Eurovision Song Contest (ehemals Grand Prix Eurovision de la Chanson)
Allgemeines
Seine Hochzeit erlebte der Wettbewerb in den 1960er und 1970er Jahren; die Siegertitel und viele der auf den nachfolgenden Plätzen gelandeten Songs wurden zu internationalen Hits, etwa Udo Jürgens' "Merci Chérie", "Puppet on a string" von Sandie Shaw, "Boom bang a bang" von der Britin Lulu, Cliff Richards "Congratulations", das 1968 nur Platz 2 erreichte, aber den Siegertitel an Popularität letztlich überflügelte, und natürlich der Abba-Hit "Waterloo", der den Anstoß zur internationalen Karriere der Gruppe gab. Seitdem hat die Zugkraft der Grand-Prix-Siegertitel angesichts des schier unüberschaubar gewordenen Angebots an Pop-Musik deutlich nachgelassen, doch der schon mehrfach totgesagte Wettbewerb zieht, zumal der Teilnehmerkreis sich seit den Anfängen von 14 (zwischenzeitlich nur 10) auf mittlerweile 43 Länder (2011) erweitert hat, jedes Jahr mehrere hundert Millionen Zuschauer vor die Fernsehbildschirme.
Querelen gab es immer wieder über die Regeln und den Austragungsmodus des Grand Prix, die so oft verändert wurden, dass nur noch die eingefleischten Fans den Überblick behalten haben. Beim Finale am 29. Mai 1999 in Jerusalem war es beispielsweise erstmals erlaubt, Lieder vorzutragen, deren Text nicht in der Landessprache geschrieben war. 1999 wurden deshalb 12 der 23 Songs auf Englisch gesungen. Die Abstimmung über die Rangfolge der Titel wurde anfangs von einer Jury festgelegt. 2004 stimmten erstmals alle Länder per Telefon- oder SMS-Voting ab. Die Anrufe wurden in das herkömmliche Punktesystem umgesetzt, bei dem die Punkte folgendermaßen auf zehn Titel bzw. Länder verteilt wurden: 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 10 und 12 Punkte.
Seit 2004 nehmen weitaus mehr Länder als früher teil. Da eine dreistündige Abendshow für diese große Anzahl der Beiträge nicht ausgereicht hätte, wurde eine zusätzliche Qualifikations-Show eingeführt. In dieser Veranstaltung konnten sich die Pop-Nationen für die große Final-Show qualifizieren. Automatisch teilnahmeberechtigt waren anfangs die erfolgreichsten Länder des Vorjahres sowie die Nationen, die die meisten Beiträge an die Europäische Rundfunk-Vereinigung (EBU) bezahlt hatten.
Anfang Oktober 2007 haben sich die Teilnehmer dann wiederum auf neue Regeln geeinigt, um die Dominanz osteuropäischer Länder einzudämmen: Es gibt zwei Halbfinals statt einem, zudem wurde eine Jury einberufen. Für das Finale gesetzt sind nicht mehr die zehn Erstplatzierten des Vorjahres, sondern nur noch das Siegerland und wie bisher die größten Beitragszahler für den Wettbewerb (Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Spanien und seit 2011 auch Italien). "Das ist ein Versuch, das Finale ausgeglichener zu besetzen", so der für den Grand Prix verantwortliche Redakteur beim Norddeutschen Rundfunk (NDR), Manfred Witt. Seit 2004 ist die Telefonabstimmung für alle Länder verbindlich, 2010 und 2011 konnten die TV-Zuschauer bereits ab dem ersten Song für ihren Favoriten anrufen.









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