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Golfsport

Golfsport

Golf ist ein so genanntes Präzisionsspiel oder Rasenballspiel, bei dem ein Ball mit einem Schläger und mit möglichst wenig Schlägen über verschieden beschaffene Spielbahnen in ein Loch zu treiben ist ("Einlochen").
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Der US-Amerikaner Charles E. Sands siegt im Golf bei den Olympischen Spielen 1900 in Paris

Der Ursprung dieses Spiels ist nicht eindeutig geklärt. Zumindest ein Vorläufer könnte das in römischer Zeit gespielte paganica sein, das mit einem federgefüllten Ball gespielt wurde. Auch in China soll es bereits 200 Jahre v. Chr. ein ähnliches Schlagspiel gegeben haben. In den Niederlanden wurde im 13. Jahrhundert ein Spiel auf dem Eis durchgeführt, bei dem ein Ball mit einem Kolf ("Kolben") zu einer Zielmarkierung geschlagen werden musste. In Südfrankreich war ein golfähnliches Spiel jeu de mail populär. 1457 wurde der Begriff Golf erstmals in einem Dekret des schottischen Parlaments urkundlich erwähnt. Hierin wurde das Golfspiel verboten, da man der Meinung war, dass jeder Mann seine freie Zeit zum Üben an der Waffe nutzen sollte. Grund war der ständige Konflikt mit England. Fußball war übrigens aus dem gleichen Grund verboten. Das Verbot gegen das Golfspiel wurde allerdings 1502 wieder aufgehoben.

Im Jahre 1754 wurde in Schottland der Royal and Ancient Golf Club of St. Andrews (R&A) gegründet, der 1897 die Golfregeln allgemeinverbindlich für Europa festlegte, und der heute auch für die Fortschreibung zuständig ist. In den USA entstand 1894 eine eigenständige Organisation, die United States Golf Association (USGA), die sich ein eigenes Regelwerk schuf. 1952 wurde ein neuer Kodex allgemein gültiger Regeln veröffentlicht, den eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Vertretern des R&A, der USGA und der Commonwealth-Länder, erarbeitet und verabschiedet hat. Um die Jahrhundertwende erfuhr der Golfsport eine weltweite Verbreitung. Die ersten Anlagen waren so genannte "Links", naturbelassene Dünengolfplätze, die zwischen der Küste und dem Hinterland angelegt und deshalb besonders witterungsabhängig waren (z.B. Windeinfluss). Diese Art Anlagen sind heute noch in Großbritannien weit verbreitet; z.B. werden die British Open nur auf solchen Plätzen ausgetragen.

Auf dem europäischen Festland breitete sich der Golfsport schnell aus, vor allem in Südeuropa. 1895 wurde der erste Golfclub Deutschlands gegründet. Seit 1911 gibt es in Deutschland offene Meisterschaften für Amateure und Profis, seit 1953 Weltmeisterschaften für Profis und seit 1958 für Amateure. Der Deutsche Golf-Verband wurde 1907 gegründet (Sitz: Wiesbaden). Der Europäische Golfverband (Association Europeenne de Golf, Sitz: Paris) wurde ebenso 1937 gegründet wie der Weltverband der Amateure (World Amateur Golf Council, Sitz: New York). Einen riesigen Boom verzeichnet Golf in Asien, vor allem in Japan, wo Plätze ("Driving Ranges") für Abschlagübungen in Großstadtgebieten sogar auf Dächern eingerichtet worden sind. 1900 und 1904 gab Golf ein olympisches Gastspiel. Seit Oktober 2009 steht fest: Bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro kehrt die Sportart in das olympische Programm zurück!

