Giacomo Puccini
Leben und Werk

Giacomo Antonio Domenico Michele Secondo Maria Puccini wird am 22. Dezember 1858 in Lucca geboren. Er ist das fünfte von insgesamt sieben Kindern des Organisten, Musiklehrers und Komponisten Michele Puccini und seiner Frau Albina Magi, ebenfalles Musikerin. Musik hat in der Familie Puccini nicht nur durch Giacomos Vater Tradition, sondern reicht bereits mehrere Generationen bis zum Ururgroßvater gleichen Namens zurück. Nach einem Studium in Bologna bekleidet dieser das Amt des Organisten und Chordirigenten an der Kathedrale von San Martino in Lucca und schreibt daneben auch eine Vielzahl v.a. kirchenmusikalischer Werke. Sowohl sein Sohn Antonio Benedetto Maria Puccini als auch sein Enkel Domenico Vincenzo treten musikalisch in seine Fußstapfen und folgen ihm im Amt des Kirchenmusikers an San Martino nach. Domenico versucht sich erstmals auch in der Komposition von Opern. Diese Linie und gleichzeitig die Familientradition setzt Giacomos Vater Michele fort, und der Sohn sollte dieses Erbe nicht nur äußerlich in seinen vielen Vornamen, sondern v.a. innerlich in der Musik, die er in seinem späteren Leben komponieren sollte, in einer Person vereinen.
Kindheit
Als Giacomo fünf Jahre alt ist, stirbt sein Vater. Die musikalische Ausbildung geschieht fortan durch seine Mutter sowie seinen Onkel Fortunato Magi, einst Schüler von Michele Puccini und nun dessen interimistischer Nachfolger bis zu dem Zeitpunkt, wo Giacomo den Posten übernehmen und die Familientradition fortsetzen kann. Als der Unterricht nicht den gewünschten Erfolg zeigt, engagiert Albina Carlo Angeloni, ebenfalles ehemaliger Schüler ihres Mannes, als neuen Lehrer. Ab 1868 wirkt Giacomo als Chorknabe in der Kathedrale von San Martino und in San Michele bei Gottesdiensten mit, und vier Jahre später übernimmt er schließlich nicht nur die Organistenstellen seines Vaters an beiden Kirchen, sondern auch an verschiedenen anderen Orten in der Umgebung von Lucca. Bereits während dieser Jahre entstehen erste Kompositionen, v.a. für Orgel.
"Berufung"
Seit 1874 studiert Giacomo gleichzeitig am Istituto musicale Pacini, dem Konservatorium von Lucca, Komposition bei seinem bisherigen Lehrer Angeloni. Durch ihn auf Guiseppe Verdi und dessen Opernschaffen aufmerksam gemacht, besucht Puccini im Frühjahr 1876 eine Aufführung seiner Oper "Aida", die den jungen Musiker nachhaltig beeindruckt: "Es war, als ob sich mir die musikalische Pforte eröffnet hätte." Verdi ist von nun an sein musikalisches Vorbild, und er fühlt, dass in der Komposition von Opern seine eigentliche Berufung liegt. Bevor er diesen Wunsch jedoch in die Tat umsetzen kann, sollten weitere vier Jahre vergehen. Erst ein Stipendium der Königin Margherita, das begabten, aber finanziell minder bemittelten Musikern gewährt wird, ermöglicht ihm ein Studium am Mailänder Konservatorium. Zum Abschluss seiner Zeit am Istituto musicale in Lucca komponiert Puccini ein heute unter dem Titel "Messa di Gloria" bekanntes Werk, das einen ersten Höhepunkt in seinem Jugendschaffen bedeutet, gleichwohl jedoch in der musikalischen Sprache weniger kirchlich als bereits auf den späteren Opernkomponisten hinweisend.
