Epigenetik: Wie das Leben die Gene beeinflusst
An- und abgeschaltete Gene
Eine Leberzelle enthält mit der gleichen DNA die gleiche genetische Information wie etwa eine Gehirn- oder eine Muskelzelle. Doch die Zellen erfüllen sehr verschiedene Aufgaben. Lange Zeit erklärte man diese zellulären Unterschiede allein mit Steuerungs- und Regulationsprozessen innerhalb der Zellen, etwa bestimmten Steuerungsgenen. Doch die Hinweise mehren sich, dass auch Steuerungsprozesse von außerhalb der Zelle auf die Aktivität ihrer Gene einwirken. Solche regulierenden Einflüsse stecken nicht in den Buchstaben der DNA selbst, also nicht in den Genen, sondern liegen auf der DNA. Dabei handelt es sich um chemische Anhängsel, die entlang der DNA oder auf dem „Verpackungsmaterial“ der DNA verteilt sind. Sie wirken als Schalter, die Gene an- und ausknipsen. Solche Steuerungsfaktoren können sehr viel leichter durch äußere Einflüsse verändert werden als die Gene selbst.
Die größte Überraschung aber war die Erkenntnis, dass solche Steuerungssignale sogar von den Eltern an die Kinder weitergegeben werden können.









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