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Flaggen und Wappen der Welt: Russland

Die Flagge

Das sich seit dem 17. April 1992 offiziell Russische Föderation nennende Land hatte infolge der politischen Umwälzungen in der Sowjetunion, dessen wichtigste Unionsrepublik es war, am 11. Juni 1990 seine Souveränität erklärt. Mit dem politischen Ende der Sowjetunion am 26. Dezember 1991 trat es als dessen Nachfolger in der ganzen Welt auf. Über die Gründung des flächenmäßig größten Staats der Erde gibt die dem Mönch Nestor zugeschriebene älteste russische Chronik aus dem 12. Jahrhundert Auskunft. Danach hatten die Ostslawen die sie beherrschenden Waräger vertrieben, aber um 860 zurückgeholt, da sie erkannten, "dass sie sich selbst nicht regieren konnten". Danach kamen drei warägische Brüder mit der ganzen "Rus" (aus dem finnischen ruosti = Ruderer, ostslawische Bezeichnung für die Waräger), von denen sich Rurik in Nowgorod niederließ und nach dem Tod der Brüder die Alleinherrschaft ausübte. Nachdem zuerst Kiew das Gebiet beherrschte, ging die Macht im 14. Jahrhundert auf Moskau über, deren Fürsten dann zur europäischen Großmacht aufstiegen. Mit Iwan III., der 1472 die Tochter des letzten byzantinischen Kaisers heiratete, wurde das Großfürstentum Kaiserreich. Nach der Oktoberrevolution wurde am 7. November 1917 die Russische Sozialistische Föderative Sowjetrepublik ausgerufen, die zum Machtzentrum der am 30. Dezember 1922 gegründeten Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken (Sowjetunion) wurde.

Noch während des Putsches im August 1991 führte Russland wieder die traditionelle weiß-blau-rot waagerecht gestreifte Handelsflagge des Zarenreiches als Nationalflagge ein, ihre Proportionen sind 1 : 2. Als Iwan 1472 Sophia heiratete, übernahm er auch den byzantinischen Doppeladler als sein Wappen. Gemäß der damaligen Praxis wurde er in die Mitte eines weißen Tuches gelegt und galt so als Fahne des Russischen Reiches. Eine offizielle Beschreibung des Doppeladlers als russisches Zarenwappen liegt aber erst aus dem 17. Jahrhundert vor.

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Russland: Flagge

Die weiß-blau-rote Trikolore ist bekannt seit Zar Peter dem Großen (16821725). Er hatte in Holland Schiffbau studiert, in einer Zeit, in der die niederländische Trikolore Weltgeltung hatte. Deren Flaggenwesen führte er bei dem Aufbau einer eigenen Marine ein. Dabei kehrte er die Farbfolge der niederländischen Flagge einfach um, so dass Blau oben war. Aber schon bald wurde aus unbekannten Gründen Blau und Weiß gegeneinander vertauscht, wodurch die unheraldische Farbfolge Weiß-Blau-Rot entstand. Über die Farben hieß es später "Weiß für den Zaren, Blau für den Adel und Rot für das Volk". In den ersten Jahren lag noch ein blaues Andreaskreuz über den Streifen. Neben dieser Handelsflagge, die von 19141917 auch Nationalflagge war, führte Russland zwischen 1858 und 1914 eine schwarz-gelb-weiß gestreifte Nationalflagge. Sie verband die Farben der Romanows mit dem Weiß der "legitimen Könige".

Im Juli 1918 führte die RSFSR als Nationalflagge die rote Fahne der Kommunisten mit dem vollausgeschriebenen goldenen Staatsnamen. Sie wurde bald gegen eine ausgetauscht, in der nur noch die Initiale des Staatsnamen erschienen. Diese Flagge wurde von der 1922 gebildeten Sowjetunion übernommen, die zuerst ebenfalls nur die Staatsinitiale zeigte. Doch schon bald tauchte die Flagge mit Stern, Hammer und Sichel auf, die mit Ratifizierung der Verfassung am 31. Januar 1924 Staatsflagge wurde. Dabei symbolisierte das Emblem die Union der Arbeiter und Bauern in einem souveränen Staat unter Führung der Kommunistischen Partei, während der Stern die internationale Solidarität der Arbeiter auf den fünf Kontinenten versinnbildlichte. Am 25. Dezember 1991 wurde diese Flagge am Kreml niedergeholt. Von der Staatsflagge der UdSSR leitete sich auch die letzte Staatsflagge der RSFSR ab, die diese am 9. Januar 1954 angenommen hatte. Es war die Flagge der Sowjetunion mit einem blauen vertikalen Streifen entlang der Mastseite.

  1. Die Flagge
  2. Das Wappen

Bibliografie:

  • Flaggen und Wappen der Welt. Gütersloh 1992
  • Dirk Wagner, Merian-Kompass: Alle Flaggen der Welt. Hamburg 2002
  • Alfred Znamierowski, Flaggen-Enzyklopädie. Bielefeld 2001
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