Studienzeit
Nach Bestehen der Aufnahmeprüfung im November 1880 studiert Giacomo in den nächsten drei Jahren bei dem bekannten Geiger und Komponisten Antonio Bazzini (ab 1882 auch Direktor des Konservatoriums) und Amilcare Ponchielli, bis heute als Komponist der Oper "La Gioconda" in Erinnerung geblieben. Nicht immer zeigt Giacomo die gewünschte Ernsthaftigkeit bei seinen Studien - neben Komposition erhält er Unterricht in Musikgeschichte, Dirigieren und Klavier -, aber 1883 kann er seine Studienzeit dennoch mit Erfolg abschließen. Mit dem "Capriccio sinfonico" gelingt ihm nicht nur ein Orchesterwerk, das die Prüfungskommission von seinen Leistungen überzeugt, sondern auch nach einer Aufführung durch das Schülerorchester unter der Leitung des renommierten Dirigenten Franco Faccio die Presse zu anerkennenden Worten bewegt. Die musikalische Sprache dieses Werkes lässt mit ihrem Melodienreichtum und der Instrumentationskunst bereits den zukünftigen Opernkomponisten erahnen.
Die erste Oper
"... und Gott berührte mich mit dem kleinen Finger und sprach: schreibe für das Theater! Merke dir: nur für das Theater..." - An diesem "göttlichen Auftrag" hat Puccini sein Leben lang festgehalten. Und so macht er sich auch gleich nach Abschluss seiner Studien an die Komposition seiner ersten Oper "Le Villi" auf einen Text von Ferdinando Fontana, mit der er sich an einem von dem Verleger Edoardo Sonzogno ausgeschriebenen Wettbewerb beteiligt. Obwohl Puccini mit diesem Werk keinen Preis gewinnt, entscheidet die Oper dennoch über seine weitere Zukunft. Durch Fürsprache von Ponchielli und Arrigo Boito, einem vielgeschätzten Opernkomponisten, kann die zweite Verlegerpersönlichkeit dieser Tage, Tito Ricordi, für die Oper interessiert werden, und am 31. Mai 1884 kommt es im Mailänder Teatro dal Verme zur sowohl vom Publikum als auch von der Presse umjubelten Uraufführung. Aus dieser ersten Zusammenarbeit mit Ricordi sollte sich von da an eine lebenslange Bindung an das Verlagshaus entwickeln.
Private Veränderungen
Nur wenige Wochen nach diesem ersten großen Erfolg als Opernkomponist stirbt am 17. Juli Giacomo Puccinis Mutter Albina. Zwischen Mutter und Sohn hatte eine besonders starke Bindung bestanden, und ihr Tod hinterlässt in Puccinis Leben für den Rest seines Lebens eine schmerzliche Lücke.
Zu dieser Zeit lernt der Komponist Elvira Gemignani kennen, die als Gesangsschülerin zu ihm kommt. Zwischen Puccini und der verheirateten Frau und Mutter von zwei Kindern entbrennt eine leidenschaftliche Affäre, in deren Folge Elvira mit ihrer Tochter den Ehemann verlässt, um zu Puccini zu ziehen. (Erst 1904 sollte die Verbindung nach dem Tod des ein Jahr vorher verstorbenen Ehemannes legalisiert werden.) Die negativen Auswirkungen dieser Verbindung sind sowohl gesellschaftlicher als auch finanzieller Art. Vor diesem Hintergrund entsteht Puccinis zweite Oper "Edgar", die sich jedoch nicht durchsetzen kann, was die finanzielle Misere der inzwischen vierköpfigen Familie - am 23. Dezember 1886 war Puccinis Sohn Antonio geboren worden - noch verschärft. In dieser Lage ist die berufliche und persönliche Unterstützung durch Giulio Ricordi, der den Verlag 1888 von seinem Vater übernimmt, eine unschätzbare Hilfe.
Musikalischer Durchbruch
Gegen den Rat seines Verlegers entscheidet sich Puccini in seinem nächsten Projekt für eine Vertonung von Abbé Prévosts Roman "Histoire du Chevalier des Grieux et de Manon Lescaut", zu dem nur einige Jahre vorher die Oper "Manon" von dem französischen Komponisten Jules Massenet geschrieben und 1884 mit großem Erfolg an der Pariser Oper uraufgeführt worden war. Aber Puccini ist so fasziniert von dem Stoff, dass er sich nicht umstimmen lässt, und mit der Premiere am 1. Februar 1893 im Teatro Regio Turin gelingt Giacomo Puccini auch ein internationaler Erfolg. Noch im selben Jahr wird das Werk in Buenos Aires, Rio de Janeiro, St. Petersburg, Madrid und Hamburg und ein Jahr später am Royal Opera House Covent Garden in London aufgeführt.
