jedoch mit einem Grammy für „Recovery“ als bestes Rap-Album und einem Preis für die beste Rap Performance („Not Afraid“) trösten.

Eminem - ein Produkt der amerikanischen Gesellschaft

Warum ist gerade Eminem derart polarisierend? Und warum ist er derart erfolgreich? Sind es seine krassen Texte, oder ist es sein nicht abzustreitendes Talent? Das Geheimnis seines Erfolgs liegt sicherlich zu einem guten Teil in seinen obszön-aggressiven Texten. Sie sind Ausdruck des Protests der Jugendlichen gegen die political correctness, gegen die angepasste Gesellschaft. Viele Fans bewundern Eminem gerade für seine offenen Tabubrüche.

Doch gleichzeitig sind Eminems Platten auch Konsumprodukte, mit denen der Künstler viel Geld verdient. Warnungen auf den CDs wie „parental advisory explicit content“ wirken sogar eher verkaufsfördernd. Der MC, Rapper und Hip-Hop-Star ist ein Teil der verhassten angepassten Gesellschaft. Die Millionenverkäufe seiner Platten zeigen: Eminem gehört zum Hip-Hop-Mainstream. Er ist der erfolgreichste Rapper in puncto Verkaufszahlen. Für manche ist Eminem die derzeit faszinierendste Figur der Musikszene. Andere sehen in ihm dagegen den Inbegriff von Aggressivität, Frust und Hass. Doch eines ist Eminem gewiss: ein Produkt der zeitgenössischen amerikanischen Gesellschaft.

Angst, dass Kinder und Jugendliche seine aggressiven Texte zu wörtlich nehmen könnten, hat Eminem nicht. In einem Spiegel-Interview (Juni 2001) sagte er dazu: „Ich fordere niemanden zu irgendetwas auf. Ich erzähle Geschichten über mich selbst, meine Gefühle, mein Leben. Im Übrigen sind für Kinder immer noch die Eltern zuständig. Sie müssen ihnen Recht und Unrecht, Moral oder Unmoral erklären. Wenn ich in einem meiner Texte sage „Spring von der Brücke, spreng das Haus, tu es jetzt“, und ein Kind springt, dann hat trotzdem niemand das Recht, mit dem Finger auf mich zu zeigen. Da müssen die Eltern schon bei sich die Verantwortung suchen. Ich verstehe Rap nicht als Anweisung, sondern als Aufklärung.“

In dem Stück „Without Me“ von der „Eminem Show“ (2002) behauptet der Künstler selbstbewusst: „It's been so empty without me“. Entspricht das nun der Tatsache oder handelt es sich um eine katastrophale Selbstüberschätzung? Eminem sagte einmal, er fühle sich manchmal, als wäre er „in der eigenen Jerry Springer Show“ zu Gast. Er trägt privateste Details aus seinem Leben in die breite Öffentlichkeit, sein ganzes Leben ist zur Show geworden. Darum hätte wohl auch kein anderer Titel als „The Eminem Show“ besser für sein 2002-er Album gepasst.

Der Film „8 Mile“

Im Januar 2003 setzte der Künstler seinen großen Erfolg auch auf der Kinoleinwand fort. In dem Film „8 Mile“ gab er sein Debüt als Schauspieler und erntete weltweit gute Kritiken. In „8 Mile“ spielt sich Eminem nahezu selbst: Ein weißer Rapper aus Detroit versucht sich in der von Schwarzen dominierten Rapszene zu etablieren und einen Ausweg aus seiner Perspektivlosigkeit zu finden. Tagsüber jobbt er in einer Autofabrik, abends liefert er sich in Musikclubs Rap-Wettkämpfe mit den schwarzen Musikern, um Anerkennung zu erringen. „8 Mile ist der Ort, an dem ich aufgewachsen bin. Das ist so etwas wie die Grenze Detroits. Man kann fast sagen, die „Farb-Grenze“, die die Innenstadt von den Vororten trennt und die Weißen von den Schwarzen. Genau dort wuchs ich auf, sozusagen auf beiden Seiten des Zauns, und davon handelt der Film hauptsächlich“.

Bereits am ersten Wochenende spielte der Film über 54 Millionen Dollar ein - „8 Mile“ ist der erfolgreichste Musikfilm aller Zeiten. Für den Titelsong „Lose Yourself“ wurde der Künstler 2003 mit dem Oscar ausgezeichnet.

Fakten zum Film:
Schauspieler: Eminem (Jimmy), Kim Basinger (seine Mom), Brittany Murphy (seine Freundin), Mekhi Phifer (sein bester Freund) u.a.
Director: Curtis Hanson
Drehbuch: Scott Silver, Jesse Wigutow
Produzenten: Curtis Hanson, Brian Grazer, Jimmy Iovine
Von: Universal Pictures
Weltpremiere: USA - 08.11.2002

Diskografie

  • 1996: „Infinite“
  • 1997: „Slim Shady EP“
  • 1999: „Slim Shady LP“
  • 2000: „The Marshall Mathers LP“
  • 2001: „The Devils Night“
  • 2002: „The Eminem Show“
  • 2003: „8 Mile Soundtrack“
  • 2004: „D 12 World“
  • 2004: „Encore“
  • 2005: „Curtain Call“
  • 2006: „Eminem Presents The Re-Up“
  • 2007: „Live From New York City“ (DVD)
  • 2009: „Relapse“
  • 2010: „Recovery“

Bibliografie:

  • Anthony Bozza: Eminem. Die Biographie. Whatever you say I am, München 2005
  • Eminem: Weiße Wut, Angry Blonde, St. Andrä-Wördern 2001
  • Rob McGibbon: Eminem. The Real Fucking Story, München 2003
  • Nick Hasted: The Dark Story on Eminem, London 2005
  • Debbie Nelson: Mein Sohn Marshall, mein Sohn Eminem, Berlin 2008
  • Chuck Weiner (Hrsg.): Eminem Talking, London 2005
  • Byron Williams: Shady Bizzness, Linke Touren. Ich war Eminems Bodyguard, St. Andrä-Wördern 2001

Institution(en):

  • Eminem
    c/o Shady Records
    270 Lafayette, Suite 805
    New York, NY 10012, USA
  • Eminem
    c/o Interscope Records
    10900 Wilshire Blvd, Suite 1230
    Los Angeles, CA 90024, USA
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