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THEMEN

Franz Liszt

Franz Liszt war ein musikalisches Universalgenie - gleichermaßen begabt als Komponist, Interpret und Pädagoge, ein Leonard Bernstein des 19. Jahrhunderts. Sein künstlerisches Schaffen richtete sich auf die Musik im umfassenden Sinne, überschritt dabei die Grenzen nicht nur innerhalb der verschiedenen Musikgattungen, -richtungen und -stile sondern auch zwischen den Künsten. Musik war ihm ein inneres Anliegen und seine Liebe zu dieser Kunst sowie sein Verständnis für dieselbe prägten sein Wirken als darstellender und schaffender Künstler ebenso wie seine pädagogische Arbeit und darüber hinaus sein ganzes Leben.

Zeit und Welt

Franz Liszt war zeit seines Lebens ein Pendler zwischen den Welten, ein echter Europäer, der in Budapest ebenso zu Hause war wie in Wien, Paris oder London und ein Künstler, der es verstand, in seinem musikalischen Werk all diese verschiedenen Einflüsse zu verschmelzen. Basierend auf dem kultur- und vor allem musikgeschichtlichen Erbe der Wiener Klassik sollte vor allem Paris sowohl in politischer als auch kultureller Hinsicht wichtige Spuren in der Persönlichkeitsentwicklung Franz Liszts hinterlassen. Hier sind die Ereignisse der Februarrevolution ebenso prägend wie die lebendige geistige Atmosphäre, die einen bunten Reigen von Schriftstellern, Malern, Musikern und Gelehrten vereint.

Es ist die Zeit des Bildungsbürgertums und was früher der Adelige für den Künstler gewesen war, diese Rolle übernahm nun unter anderen Vorzeichen der Bürger. Er ist die treibende und erstmals auch honorierende Kraft aller Künste, sodass in diesem Umfeld erstmals auch ein Verlagswesen im heutigen Sinne mit Urheberrecht und entsprechender Vergütung für den Künstler entstehen kann. So schreiben Komponisten ihre Werke nicht länger für einen adeligen, sondern für einen bürgerlichen Auftraggeber, der dafür in barer Münze bezahlt. Damit hat sich die Welt für den ausübenden bzw. kreativ schaffenden Musiker grundlegend geändert, und insbesondere an die Solisten werden immer höhere Anforderungen hinsichtlich der Individualität gestellt - schließlich muss sich der Künstler von seiner Konkurrenz unterscheiden, um sich und seine Kunst verkaufen zu können. Dies führt zur Ausbildung des Virtuosentums, das Geiger wie Niccolò Paganini oder Pianisten wie Franz Liszt hervorbringt, die zu gefeierten Stars der Musikszene aufsteigen und Begeisterungsstürme entfachen wie in heutiger Zeit die Popstars.

  1. Zeit und Welt
  2. Biografie oder Das Phänomen Franz Liszt
  3. Der Pianist Franz Liszt oder Die fragwürdige Stellung des Virtuosentums
  4. Liszt und Wagner
  5. Liszt und die Neudeutsche Schule
  6. Werke

Bibliografie:

  • Detlef Altenburg, (Hgg.): Franz Liszt, die Altenburg und Europa, Weimar 2003
  • Wolfgang Dömling: Franz Liszt und seine Zeit, Laaber-Verlag, Laaber 1998
  • Adalbert Engel: Franz Liszt. Der virtuose Klang der Menschlichkeit, C. Katz Verlag, Gernsbach 1989
  • Everett Helm: Franz Liszt (rororo monographien 50185), Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek 2004
  • Manfred Wagner: Franz Liszt. Sein Werk - sein Leben, Verlag Holzhausen, Wien 2000

Institution(en):

  • Franz-Liszt-Museum Bayreuth
    Wahnfriedstraße 9
    95444 Bayreuth
    0921/5 16 64 88
    0921/7 57 28 22
    info@wagnermuseum.de
  • Franz-Liszt-Forschungsstelle, Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar
    Jenaer Str. 3
    99425 Weimar
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