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THEMEN

Griechische Mythologie: Götter

Die Geburt der Götter

Zahlreiche Mythen handeln von der Entstehung der Welt, doch ihre Überlieferung ist keineswegs einhellig, denn es existiert eine Vielzahl von Darstellungen bei den antiken Autoren. Die umfassendste Mythenerzählung, die auch die größte Verbreitung erlangte, ist die Theogonia des Hesiod aus dem 8. Jahrhundert v. Chr. Dieses 1022 Verse umfassende Gedicht war der erste bedeutende Versuch, aus den vielen kursierenden Erzählungen eine Genealogie des griechischen Pantheons zu erstellen. Das Werk, eine Beschreibung der Welt- und Götterentstehung (Kosmogonie und Theogonie) in einem, verfolgte die Spuren der olympischen Götter bis zur Erschaffung der Welt aus dem Chaos zurück.

Eine andere Version vom Ursprung der Welt wurde von den Orphikern erzählt, den Anhängern eines mystischen Kults, des Orphismus. Sie war abstrakter und philosophischer im Ton als Hesiods Theogonie und fand daher weniger Anklang beim Volk. Am Anfang steht Chronos ("Zeit", eine orphische Umdeutung des Namens Kronos) in Begleitung von Adrasteia ("Notwendigkeit"). Von Chronos stammen Aither, Erebos und Chaos ("obere Luft", "Dunkelheit" und "die gähnende Leere"). Chronos formt in Aither ein Ei, aus dem die zweigeschlechtliche Gottheit Phanes, der Schöpfer aller Dinge mit goldenen Flügeln und vier Augen hervorgeht. Phanes hat viele Namen, unter anderem auch Eros. Seine Tochter, die Nacht, wird seine Gemahlin. Die Nacht gebiert Gaia und Uranos. Als Zeus die Herrschaft übernimmt, schafft er alles neu, verschlingt Phanes und vermählt sich mit Köre (Persephone), um Zagreus-Dionysos zu zeugen.

Hesiods Theogonie: Die Ahnen der Götter

Hesiods Theogonie beginnt mit der einfachen Feststellung: "Zuallererst entstand das Chaos". Doch ist keineswegs klar, ob Chaos (die gähnende Leere) als eine Gottheit gedacht wurde. Nach dem Chaos (vielleicht als dessen Nachkommen, aber auch das ist unklar) entstanden Gaia oder Ge (die Erde), Tartaros (die Unterwelt), Eros (das Verlangen), Erebos (der Schatten der Unterwelt) und Nyx (der Schatten der Erde). Dann vermählte sich die Nacht mit Erebos, um Aither (den Äther oder die helle obere Luft) und den Tag (die Helligkeit der Welt) zu zeugen.

Ohne die geschlechtliche Vereinigung mit einem Mann gebar Gaia den Uranos (den Himmel), "auf dass er sie umfange und vollständig bedecke und fester und ewiger Sitz sei den seligen Göttern", dann die Berge und Pontos (das Meer). Aus ihrer Vereinigung mit Uranos gingen die ersten Gottheiten hervor: zwölf mächtige Titanen (sechs männliche und sechs weibliche):

  • Okeanos, der die Welt ringförmig umgebende Strom
  • Koios
  • Kreios
  • Hyperion
  • Iapetos
  • Theia
  • Rheia
  • Themis
  • Mnemosyne
  • Phoibe
  • Thetys
  • Kronos

Außerdem entstanden die drei Kyklopen, Brontes ("Donner"), Steropes ("Blitz") und Arges (der "Helle") sowie die drei Ungeheuer mit jeweils hundert Armen, die Hekatoncheiren Kottos, Briareos und Gyes. Uranos aber war entsetzt über seine Kinder und sperrte sie in die Höhlung der Erde, die daraufhin unter großen Schmerzen litt.

Aus Rache überredete Gaia Kronos, den jüngsten der Titanen, seinen Vater zu kastrieren und die Macht an sich zu reißen. Aus den Blutstropfen des Uranos entstanden Giganten, Nymphen und Furien; seine Genitalien fielen ins Meer und verwandelten sich in weißen Schaum, aus dem Aphrodite geboren wurde, die Göttin des Verlangens und der geschlechtlichen Liebe.

