Erdgeschichte: Große Ära der Säuger beginnt mit der Erdneuzeit - Vor 66 bis 1,7 Mio. Jahren: Das Tertiär
Die zeitliche Gliederung
Die Bezeichnung Tertiär ist schon aus dem Jahr 1760 überliefert: Der Italiener Arduino bezeichnete die relativ lockeren Sedimente Norditaliens als »Montes tertiarii«, weil er sie damit als jünger charakterisieren wollte als die Ablagerungen des »Sekundärs«, also des Mesozoikums. 1846 führte der Deutsche Hanns B. Geinitz für die Eiszeit und die Nacheiszeit den Begriff Quartär ein und trennte diese Ära vom Tertiär ab. Die beiden ungleichen Perioden bilden zusammen die Erdneuzeit, die seit 1840 mit dem Begriff Känozoikum benannt wird. Der Franzose Charles Lyell nahm bereits 1833 eine Untergliederung des Tertiärs vor, wobei er von Prozentsätzen der heute noch lebenden Tierarten ausging. Er prägte die Begriffe Eozän, Miozän und Pliozän. 1854 schob der Deutsche Heinrich E. Beyrich nach Studien der norddeutschen Fossilfauna zwischen Eozän und Miozän noch das Oligozän ein. Zwanzig Jahre später, 1874, definierte sein Landsmann Wilhelm P. Schimper das Paläozän, das er als ältesten Teil vom Eozän abtrennte. Doch es gab auch Zusammenfassungen: 1853 zog Hoernes das Pliozän und das Miozän zum Neogen zusammen, und 1866 vereinte Naumann das Eozän mit dem Oligozän zum Paläogen. Diese Bemühungen um eine Untergliederung des Tertiärs in Abteilungen gingen Hand in Hand mit Vorschlägen für eine noch feinere Unterteilung der Stufen. Die definierten Stufen konnten lange nicht mit den Abteilungen zufrieden stellend in Einklang gebracht werden. Das ließ sich erst während der 70er Jahre des 20. Jahrhunderts anhand von Untersuchungen an planktonischen Foraminiferen und Coccolithineen bewerkstelligen, doch ist diese Feingliederung auch heute in manchen Punkten noch nicht international anerkannt. Derzeit bietet sich in etwa das folgende Datierungs-Schema an:
Paläozän (66-55 Mio.)
- Unteres Paläozän/Dano-Mont (66-60 Mio.)
- Oberes Paläozän/Thanét (60-55 Mio.)
Eozän (55-36 Mio.)
- Unteres Eozän/Ypres (55-50 Mio.)
- Mittleres Eozän/Lutet u. Barton (50-40 Mio.)
- Oberes Eozän//Priabon (40-36 Mio.)
Oligozän (36-24 Mio.)
- Unteres Oligozän/Lattorf (36-33 Mio.)
- Mittleres Oligozän/Rupel (33-30 Mio.)
- Oberes Oligozän/Chatt (30-24 Mio.)
Miozän (24-5 Mio.)
- Unteres Miozän / Aquitan u. Burgdigal (24-16,5 Mio.)
- Mittleres Miozän/Langh u. Serraval (16,5-10,5 Mio.)
- Oberes Miozän/Torton u. Messin (10,5-5 Mio.)
Pliozän (5-1,7 Mio.)
- Unteres Pliozän/Zancl (5-3,5 Mio.)
- Oberes Pliozän/Piacent (3,5-1,7 Mio.)
- Die zeitliche Gliederung
- Geographische Verhältnisse
- Klimatische Verhältnisse
- Tier- und Pflanzenwelt
Institution(en):
- Naturmuseum SenckenbergSenckenberganlage 25, 60325 Frankfurt am Main
- Naturhistorisches Museum Wien, Geologisch-Paläontologische AbteilungBurgring 7, A-1014 Wien, Österreich
- Institut für Geologie und PaläontologieInnrain 52, A-6020 Innsbruck, Österreich









0 Kommentare