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THEMEN

Eulen: einheimische Arten

Infolge ihrer nächtlichen Lebensweise bekommen wir unsere einheimischen Eulen nur sehr selten zu Gesicht. Wir vernehmen jedoch besonders in ländlicheren Gegenden ihre durchdringende Schreie in der Nacht. Das tiefe "huhuhu" des Käuzchens haben wir sicherlich alle schon einmal gehört. Da die Eulenrufe sich in der Dunkelheit recht unheimlich und beängstigend anhören, die Nachträuber sich außerdem mit nahezu geräuschlosem Flügelschlag durch die Luft bewegen, lösen sie gleichzeitig eine große Faszination wie auch Ängste aus. Die Eule versinnbildlicht sowohl das Gute als auch das Böse, sie gilt als Symbol der Weisheit, aber auch als Bote des Todes.

Charakteristika der Eulen

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Durch ihre Vorliebe für Kirchtürme, Ruinen und Scheunen als Nistplatz ist die Schleiereule eine der bekanntesten Eulen Deutschlands.

Weniger als 3 Prozent aller Vögel sind nachtaktiv und davon sind die Hälfte Eulen. Sie stellen das nächtliche Pendant zu den tagsüber aktiven Greifvögeln dar, insbesondere dem Habicht und dem Falken. Doch trotz einiger Ähnlichkeiten gibt es keine nähere Verwandtschaft mit den Greifvögeln. Der nächste europäische Verwandte der Eulen ist der Ziegenmelker, ein Vogel, der zu den so genannten Nachtschwalben gehört. Die Unterscheidung zwischen Eulen und Käuzen entspricht lediglich dem volkstümlichen Sprachgebrauch, es handelt sich nicht um eine systematische Gruppierung. Alle Eulenarten bauen keine eigenen Nester. Zur Brut und Jungenaufzucht beziehen sie meist verlassene Höhlen, in der Regel Spechthöhlen. Einige Eulenarten wie der Uhu, die Waldohreule und die Sumpfohreule brüten sogar stets auf offenen verlassenen Nestern oder auf dem schieren Waldboden, wo sie, wenn überhaupt, eine kleine Mulde graben.

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Der Ziegenmelker ist der nächste europäische Verwandte der Eulen.

An charakteristischen Körpermerkmalen, durch die die anmutigen Vögel bestens an ihre nächtliche Lebensweise angepasst sind, können wir Eulen sofort von anderen Vögeln unterscheiden. Ihr allgemein rundliches Erscheinungsbild entsteht durch ihren großen Kopf, dessen Nacken, der Übergang zum Körper, durch das dichte Gefieder verdeckt wird. Auch der nach unten gekrümmte Hakenschnabel ist größtenteils von Gesichtsfedern bedeckt. Die großen Augen sind von einem markanten, meist rundlichen Federkranz, dem "Schleier", umgeben. Der Kopf kann extrem gedreht werden, bis zu 270° (360° wäre einmal ganz herum bis in die Ausgangsposition!). Das ermöglicht den Vögeln trotz ihrer nahezu unbeweglichen Augen eine auch in Ruheposition größtmögliche Rundumsicht. Die nach vorne ausgerichteten Augen verleihen dem optischen Sinn eine gute Tiefenschärfe und gestatten den Jägern eine ausgezeichnete räumliche Wahrnehmung und Orientierung. Im Vergleich zu ihrem Kopf sind die Augen der Eulen extrem groß. Wenn wir Menschen im Verhältnis zu unserer Kopfgröße gleich große Augen hätten, wären diese so groß wie Grapefruits. Entgegen der weitläufig verbreiteten Volksmeinung können Eulen auch bei Tag ausgezeichnet sehen. Einige Arten gehen auch tagsüber auf Beutefang. Dazu gehören besonders die Schleiereule, der Sperlingskauz und auch manchmal der Steinkauz. Besonders fein ausgeprägt ist der Hörsinn der Eulen, insbesondere bei den auch tagsüber aktiven Schleiereulen. Große Bedeutung kommt hierbei dem Augenschleier hinsichtlich der Bündelung und Weiterleitung der Schallwellen zu. Dieses feine Hörsystem ermöglicht es den Vögeln, auch das leiseste Rascheln einer Maus zu orten. Die Geschlechter sind dem Augenschein nach kaum voneinander zu unterscheiden.