Die Titanen bevölkerten die Welt mit Halbgöttern, indem sie sich mit Nymphen oder untereinander vereinigten: Die Nachkommen Hyperions und seiner Schwester Theia etwa waren Helios (die Sonne), Selene (der Mond) und Eos (die Morgendämmerung). Der Titan Iapetos heiratete die Okeanine Klymene und zeugte mit ihr vier Kinder, deren berühmteste Prometheus (der "Vorausdenkende") und Atlas waren. Atlas wurde nach dem Sieg über die Titanen von Zeus dazu verdammt, das Himmelsgewölbe im äußersten Westen der Erde zu tragen, von ihm hat der Atlantik seinen Namen. Weitere Titanenbrüder waren Menoitios und Epimetheus (der "zu spät Bedenkende"), der Gemahl der Pandora. Der naive und unbesonnene Epimetheus stellte den Gegenpart zu seinem Bruder Prometheus dar.

Kronos hatte mehrere Kinder von Rheia, fürchtete jedoch, von ihnen gestürzt zu werden, und verschlang daher die Neugeborenen. Als Rheia aber Zeus gebar, täuschte sie ihren Gatten, indem sie einen Stein wie einen Säugling einwickelte, den Kronos nun statt des Kindes verschlang. Zeus wuchs vor seinem Vater verborgen in einer Höhle am Lyktos auf der Insel Kreta auf (er wurde von der Ziege Amaltheia ernährt und von dem Honig, den die Bienen herbeitrugen) und plante Rache. Nachdem er durch List seine Position gestärkt hatte, besiegte er die Titanen in einer großen Schlacht, der Titanomachie. Metis, die Tochter des Titanen Okeanos (Ozean) gab Kronos einen Trank, worauf er die Geschwister des Zeus (Poseidon, Hades, Hera, Demeter und Hestia) wieder ausspie. Diese schlossen sich mit Zeus zusammen. Außerdem kamen ihm die Kyklopen und die Hekatoncheiren zu Hilfe, die Kronos gefangen gehalten und Zeus befreit hatte.

Nach der Niederlage der Titanen wurde Zeus von wilden Riesen bedroht, die aus dem Blut des Uranos entstanden waren. In der folgenden Schlacht der Giganten, der Gigantomachie, führte Zeus die Götter zum Sieg und wurde zum obersten Gebieter über Himmel und Erde. Er erklärte den Olymp, den höchsten Berg der Welt, zum Sitz der siegreichen Götter und Göttinnen.

Hesiod

Hesiod war Bauer und Poet bzw. Rhapsode (professioneller Vortragskünstler) sowie maßgeblicher Autor von Schriften zur Ethik und Theologie. Er lebte um 700 v. Chr. in Askra in Böotien. Zwei seiner bedeutendsten literarischen Werke, die Theogonia und Werke und Tage, sind vollständig, andere nur bruchstückhaft erhalten geblieben, von einigen kennen wir nur den Titel. Die Theogonia stellt eine Zusammenfassung und Neuerzählung der wichtigsten Mythen über den Ursprung der Welt und die sie beherrschenden Götter dar. Das Lehrgedicht Werke und Tage ist eine Anleitung für bäuerliche Arbeiten. In dessen erstem Teil rät Hesiod seinem Bruder Perses, nach den Gesetzen der Gerechtigkeit zu leben, und erzählt ihm, um diese zu illustrieren, zahlreiche Mythen.

Götter und mythologische Figuren A-D

Aeneas, Sohn der Aphrodite und des trojanischen Prinzen Anchises, den sie verführt hatte, als er in den Bergen Vieh hütete. Aphrodite schützte Aeneas in der Schlacht von Troja; nach der Niederlage Trojas floh er und gründete Rom .

Aktaion, ein Jäger, verirrte sich im Wald und stieß unabsichtlich auf die in einem Teich badende Artemis. Artemis, erzürnt, weil sie unbekleidet gesehen worden war, verwandelte ihn in einen Hirschen, der von seinen eigenen Hunden verfolgt und in Stücke gerissen wurde.