Torre del Lago
Seit Giacomo Puccini 1884 zum ersten Mal in diesem weltabgeschiedenen Fischerdorf am Lago Massaciuccoli unweit von Pisa geweilt hatte, zog ihn dieser Ort magisch an. Und so entschließt er sich im Jahr 1891, dort seinen regelmäßigen Wohnsitz zu nehmen. In der direkt am See gelegenen Villa, seinem "Paradies, Garten Eden, geistige(m) Springbrunnen, Königsschloss", entstehen in den nächsten Jahren alle seine großen Opern.

Dort genießt der Bonvivant Puccini tagsüber alle Facetten des Lebens: gemeinsam mit Männern aus der einfachen Landbevölkerung raucht und trinkt er oder spielt Karten. Er liebt Boots- und später Autofahrten und ist ein leidenschaftlicher Jäger und Angler. Seine Kompositionen entstehen vorzugsweise nachts nach 22 Uhr.
La Bohème
In Torre del Lago entsteht zwischen 1892 und 1895 die Oper "La Bohème" nach einem autobiografischen Roman "Scènes de la vie de la bohème" aus dem Jahr 1847 von Henry Murger. Für dieses Werk arbeiten erstmals die vom Verleger Ricordi als "heilige Trinitas" bezeichneten drei Künstler zusammen: neben dem Komponisten die Librettisten Giuseppe Giacosa (1847-1906) und Luigi Illica (1857-1919), die sich gegenseitig auf ideale Weise ergänzen. Illica ist der Dichter mit Gespür für Bühnenwirksamkeit und dramatische Zusammenhänge, Giacosa leistet dagegen die Feinarbeit in der dichterischen Ausarbeitung der Texte.
Als die Oper am 1. Februar 1896 in Turin wiederum am Teatro Regio unter der Leitung von Arturo Toscanini uraufgeführt wird, wird ihr jedoch nicht dieselbe Anerkennung wie drei Jahre vorher "Manon Lescaut" zuteil. Mit dazu beigetragen haben mag die als Ironie des Schicksals erscheinende Tatsache sein, dass der weitaus bekanntere Opernkomponist Ruggiero Leoncavallo zu dieser Zeit ebenfalls an einem Werk gleichen Titels arbeitete. Für Puccini, der bis zur physischen und psychischen Erschöpfung an seiner Oper gearbeitet hatte, bedeutet die Reaktion v.a. seitens der Presse eine schwere Niederlage: "Ich, der ich in die 'Bohème' meine ganze Seele versenkt habe und sie unendlich liebte und die Gestalten auch jetzt noch mit einer unsäglichen Rührung liebe, ich kehrte tief betrübt ins Hotel zurück. Ich fühlte in mir eine Traurigkeit, eine Schwermut, einen Willen zum Weinen... Ich verbrachte eine böse Nacht. Und am Morgen grüßte mich der Hass der Zeitungen." Doch drei Monate später sollte die Oper in Palermo vom Publikum frenetisch gefeiert werden und damit Giacomo Puccinis Platz in den Opernhäusern der Welt endgültig bestätigen.
Tosca
Puccinis nächste Oper wird von etlichen "Geburtswehen" begleitet. Zunächst sollte es mehrere Jahre dauern, bis der Komponist sich ernsthaft für den Stoff nach dem gleichnamigen Roman von Victorien Sardou zu interessieren beginnt. Als die Entscheidung endlich gefallen ist, gibt es Schwierigkeiten mit den Librettisten und sowohl finanzielle als auch künstlerische Divergenzen mit dem Dichter Sardou. Und in letzter Minute, als die Oper bereits vollendet ist, kommen von Seiten des Verlegers Ricordi Verbesserungsvorschläge für den dritten Akt, die Puccini jedoch kompromisslos ablehnt. Die Uraufführung am 14. Januar 1900 im Teatro Costanzi in Rom schließlich gerät in den Strudel politischer Unruhen, wird gleichzeitig vom Publikum gefeiert und wiederum von der Kritik zumeist verrissen. Auch dieses Werk sollte sich erst in den folgenden Jahren und Jahrzehnten endgültig durchsetzen und ihren Platz in der Opernwelt erkämpfen.