Der Standardplatz umfasst 18 Löcher mit einer Gesamtstrecke von 5,95 bis 6,50 km. Die einzelnen Bahnen ("Löcher") variieren zwischen 90 m und 550 m. Sie sind folgendermaßen angelegt:

  • 1. das "tee", eine Zone mit glatter Oberfläche, auf der abgeschlagen wird
  • 2. das "fairway", ein schmaler kurzgemähter Streifen, über den der Ball geschlagen wird
  • 3. das "rough", naturbelassene Streifen beiderseits des "fairways"
  • 4. Hindernisse, wie Sandlöcher (Bunker) oder Wasserlöcher
  • 5. das "Grün", in dem sich das Loch befindet

Die Umgrenzung muss deutlich gekennzeichnet sein. Örtliche Gegebenheiten bestimmen die Abmessungen. Das Loch hat einen Durchmesser von 10,8 cm und eine Tiefe von 10,0 cm. Zur Orientierungshilfe für den Spieler steckt im Loch ein Flaggenstock. Er darf vom Ball nicht berührt werden.

Gespielt wird mit unterschiedlichen Schlägern bezogen auf Material und Gewicht, Schaftlänge und Schlägerkopfform. Jeder Spieler darf maximal 14 (durchnummerierte) Schläger benutzen. Man unterscheidet drei Arten von Schlägern:

  • 1. Das "Holz", das für weite Schläge verwendet wird, hat einen sehr breiten Kopf aus Holz, Plastik oder Leichtmetall. Je nach Form gibt es ein 1er bis 7er Holz.
  • 2. Das "Eisen", das für kürzere Schläge genommen wird, hat einen relativ schmalen Kopf aus Stahl. Es gibt Eisen 1 bis 10; ein 3er Eisen entspricht etwa einem 4er Holz.
  • 3. Der "Putter", mit dem der Ball auf dem Grün gespielt wird. Dieser besteht aus Leichtmetall.

Jeder Schläger, mit Ausnahme des "Putters", hat nur eine Schlagfläche (-seite). Diese kann gekerbt oder gezähnt sein. Sie darf nicht so geformt sein, dass der Ball eine zusätzliche Bewegung verliehen bekommt. Schaftlänge und Kopfwinkel der Schläger sind verschieden, je nachdem für welchen Schlag sie gedacht sind. Köpfe mit steilen Winkeln ergeben steile Schläge. Der etwa 110 cm lange Schaft ist aus dünnem Stahl und am Griff mit Gummi oder Leder umwickelt. Der Ball ist aus Hartgummi mit einem flüssigen Kern und hat eine gekerbte Oberfläche für eine genaue und weite Flugbahn. Die Bälle, die in offiziellen Wettspielen eingesetzt werden, müssen von "Regelwächtern" geprüft und zugelassen sein. Dazu wurden bereits 1942 Testverfahren entwickelt, die die Symmetrie der Kugelform, Anfangsgeschwindigkeit (nicht mehr als 76,2 m/sec), Flugweite, Gewicht (nicht mehr als 45,93 g) und Durchmesser (nicht mehr als 42,67 mm) prüfen.

Weiter gehören zur Ausrüstung des Golfers eine Tasche, in der alle Schläger, die benötigt werden, Platz finden und leicht zugänglich sein müssen, Golfschuhe mit Spikes (meist 7 pro Schuh) oder neuerdings Gummistollen sowie Golfhandschuhe. Daneben benötigt der Spieler noch so genannte "Tees". Das sind Holz- oder zumeist Plastikstifte, die am Kopf eine konkave Vertiefung aufweisen. Sie werden als Abschlagplattform in den Boden gesteckt und der Ball darauf gelegt. Jedem Spieler steht ein Caddie zum Tragen der Schlägertasche bzw. zum Ziehen des Golfwagens zu. Der Caddie darf daneben den Golfer noch durch Hinweise auf die Lage des Balles oder bei der Schlägerwahl beraten. Viele große Golfer haben als Caddies begonnen (z.B. auch der deutsche Weltklasse-Golfprofi Bernhard Langer). Das Wort Caddie stammt vom französischen "cadet" ab, einem Titel für Nachwuchsbewerber beim Militär oder dem Dienst bei Hofe. In den Anfängen des Golfsports wurden Caddies als Laufjungen und Schlägerträger gegen ein geringes Entgelt benutzt. Heute ist dieser Job zu einer seriösen Aufgabe geworden und genießt hohes Ansehen. Neben einem Grundlohn erhalten die Caddies zumeist noch einen prozentualen Anteil am Preisgeld des Golfers.