Alkmene, Königin von Tiryns

Amphitrite, Meeresgöttin; Gemahlin des Poseidon

Antiope, thebanische Prinzessin, der Zeus sich in Gestalt eines Satyrn näherte

Aphrodite, Göttin der Liebe und der Schönheit; Gemahlin des Hephaistos; eine der zwölf Olympier

Apollon, Gott der Jugend, der Musik, der Weissagung, des Bogenschießens, der Hellkunst; Schutzherr der Künste, Sohn des Zeus und der Leto; einer der zwölf Olympier

Ares, Gott der Jugend, der Musik, der Weissagung, des Bogenschießens, der Hellkunst; Schutzherr der Künste, Sohn des Zeus; auch Gott des Krieges, der sich mit Aphrodite vermählte und im Kampf gegen die Griechen auf der Seite Trojas stand; einer der zwölf Olympier

Artemis, jungfräuliche Göttin der Jagd und der Geburt; Tochter des Zeus und der Leto; Schwester des Apollon; eine der zwölf Olympier

Asklepios, Gott der Heilkunst; Sohn des Apollon

Ate, Unheilsgöttin

Athene, Göttin der Weisheit, der Künste, des Handwerks, Kriegs- und Friedensgöttin; Schutzgöttin der nach ihr benannten Stadt Athen; Tochter des Zeus (sie wurde in voller Rüstung aus dem Haupt des Zeus geboren); eine der zwölf Olympier

Atlas, Träger des Himmels

Chimaira, ein löwenartiges, Feuer speiendes Wesen mit einem Ziegenkopf auf dem Rücken und einer Schlange als Schwanz

Danae, Prinzessin von Argos

Demeter, Göttin der Erdfruchtbarkeit (des Getreides und der Felder); Tochter des Kronos und der Rheia; Schwester des Zeus; eine der zwölf Olympier

Dike, Göttin der Gerechtigkeit

Dionysos (Bakchos), Gott der Vegetation, des Weines und des Rausches; einer der Olympier

Götter und mythologische Figuren E-H

Echidna, ein Geschöpf mit dem Oberkörper einer Nymphe und dem Unterleib einer Schlange; war die Mutter anderer Ungeheuer: des Kerberos, der Hydra, der Chimaira, der Sphinx und des Nemeischen Löwen

Eileithyia, Göttin der Wehen; Hera befahl ihr, die Geburt jener Kinder zu verhindern, die Zeus mit anderen Geliebten gezeugt hatte

Eirene, Göttin des Friedens

Eos, Göttin der Morgenröte

Epaphos, Herrscher über Ägypten und Afrika

Erinyen, göttliche Rächerinnen des Bösen, häufig euphemistisch Eumeniden (die Freundlichen) genannt

Eris, Göttin der Zwietracht

Europa: Der Mythos von der Liaison zwischen Zeus und Europa, der schönen Tochter des Königs Agenor oder - anderen Versionen zufolge - des Königs Phoinix von Phönizien, ist vermutlich kretischen Ursprungs, wie der Ort der Handlung (Kreta) und die Verbindung mit der Geschichte von König Minos es nahe legen. Eines Tages nahm Zeus die Gestalt eines weißen Stiers an, um sich Europa zu nähern, die auf einer Wiese nahe des Meeres mit ihren Freundinnen Blumen pflückte. Die Sanftheit und Schönheit des Tieres besiegten ihre Furcht, und sie bekam Lust, auf seinem Rücken zu sitzen. Das Tier lief zum Ufer, sprang plötzlich ins Wasser und schwamm mit der hilflosen Europa fort. Bei Gortys auf Kreta gingen sie wieder an Land, und hier verwandelte sich Zeus in einen Adler, um sich mit dem entführten Mädchen zu vereinigen. Später heiratete Europa den kretischen König Asterios, der die Nachkommen aus ihrer Verbindung mit Zeus adoptierte: Minos, Rhadamanthys und - einigen Versionen zufolge - Sarpedon

Eros ("Verlangen", Gott der Liebe), der geflügelte Gott, der häufig zusammen mit Aphrodite dargestellt wurde. Er wird oft als ihr Kind bezeichnet, doch für die Griechen war seine Herkunft unklar; manchmal wurde Ares als sein Vater genannt. Eros wird meist mit Pfeil und Bogen dargestellt

