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THEMEN

Germanisches Königtum

Salbung

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Pippin der Kleine (um 715-768)

Unter ehrfürchtigem Schweigen der Menge wurde im Jahr 751 (oder 752) in der Kirche von Soissons der erste Karolinger-König der Franken, Pippin der Kleine (751-768) vom Bischof Bonifatius, dem "Apostel der Deutschen", mit heiligem Öl gesalbt. Es ist das einzige sicher bezeugte Ereignis aus der Kindheit Karls des Großen. Der Knabe, der wenige Jahre später, am 9. Oktober 768, selbst zum König gewählt wurde, vergaß den Anblick nie: die blitzende Mitra, das kostbare Ornat des Kirchenherrn, die pelzbesetzten Mäntel der fränkischen Adligen, ihre langen Schwerter mit edelsteinbesetzten Griffen und die goldenen Fibeln, welche die Mäntel an der Schulter zusammenhielten. Dieselben Herren, die schon seinen Vater Pippin den Großen in seiner Herrschaft bestätigt hatten, hoben auch ihn unter jubelndem Zuruf nach germanischer Sitte auf den Schild, und auch diesmal wurde er vom Bischof gesalbt: Mit dieser Salbung wurde der König der Franken in die Nachfolge Israels gestellt, denn so hatte einst Samuel den David zum König von Israel gesalbt.

Der Gedanke war nicht neu: Schon im Jahre 638 war ein germanischer König, der Herrscher der Westgoten Rekkared I., zum König gesalbt worden. Der Erzbischof von Toledo hatte die Salbung durchgeführt - denkbar, dass die Salbung König Pippins nur eine Reaktion, eine durchaus politisch gemeinte Geste gewesen ist.

Nicht bei allen germanischen Stämmen hat es ursprünglich Könige gegeben. Von den ostgermanischen Stämmen, den Burgundern, Wandalen, Rugiern und Gepiden heißt es, sie hätten Könige besessen; in den Quellen wird ausdrücklich erwähnt, diese stammten "ex nobilitate", also aus dem Geblütsadel. Dazu passt die Herkunft des Wortes König, das althochdeutsch "kuning" und gotisch "kuni" heißt, verwandt mit dem lateinischen Wortstamm "genus", das Geschlecht, Abkunft usw. bedeutet.

  1. Salbung
  2. Funktion des Königtums
  3. Voraussetzungen: Herkunft und Wahl
  4. Insignien

Bibliografie:

  • Artikel König und Königtum, In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde, hrsg. von Heinrich Beck u. a., Bd. 17, 2001
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