Georgien (Sak’art’velo)
Von Kolchis zum Emirat Tiflis (bis 862)
In der Region zwischen dem Großen und Kleinen Kaukasus und im westlich angrenzenden Tiefland an der Schwarzmeerküste sind menschliche Siedlungen seit der Steinzeit nachgewiesen. Nach der Periode hethitischer und churritischer Herrschaft über das transkaukasische Gebiet, wurde im 8. Jh. v. Chr. in assyrischen Quellen und in den Annalen des Reiches von Urartu erstmals ein Königreich Kulha, im Westen des heutigen Georgien, erwähnt, das die Griechen Kolchis nannten. Bodenschätze und fruchtbare Böden ließen die Region früh zueinem Land sagenhaften Reichtums werden - die griechische Überlieferung berichtet von den Argonauten, die nach Kolchis segeln, um das "Goldene Vlies" zu erkämpfen. Der Osten, von Griechen und Römern Iberia genannt, erlangte um 300 eine Einheit unter König Parnawas, der iranischer Abstammung gewesen sein soll. Von der georgischen Bezeichnung kartli für dieses Gebiet leitet sich der heutige Staatsnamen (Land der Kartlier) ab, der Name Georgien stammt vermutlich vom griechischen georgos (Ackerbauer), auch wenn er seit den Kreuzzügen mit dem Hl. Georg assoziiert wird.
Auf die medische und persische Oberhoheit in Transkaukasien folgten regionale Herrscher, die gegen die Großmächte der Zeit eine gewisse Autonomie erlangten. Zu Beginn des 1. Jhs. teilte sich der armenische König Tigranes der Große (94 bis 56), der die Fürsten von Iberia unterworfen hatte, Georgien mit dem pontischen Herrscher Mithridates VI. (120-63), der 115 in Kolchis eingedrungen war - bis die Siege römischer Heere unter Lucullus und vor allem der kaukasische Feldzug des Gnaeus Pompeius (64 v. Chr.) Transkaukasien unter römische Herrschaft brachten.
Obwohl der Osten Georgiens unter wechselnden lokalen Machtkonstellationen persisches Einflussgebiet blieb, wurde 337 n. Chr. zuerst in Iberia das Christentum zur Staatsreligion erklärt. Nach der Überlieferung war es eine Gefangene christlichen Glaubens, die Hl. Nino, die das Missionswerk ausführte. Die dort zu diesem Zeitpunkt herrschende Dynastie der Mihraniden war von den Sassaniden eingesetzt worden, die (ab 224) ein neupersisches Reich gegründet hatten. Zwar lösten sie um 580 das iberische Königtum auf, aber im Südwesten Kartliens konnte, mit Unterstützung durch Byzanz, der Mihranide Guaram eine georgische Souveränität bewahren, die im 5. Jh. durch Wachtang I. ("Wolfskopf") gefestigt wurde. Um 650 erreichten arabische Eroberer den Kaukasus: Tiflis fiel 654, und Georgien wurde ein Emirat des Kalifats, das, trotz drückender Steuerlast und Strafexpeditionen gegen die Aufstände in der Region, den lokalen Herrschern relative Freiheit gewährte.
- Von Kolchis zum Emirat Tiflis (bis 862)
- Die Bagratiden (862-1443)
- Einheitsstreben und Annexion (1443-1905)
- Gescheiterte Unabhängigkeit (1905-1989)
- Unruhen und neue Staatlichkeit
- Die Entwicklung seit den 1990er Jahren









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