Eulen jagen ihre Beute meist in offenen Landschaften am Boden. Dazu sitzen sie in aller Regel in aufrechter Haltung auf ihren Warten, eine von Ausdauer und Aufmerksamkeit gekennzeichnete Lauerposition, in der die Vögel horchen und spähen. Dieses Verhalten wird auch als "Blocken" bezeichnet. Sobald ein verdächtiges Geräusch vernommen wird, dreht die Eule ihren Kopf in die entsprechende Richtung. In erster Linie mit Hilfe ihrer Schallorientierung pendelt sie präzise die Richtung aus, in der die Quelle des Geräusches liegt. Dann hebt sie lautlos ab, gleitet auf die Beute zu und schlägt das Opfer mit ihren kräftigen Fängen. Das Tier wird meist sofort getötet. Im Wald lebende Eulenarten sind mit kurzen und abgerundeten Flügeln ausgestattet. Sie jagen in aller Regel von niedrig gelegenen Warten aus. Bei Arten wie der Schleiereule, die überwiegend in offenen Landschaften leben, sind die Flügelspannweiten erheblich größer. Das ermöglicht den Tieren einen energiesparenden und deshalb länger andauernden Gleitflug flach über dem Boden. Während dieses Niedrigflugs machen sie ihre Beute aus.

Das Gefieder der Eulen ist durch eine samtige Oberseite bestens für ihren nahezu lautlosen Flug ausgestattet. Die erste Handschwinge ist mit einem gezähnten Federrand versehen, der die durch den Flügelschlag erzeugten Luftdruck- oder Schallwellen bricht. Wie Königinnen der Nacht schweben sie so unbemerkt auf Mäuse und andere Vögel nieder. Die scharfen gekrümmten Krallen, die an kräftigen Greiffüßen sitzen, stellen gefährliche Waffen dar. Sie sind hervorragend zum Ergreifen der Beute geeignet. Der vierte Zeh des Eulenfangs kann von dem Vogel nach vorn oder hinten bewegt werden. Diese für Vögel ungewöhnliche Zehe wird auch als Wendezehe bezeichnet. Die unverdaulichen Nahrungsreste wie Knochen, Haare und Federn würgen die Nachträuber als so genanntes Gewölle wieder aus. Tagsüber sitzen die verschiedenen Eulen häufig gut getarnt durch ihre braun schattierte Gefiederfärbung auf ruhigen Plätzen, eng an einen Baumstamm geschmiegt. Man kann sie dann am ehesten entdecken, wenn sie von tagaktiven Vögeln "angehasst" werden, die die ruhende Eule meist rein zufällig gesichtet haben. Zu mehreren versuchen dann die meist viel kleineren Vögel ihren Todfeind zu attackieren und unter lautem Gezeter zu vertreiben.

Die Biologen fassen die Eulen und Käuze zu einer eigenen Vogelgruppe (Strigiformes) zuammen. Weltweit kommen 145 Eulenarten vor. Bei uns sind acht Arten als so genannte Brutvögel heimisch: Schleiereule, Uhu, Waldohreule, Sumpfohreule, Waldkauz, Steinkauz, Raufusskauz und Sperlingskauz, die nachfolgend näher beschrieben werden sollen. Sechs Arten von ihnen stehen auf der roten Liste und sind vor allem wegen der akuten Bedrohung ihres Lebensraumes in ihrem Bestand gefährdet. Zu den stark in ihrem Bestand gefährdeten Arten zählen der Uhu, unsere größte Eule, und der Sperlingskauz, unsere kleinste, sowie der Steinkauz und die Sumpfohreule.

  1. Charakteristika der Eulen
  2. Waldkauz
  3. Steinkauz
  4. Raufußkauz
  5. Sperlingskauz
  6. Uhu
  7. Schleiereule
  8. Waldohreule
  9. Sumpfohreule

Bibliografie:

  • Michael Abs et al.: Handbuch der Vögel Mitteleuropas: Columbiformes - Piciformes. Band 9. Tauben, Kuckucke, Eulen, Ziegenmelker, Segler, Racken, Spechte, Aula Verlag, Wiebelsheim 1994
  • Theodor Mebs und Wolfgang Scherzinger: Die Eulen Europas. Biologie - Kennzeichen - Bestände, Franckh-Kosmos Verlag, Stuttgart 2000
  • Detlef Singer: Greifvögel und Eulen. Alle europäischen Arten, Franckh-Kosmos Verlag, Stuttgart 1992
  • Otto Uttendörfer: Die Ernährung der deutschen Raubvögel und Eulen und ihre Bedeutung in der heimischen Natur, Aula Verlag, Wiebelsheim 1997

Institution(en):

  • Landesverband Eulen-Schutz in Schleswig-Holstein e.V.
    Adolf-Rohde-Str. 46, D-25524 Itzehoe
    (04821)406240
    (04821)406220
    Claudia.Hamann@eulen.de
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