Madame Butterfly
Während Giacomo Puccini für die englische Premiere seiner Oper "Tosca" am Royal Opera Covent Garden am 12. Juli 1900 in London weilt, erlebt er am Duke of York's Theatre eine Aufführung von David Belascos Drama "Madam Butterfly". Nachdem der Verlag Ricordi im April 1901 die Rechte für eine Vertonung des Stücks erworben hat, macht sich Puccini mit seinem Librettisten-Duo an die Arbeit. Das nach einer Novelle von John Luther Long entstandene Drama soll auf einer wahren Begebenheit beruhen, und Puccini reizt an dem Sujet vor allem das japanische Lokalkolorit. Zu diesem Zweck befasst er sich mit Hilfe der japanischen Schauspielerin Sada Jacco und der Ehefrau des japanischen Botschafters in Italien in den ersten Monaten der Komposition intensiv mit japanischer Musik und Lebensart.

Einen drastischen Einschnitt während der Komposition des neuen Werkes bedeutet ein schwerer Autounfall am 25. Februar 1903, der die Arbeiten um sechs Monate verzögert. Die Uraufführung der Oper am 17. Februar 1904 an der Mailänder Scala gerät zu einem einzigen Fiasko. Die ganze Vorstellung wird - vermutlich veranlasst von Puccinis Rivalen - durch verbale Äußerungen gestört und boykottiert, und am Ende des Abends herrscht nur eisiges Schweigen. Puccini ist "völlig niedergeschlagen von all dem, was passiert ist, nicht sosehr davon, was man meiner armen 'Butterfly' angetan hat, als vielmehr von dem Gift, mit dem man mich als Künstler und Mensch bespien hat." Trotzdem ist sein Vertrauen in seine musikalische Schöpfung ungebrochen: "Madama Butterfly wird bleiben, was sie ist: die seelenvollste, ausdrucksreichste Oper, die ich je geschrieben habe. Und zuletzt werde ich siegen!" Damit sollte er in nicht allzu ferner Zukunft Recht behalten, denn in der zweiten Aufführung am 28. Mai 1904 im Teatro Grande in Brescia wird dem Werk die ihm gebührende Anerkennung zuteil. Allerdings untersagt Puccini zu seinen Lebzeiten jede weitere Aufführung des Werkes an der Mailänder Scala.
"Via crucis"
Mit diesen Worten, also als Kreuzweg, hat der Komponist selbst seine letzten zwanzig Lebensjahre beschrieben. Die Ursache dazu liegt sowohl in persönlichen Veranlagungen und Wesensmerkmalen als auch in äußeren Ereignissen begründet. Immer öfter trägt Puccini "einen großen Sack Melancholie" mit sich herum. Am 27. Januar 1901 stirbt Giuseppe Verdi, dem er in seinem 1905 komponierten "Requiem" ein ehrendes Andenken setzt. 1906 stirbt Giuseppe Giacosa, einer seiner beiden Librettisten und sechs Jahre später sein künstlerischer Patron Giulio Ricordi.
Weit reichende Auswirkungen auf seine seelische Konstitution hat auch eine private Affäre in den Jahren 1908/09. Von Elvira Puccini einer intimen Beziehung zu ihrem Ehemann bezichtigt, nimmt sich die Hausangestellte Doria Manfredi am 23. Januar 1909 das Leben. Dieses Ereignis zieht nicht nur juristische Konsequenzen nach sich, sondern schlägt auch für den jede Art von öffentlichem Aufsehen scheuenden Komponisten in der Gesellschaft hohe Wogen.
Einziger Lichtblick in diesen Jahren ist die Freundschaft mit der englischen Sängerin Sybil Seligman, die während der den nächsten zwanzig Jahren in rund 700 Briefen den engsten Einblick in Puccinis Persönlichkeit erhält und den Komponisten auch immer wieder künstlerisch inspiriert.
