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THEMEN

Giuseppe Verdi: Aida

Lexikon: Aida

Giuseppe Verdis Oper "Aida" entstand 1870/71, allerdings war sie nicht - wie oft gesagt wird - zur Eröffnung des Suezkanals geplant. Verdi war zwar gebeten worden, 1869 eine feierliche Chorhymne zur Einweihung des Kanals zu schreiben, doch hatte er dies ziemlich brüsk abgelehnt, mit dem Hinweis, es sei nicht seine "Gewohnheit, Gelegenheitsstücke zu schreiben". Stattdessen erklang eine bereits etablierte Verdi-Oper, "Rigoletto", zur Eröffnung der Schifffahrtsstraße. Erst im Sommer ließ sich der Komponist, der sich nach der verhaltenen Aufnahme seines Don Carlos im März 1867 in Paris vorübergehend von der Oper abgewandt hatte, für ein neues Libretto interessieren. Es basierte auf der Erzählung "La Fiancée du Nil" des französischen Ägyptologen Auguste Mariette und wurde von dem Librettisten Antonio Ghislanzoni für die Oper bearbeitet. Verdi nahm starken Einfluss auf die Textgestaltung und beschäftigte sich eingehend mit ägyptischer Musik und Geschichte, um seiner Oper ein "exotisches" Kolorit geben zu können; für die Triumphszene im zweiten Akt ließ er sogar spezielle "Aida-Trompeten" anfertigen. Zwar war die Partitur rechtzeitig zur für Januar 1871 vorgesehenen Uraufführung am Opernhaus in Kairo fertig, doch der Deutsch-Französische Krieg 1870/71 verhinderte die Premiere: Die von dem Ägyptologen Auguste-Edouard Mariette angefertigten Dekorationen konnten nicht rechtzeitig aus dem von deutschen Truppen belagerten Paris nach Kairo gebracht werden. Die verspätete Uraufführung am 24.12.1871 in der ägyptischen Hauptstadt wurde zu einem sensationellen Erfolg. Verdi allerdings war so verärgert darüber, dass die Presse ihm eine allzu große Anlehnung an die Werke Giacomo Meyerbeers und Richard Wagners vorwarf, dass er sich auf sein Landgut zurückzog und 16 Jahre lang keine Oper mehr schrieb.

Personen

Aida, äthiopische Sklavin; Sopran Radames, Feldherr; Tenor Amneris, Königstochter; Mezzosopran König von Ägypten; Bass Ramphis, Hoherpriester; Bass Amonasro, Aidas Vater, König von Äthiopien; Bariton Ein Bote; Tenor Eine Priesterin; Sopran Prietsre, Priesterinnen, Minister, Hauptleute, äthiopische Gefangene, ägyptisches Volk, Sklaven

Handlung

Memphis und Theben zur Zeit der Pharaonen

Erster Akt

Das ägyptische Heer plant einen Feldzug gegen die Äthiopier. Während die Priester beraten, wer das Heer in die Schlacht führen soll, hofft der Feldherr Radames, dass er der Auserwählte sein möge. Er träumt davon, siegreich zurückzukehren und dann seine Geliebte, die Äthiopierin Aida, die in Ägypten als Sklavin gefangen gehalten wird, heiraten zu können (Celeste Aida / Holde Aida) . Doch auch Amneris, die Tochter des ägyptischen Königs, liebt Radames. Sie ahnt, dass der Feldherr und ihre Sklavin, von der niemand weiß, dass sie eine Königstochter ist, ein Paar sind, erhält aber von beiden auf ihre Fragen ausweichende Antworten.

Der König von Ägypten verkündet, dass die Äthiopier sein Land angegriffen haben und dass nun eine Streitmacht unter Radames' Führung in den Kampf ziehen werde. DasVolk stimmt einen großen Schlachtengesang an. Amneris fordert den Feldherrn auf, als Sieger zurückzukehren (Ritorna, vincitor / Als Sieger kehre heim!) . Aida durchlebt einen schweren Gewissenskonflikt, weil ihr Geliebter nun zu einem Feind ihres Volkes geworden ist. Da sie keinen Ausweg weiß, wünscht sie sich den Tod. Im Tempel des Gottes Phta erhält Radames das heilige Schwert.