Spielidee

Ziel des Golfspiels ist es, auf jeder Spielbahn einen Ball mittels verschiedener Schläger vom Abschlag in ein zumeist mehrere hundert Meter entferntes Loch zu befördern, mit möglichst wenig Schlägen und unter Beachtung der Regeln und der Etikette. Wettspiele werden in einer oder mehreren Runden ausgetragen, entweder als Loch- oder als Zählspiele. Im Lochspiel spielt ein Golfer direkt gegen einen oder mehrere Gegner. Es gewinnt derjenige, der die meisten Löcher für sich entscheiden konnte. Ein Loch gewinnt der Spieler mit der geringsten Schlagzahl an diesem Loch. Im Zählspiel tritt ein Spieler im indirekten Vergleich gegen das gesamte Teilnehmerfeld (ein oder mehrere Mitbewerber) an. Es gewinnt der Spieler mit der insgesamt geringsten Schlagzahl der zu spielenden Runden. Häufig werden auch Varianten dieser Wettspielformen wie Dreier (ein Spieler gegen zwei andere, die zusammen eine Partei bilden, jede Partei hat einen Ball), Vierer (zwei gegen zwei, jede Partei mit einem Ball), Dreiball-, Bestball- und Vierball-Lochspiel u.a. gespielt.

Regelbeispiele

Der Ball muss grundsätzlich von der Stelle aus gespielt werden, an der er nach einem Schlag liegen geblieben ist. Auch dann, wenn er außerhalb der Bahn oder in einem Hindernis gelandet ist. Ausnahme ist der Abschlag vom Tee. Nur in besonders geregelten Fällen, in denen der Ball mit dem Schläger nicht mehr spielbar ist, darf er mit den Händen berührt und durch Fallenlassen über die Schulter nach hinten in eine spielbare Position gebracht werden.

Für jede Spielbahn ist eine bestimmte Anzahl von Schlägen, das so genannte "Par", festgesetzt, mit der es einem guten Spieler möglich ist, den Ball vom Tee ins Loch zu schlagen. Weniger gute Spieler erhalten eine Schlagvorgabe (Handikap): bei Spielbahnen bis 228 m drei, zwischen 229 und 434 m vier, über 434 m fünf Schläge. Aus der Gesamtlänge der 18 Spielbahnen ergibt sich ein Platzstandard zwischen 63 und 74 Schlägen. Für die Damen sind die mit der jeweiligen Schlagzahl zu bewältigenden Bahnlängen um 12% verkürzt. Wird ein Ball mit einem Schlag eingelocht, gelang ein "Ass". "Albatross" bedeutet drei Schläge unter Par, "Eagle" zwei Schläge unter Par und "Birdie" einen Schlag unter Par. Mit "Bogey" wird ein Schlag über Par bezeichnet. Die wesentlichste Technik beim Golfspiel ist die Schlagtechnik. Diese erfordert eine kräftige, schwungvolle und fließende Bewegung, die sich in drei Phasen gliedert:

  • 1. den Rückschwung, bei der der mit beiden Händen gehaltene Schläger hinter die Schulter geführt wird
  • 2. den Abschwung, bei dem der Schläger am Körper vorbei nach vorne geschwungen wird und am tiefsten Punkt seiner Kurve den Ball trifft
  • 3. den Durchschwung, bei dem der Schläger nach dem Treffen des Balles über die andere Schulter ausschwingt
  1. Golfsport

Bibliografie:

  • Der Golf Albrecht - Golf Führer Deutschland 08/09, Oberhaching 2008
  • Edward Craig: Der Golf-Doktor. Erste Hilfe für Ihr Golfspiel, München 2004
  • Edward Craig: Profitipps für Golfer, Stuttgart 2007
  • Andreas Hahn: Golf Grundlagen, Stuttgart 2008
  • Martin Hasenbein u. a.: Erfolgsstrategien im Golfspiel, Aachen 2007
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