La Fanciulla del West
In diesen Jahren entsteht seine nächste Oper "La Fanciulla del West" nach dem Drama "The Girl of the Golden West" von David Belasco, mit dem Giacomo Puccini ganz bewusst einen neuen musikalischen Ton anspricht. Nach seinen lyrisch-femininen Opern geht es dem Komponisten um eine betont starke und männliche Musiksprache, die durch neue Harmonien und Klänge gestaltet wird. Dem Sujet angemessen findet die Uraufführung diesmal am 10. Dezember 1910 an der Metropolitan Opera in New York unter der Leitung von Arturo Toscanini und mit Enrico Caruso in der männlichen Hauptrolle statt.
Turandot
Nach "La Rondine", "Il Tabarro", "Il Trittico" und "Gianni Schicchi" ist "Turandot" die letzte große Oper, die Puccinis Vermächtnis werden sollte. Inzwischen in eine neue Villa in Viareggio gezogen, da er sich durch die "moderne industrielle Entwicklung" nicht mehr in Torre del Lago wohl fühlte, beginnt er im März 1920 mit der Komposition. Doch die Arbeit geht ihm nicht mehr so leicht von der Hand wie früher. Dies liegt nicht zuletzt an den nach dem Ersten Weltkrieg veränderten gesellschaftlich-kulturellen Gegebenheiten: "Wie schwer ist es in heutiger Zeit, eine Oper zu schreiben!" Gleichzeitig stellt er an sich selbst wesentlich höhere Anforderungen: "Stunde für Stunde, Minute für Minute denke ich an Turandot, und die ganze Musik, die ich früher geschrieben habe, kommt mir jetzt wie ein Scherz vor, interessiert mich nicht mehr". Und so entsteht mit dieser Oper die harmonisch und instrumentationstechnisch fortgeschrittenste Arbeit des Komponisten, der dennoch nichts von seiner lyrischen Melodik verloren hat.
Doch Giacomo Puccini sollte das Werk nicht mehr vollenden können. Im Sommer 1922 musste ihm nach einem Abendessen chirurgisch der Splitter eines Gänseknochens entfernt werden. In der Folge sollte der Komponist verstärkt unter gesundheitlichen Problemen leiden, die er zunächst 1924 in Heilbädern zu lindern suchte. Als schließlich die Diagnose Kehlkopfkrebs festgestellt wird, reist Puccini nach Brüssel, um sich von einem Spezialisten operieren zu lassen. Doch die Krankheit war trotz aller ärztlichen Bemühungen nicht mehr aufzuhalten. Am 29. November stirbt Giacomo Puccini in der Brüsseler Klinik. Nach der Überführung des Leichnams nach Italien, findet am 3. Dezember die offizielle Trauerfeier im Mailänder Dom unter großer Anteilnahme der Bevölkerung statt. Nachdem Puccini zunächst in der Familiengruft von Arturo Toscanini bestattet worden war, fand 1926 die Beisetzung im Mausoleum seiner Villa in Torre del Lago statt.
Der Komponist Franco Alfano erhielt den Auftrag, "Turandot" anhand von Puccinis letzten Skizzen zu vollenden. Gleichwohl konnte dieses Bemühen nur im Rahmen seiner eigenen musikalischen Möglichkeiten verwirklicht werden. "Turandot" wird am 25. April 1926 in der Mailänder Scala unter der Leitung von Arturo Toscanini, allerdings in der vom Komponisten unvollendeten Fassung uraufgeführt. Nach dem Verklingen der letzten Noten aus der Sterbeszene im III. Akt wendet sich Toscanini mit den Worten "Hier endigt die Oper, die durch den Tod des Maestro unvollendet geblieben ist." an das Publikum. Nach einem Moment andenklicher Stille bricht das Publikum mit "Viva Puccini!" zu tosendem Beifall aus.
- Leben und Werk
- Forschungs- und Gedenkstätten
- Puccini-Festspiele
Bibliografie:
- Clemens Höslinger: Giacomo Puccini, mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten dargestellt, 4. Auflage 1993
- Alfred Marquardt: Giacomo Puccini. Sein Leben, sein Schaffen, seine Zeit, Berlin 2003
- Dieter Schickling (Hrsg.): Giacomo Puccini. Werkverzeichnis, Kassel 2003









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