Zweiter Akt

Als Triumphator kehrt Radames aus der Schlacht zurück. Alles ist für seinen Empfang vorbereitet. Amneris schaut, während sie sich schmücken lässt, dem Tanz der schwarzen Sklavenkinder zu. Als Aida hereinkommt, gelingt es Amneris ihrer Rivalin das Geheimnis ihrer Liebe zu entlocken, indem sie ihr fälschlicherweise sagt, Radames sei gefallen. Aidas Verzweiflung wird noch größer.

Der Triumphmarsch erklingt. Radames wird als "Retter des Vaterlandes" gefeiert, und der König von Ägypten will ihm seine Tochter zur Frau geben. Die siegreichen Ägypter bringen eine Reihe von Gefangenen mit, darunter auch Aidas Vater Amonasro, der seine Tochter beschwört, seine Identität nicht zu verraten. Er behauptet vielmehr, der König sei im Kampf getötet worden, und bittet um Gnade für die Gefangenen. Radames unterstützt die Bitte, aber der Oberpriester Ramfis willigt nur unter der Bedingung ein, dass Aida und Amonasro als Geiseln in Ägypten bleiben. Im den Triumphzug und den Akt abschließenden großen Chor bringen alle Beteiligten noch einmal ihre Gefühle zum Ausdruck.

Dritter Akt

Damit sie sich mit Gebeten auf die Vermählung mit Radames vorbereiten kann, wird Amneris in den Tempel der Isis am Nilufer gebracht. Ganz in der Nähe wartet Aida, die hier mit Radames ein heimliches Zusammentreffen vereinbart hat. Während sie ihrer Sehnsucht nach der Heimat Ausdruck gibt, die sie nie wieder zu sehen erwartet, erscheint überraschend ihr Vater. Er bringt Aida mit Drohungen und Versprechungen dahin, dass sie Radames die geplante Route des ägyptischen Heeres entlocken will. Radames erscheint. Aida zweifelt an seiner Liebe, da er doch Amneris heiraten werde. Doch Radames versichert ihr, dass er nur sie liebe und erklärt sich schließlich sogar schweren Herzens bereit, auf sein Kommando zu verzichten und mit Aida und ihrem Vater nach Äthiopien zu fliehen. Dabei verrät er den Weg, den das ägyptische Heer beim nächsten Feldzug nehmen soll. Amonasro, der alles mit angehört hat, tritt hervor und gibt sich als König der Äthiopier zu erkennen. Während Radames nun seine verlorene Ehre beklagt, erscheinen Amneris, Ramphis und die Wachen des Tempels. Aida und ihr Vater fliehen; Radames bleibt und stellt sich der Strafe für seinen Verrat.

Vierter Akt

Amneris ist in ihren Gefühlen hin und hergerissen. Sie liebt Radames immer noch, ist aber über seinen Verrat empört. Sie lässt sich den Angeklagten noch einmal vorführen und bietet ihm an, ihn zu retten, wenn er seiner Liebe zu Aida abschwöre. Doch Radames weigert sich. Als es zur Gerichtsverhandlung kommt, muss Amneris mitanhören, dass sich Radames in keinem der Anklagepunkte verteidigt und schließlich zum Tode verurteilt wird. Als Vaterlandsverräter soll er lebendig begraben werden. Amneris verflucht die grausamen Priester, die ihn verurteilt haben. Radames ist in der Grabkammer eingeschlossen und erwartet den Tod. Da erscheint Aida, die sich heimlich in das Gewölbe geschlichen hat, um mit dem Geliebten zu sterben. In einem innigen Zwiegesang nehmen die Liebenden Abschied von der Welt (O terra, addio / Lebwohl, oh Erde) , während Amneris auf dem Grab die Götter um Frieden anfleht.

  1. Lexikon: Aida
  2. Lexikon: Giuseppe Verdi
  3. Lexikon: Verona

Bibliografie:

  • Markus Engelhardt (Hrsg.): Giuseppe Verdi und seine Zeit, Laaber 2002
  • Rolf Fath: Reclams Kleiner Verdi-Opernführer, Stuttgart 2000
  • Rolf Fath: Reclams Kleiner Verdi-Opernführer, Stuttgart 2000
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