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THEMEN

Franz Lehár

Historischer Hintergrund

Nach der Regentschaft des Triumvirats der "Goldenen Operetten-Ära" durch Franz von Suppé, Johann Strauß Sohn und Karl Millöcker sollte mit Franz Lehár ein neues Kapitel in der Wiener Operettengeschichte beginnen, das sich vor einem vollkommen anderen historischen Kontext abspielt.

Die Blütezeit der k.u.k. Donaumonarchie ist vorbei, und mit den wachsenden Unabhängigkeits- sowie panslawistischen Bewegungen beginnt das Vielvölkerreich zu zerfallen. Einen Glanzpunkt im gesellschaftlichen Leben stellt noch einmal die Weltausstellung im Jahr 1873 dar, aber bereits wenige Monate später hinterlassen der Börsenkrach und eine Choleraepidemie tiefe Spuren im Leben der wienerischen Bevölkerung.

Gleichzeitig sind die Jahre um die Jahrhundertwende aber auch eine Zeit kultureller Blüte, in der vielfältige künstlerische Richtungen nebeneinander existieren. So sind auf der einen Seite Künstler wie der Architekt Adolf Loos, der Schriftsteller Karl Kraus, der Maler Oskar Kokoschka oder der Komponist Arnold Schönberg auf der Suche nach neuen Formen der Kunst, in der klare Linien an die Stelle ornamentalen Ausdrucks gesetzt werden, während auf der anderen Seite in einer Art trotzigem "und-dennoch" das Leben mit allen Sinnen genossen und Vergessen von den Sorgen und Geschehnissen des Alltags in der "leichten Muse" gesucht wird. Diesem Bedürfnis trägt Franz Lehár in seinen Bühnenwerken Rechnung und schafft dadurch Kompositionen, die Unterhaltung auf höchstem Niveau bedeuten. Seine Operetten haben seither den Lauf der Zeit überdauert, weil sie trotz aller historischen Entstehungsgebundenheit unabhängige und künstlerisch eigenständige Kompositionen sind.

  1. Historischer Hintergrund
  2. Biografie
  3. Lehár als Verleger
  4. Hauptwerke
  5. Sonstige musikalische Werke
  6. Gedenkstätten

Bibliografie:

  • Franz Endler: Immer nur lächeln... Franz Léhar, sein Leben, sein Werk, München 1998
  • Stefan Frey: Was sagt ihr zu diesem Erfolg? Franz Léhar und die Unterhaltungsmusik des 20. Jahrhunderts, Frankfirt 1999
  • Bernard Grun: Gold und Silber. Franz Lehár und seine Welt, München 1970

Institution(en):

  • Lehár-Villa
    Lehár-Kai
    A-4820 Bad Ischl
    Österreich
  • Schikaneder-Lehár-Schlössel
    Hackhofergasse 19
    A-1190 Wien
    Österreich
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