Fuchs
Rotfüchse haben heute nach dem Menschen das größte Verbreitungsgebiet aller Landsäugetiere. Neben Europa, Arabien, Nordafrika, Nord- und Zentralasien und ganz Nordamerika haben die Füchse nach der Einfuhr durch den Menschen auch Australien erobert und dort zum Aussterben etlicher einheimischer Säugetiere beigetragen. Diese große Verbreitung verdanken sie ihrer Anpassungsfähigkeit, die es ihnen ermöglicht, neben Wäldern auch neue Lebensräume in unmittelbarer Nähe zum Menschen wie städtische Parks und Müllhalden zu besiedeln und sich von so ziemlich allem zu ernähren, was sie vorfinden.
Ein allesfressender Kosmopolit

Der Rotfuchs (Vulpes vulpes) aus der Familie der Hundeartigen gehört zusammen mit acht weiteren Arten zur Gattung der Echten Füchse. Er ist je nach Umwelt tag- oder nachtaktiv und bevorzugt Wälder, kommt aber in der Tundra ebenso zurecht wie im Gebirge, wo man ihn noch in Höhen von 2500 m findet.

Als Allesfresser sammelt er Heuschrecken, Käfer, Maden, Raupen, Vogeleier, Aas und Abfälle. Auf Wiesen lauscht er nach dem Kratzen der Regenwurmborsten auf dem Gras und zieht die Würmer ganz vorsichtig lang, wenn sie sich in ihren Löchern festhalten. Auf Äckern macht er Jagd auf Kaninchen, junge Hasen und Vögel. Man hat schon 48 Wühlmäuse in einem einzigen Fuchsmagen gefunden. In flachen Gewässern fängt er darüber hinaus Fische und Frösche. Manchmal ernährt sich der Nahrungsopportunist sogar bis zu 90% von Früchten wie Hagebutten, Äpfeln, Weintrauben und Pflaumen. Brombeeren zupft er ganz vorsichtig von den Ranken und in der Blaubeerzeit färbt sich seine Losung regelrecht schwarz.
Seine wenigen natürlichen Feinde - Adler, Uhu, Luchs und Wolf - sind durch menschliche Verfolgung so selten geworden, dass sich der Rotfuchs stark vermehren konnte und nun der letzte natürliche Regulator unserer heimischen Wildpopulationen ist. Durch die Ausmerzung kranker und schwacher Frischlinge und Rehkitze sowie durch seinen unersättlichen Appetit auf Ackerschädlinge macht er sich so nützlich, dass man ihm gelegentliche Geflügeldiebstähle nachsehen sollte. Erwachsene Gänse sind ihm übrigens - dem deutschen Liedgut zum Trotz - meist zu groß.
Im Allgemeinen entzieht sich der scheue Jäger seinen Feinden rechtzeitig durch Flucht und beobachtet mit seinen feinen, vorzüglich an das Leben im Dunkel der Wälder angepassten Sinnen seine Umgebung. Mit seinen in fast alle Richtungen drehbaren Ohren kann er nahezu jedes Geräusch orten. Sein Geruchssinn ist über 400-mal besser als der des Menschen und seine Augen ähneln denen von Katzen.
- Ein allesfressender Kosmopolit
- Fortpflanzung und Lebensweise
- Der Fuchs und die Tollwut
- Der Fuchs in der Mythologie
Bibliografie:
- Sandra Gloor: Stadtfüchse: Ein Wildtier erobert den Siedlungsraum, Haupt Verlag 2006
- Thomas Riepe: Füchse - Unsere heimlichen Nachbarn, Gelnhausen 2006
- Günther Schumann: Wilde Füchse - ganz vertraut, Neumann-Neudamm 2006
- Kinderbuch: Christian Havard: Der Fuchs, Esslingen 2008









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