Griechische Mythologie: Die Unterwelt
Das Reich des Hades
Die Unterwelt, ein in der griechischen Mythologie häufig beschriebener Ort, wurde von dem Gott Hades beherrscht (der Name wurde auch für die Unterwelt selbst verwendet). Hades war ein Bruder von Zeus und Poseidon, wurde jedoch in der Regel nicht zu den Olympiern gerechnet, weil sein Reich die Gegenwelt zum himmlischen Olymp war. In der Unterwelt wurden die Seelen der Verstorbenen gerichtet und in den finsteren Regionen des Erebos oder Tartaros bestraft.
Die Unterwelt umfasste aber auch das Land der göttlichen Verstorbenen, die elysischen Gefilde oder Insel der Seligen. Eine Erzähltradition, der auch Homer folgt, verlegt den Hades in die lichtlose Region jenseits des großen Flusses Okeanos, der die Erde umschloss; als die Griechen jedoch mehr von der Welt kennenlernten, entstand eine neue Überlieferung, derzufolge sich die Unterwelt im Zentrum der Erde befand und mit dem Land der Lebenden durch unergründliche Höhlen und zum Teil unterirdisch verlaufende Flüsse wie den Acheron in Nordgriechenland verbunden war.
Neben dem Acheron (Fluss des Leidens) gab es vier weitere Flüsse der Unterwelt: Styx (Fluss des Hasses), der die Unterwelt umgab, Lethe (Fluss des Vergessens), Kokytos (Fluss des Wehklagens) und Phlegethon oder Puriphle-gethon (Fluss des Feuers). Charon, der Fährmann, brachte die Seelen der Toten über den Styx, einigen Erzählungen zufolge auch über die anderen Flüsse.
- Das Reich des Hades
- Mythologische Figuren der Unterwelt
- Orpheus und Eurydike
- Die Eleusinischen Mysterien
Bibliografie:
- Fritz Graf: Griechische Mythologie. Eine Einführung, Patmos Verlag, Düsseldorf 2004
- Herder Lexikon Griechische und Römische Mythologie. Götter, Helden, Ereignisse, Schauplätze, Herder Verlag, Freiburg im Breisgau 2001
- Herbert J. Rose: Griechische Mythologie. Ein Handbuch, Verlag C. H. Beck, München 2003









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