Gletscher: die gewaltigen Ströme aus Eis
Lexikon: Wie entstehen Gletscher?

Gletschereis kann nur entstehen, wenn die Temperaturen unter 0°C bleiben und genügend Schnee fällt. Ausreichend kalt ist es in den Polargebieten und in den hohen Gebirgen der Erde. Pro 100 m Höhe nimmt die Lufttemperatur um etwa 0,7°C ab. In Höhen über 5000 m fällt selbst auf Tropengipfeln mehr Schnee als abtauen kann.
Große Schneeflocken bilden einen leichten, luftgefüllten Lockerschnee
(0,01 g/cm3). Mit zunehmender Schneeauflage zerdrückt das Gewicht die Eiskristalle, und die Luft wird herausgepresst. Durch Antauen und Wiedergefrieren wachsen immer größere Eiskörner. Schnee mit grobkörniger Struktur wird auch Firn (0,55 g/cm3) genannt. Zuletzt werden die Eiskörner so eng aneinandergedrückt, dass die restliche Luft in Blasen gefangen wird und nicht mehr entweichen kann. Von nun an ist das gebildete Gletschereis undurchlässig für Luft und Wasser. Die Entwicklung vom Schnee zum Eis (0,9 g/cm3) dauert in den Alpen wenige Jahre, in der kalten Antarktis jedoch bis zu 200 Jahren.
Die sukzessive Umwandlung von Schnee über Firn und Firneis zu Gletschereis führt zu einer Streifung des Eises, der so genannten Blaubänderstruktur. Mehr lufthaltige, weiße weichere Winterlagen wechseln mit härteren bläulichen, an Luftblasen ärmeren Sommerschichten.
- Lexikon: Wie entstehen Gletscher?
- Gebirgsgletscher und Kontinentalgletscher
- Gletscher überformen das Relief
- Gletscher bewegen sich nur sehr langsam
- Fakten in Kürze
Bibliografie:
- Wolfgang Fraerich: Spuren der Eiszeit - Landschaftsformen in Europa, Berlin, 1996
- Schweizerische Gletscherkommission, Gletscher im ständigen Wandel, 1995
- Karl N. Thome: Einführung in das Quartär - Das Zeitalter der Gletscher, Berlin, 1998









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