Eunomia, Göttin der Ordnung

Furien (Erinnyen), Rachegöttinnen, die auf Erden schuldig gewordene Menschen verfolgten und bestraften

Gaia, Göttin der Erde; Mutter und Gemahlin des Uranos

Ganymed, Sohn des Königs Tros von Troja, war berühmt für seine Schönheit. Zeus war vernarrt in den jungen Mann und beschloss, ihn zu entführen. Er schickte einen Adler, der Ganymed auf den Olymp brachte, wo er Mundschenk der Götter wurde. Einer anderen Version zufolge verwandelt sich Zeus in einen Adler und holt Ganymed selbst

Giganten, Söhne des Uranos und der Gaia

Gorgonen, drei Schwestern mit Schlangenhaaren; verwandelten Menschen in Steine

Graiai, die "Greisinnen", drei als Greisinnen geborene Schwestern der Gorgonen, die gemeinsam nur ein Auge und einen Zahn besaßen

Grazien, drei Töchter von Zeus und Hera, die Schönheit und Vollkommenheit verkörperten: Agiaia ("die Zierde"), Thalia ("die Fülle"), Euphrosyne ("die Freude")

Hades, Bruder des Zeus und Herrscher über die Unterwelt, in seinem Tempel auf dem Thron sitzend; Hades wurde auch als Pluto bezeichnet

Hebe, Göttin der Jugend, Mundschenk der Götter; Tochter des Zeus und der Hera; himmlische Gattin des Herakles

Hekate, Göttin der Unterwelt und der Zauberkunst

Helena, Königin von Sparta und von außerordentlicher Schönheit, Tochter des Zeus, brannte mit Paris durch und löste damit den Trojanischen Krieg aus

Helios, Sonnengott

Hephaistos, Gott des Feuers und der Schmiedearbeit; Sohn des Zeus und der Hera; einer der zwölf Olympier

Hera, Göttin der Ehe und der Geburt; Gattin (und Schwester) des Zeus; eine der zwölf Olympier

Herakles ("Ruhm der Hera"), der größte griechische Held, der zeit seines Lebens von Hera verfolgt wurde

Hermaphroditos, Kind des Hermes und der Aphrodite. Die Nymphe Salmakis verliebte sich in ihn, doch er wich ihr aus. Als er in die Quelle stieg, in der sie lebte, umarmte sie ihn so lange, bis sie miteinander verschmolzen. Als er starb, betete er, dass jeder, der in diese Quelle hinabtauchte, männliche und weibliche Eigenschaften haben solle: daher auch das Wort "Hermaphrodit".

Hermes, Götterbote, Führer der Toten in die Unterwelt; Gott der Herden, Gott der Reisenden und der Diebe; Sohn des Zeus; einer der zwölf Olympier

Hestia, Göttin des Herdes und des Herdfeuers; Tochter des Kronos und der Rheia; eine der zwölf Olympier

Horen, Göttinnen der Jahreszeiten bzw. der sittlichen Ordnung

Hydra, "Wasserschlange; eine Riesenschlange mit neun und mehr Köpfen

Hyperion, Sonnengott; Sohn des Uranos und der Gaia; Titan

Hypnos, Gott des Schlafes

Götter und mythologische Figuren I-M

Iapetos, Sohn von Gaia und Uranos; Titan

Io, Tochter des Inachos, des ersten Königs von Argos

Iphigenie: Agamemnon, der Anführer der gegen Troja ziehenden Griechen hatte den Zorn der Artemis auf sich gezogen - entweder durch die Tötung eines Hirschen in einem heiligen Hain der Göttin oder durch die prahlerische Behauptung, er sei ein besserer Jäger als Artemis. Erzürnt brachte die Göttin den Wind zum Stillstand und verlangte, dass Iphigenie, seine jungfräuliche Tochter, geopfert werde; erst dann könne die Flotte losfahren. Agamemnon willigte ein, doch im letzten Moment wurde anstelle Iphigenies ein Hirsch geopfert. Iphigenie wurde nach Tauris gebracht, wo sie eine Priesterin der Artemis wurde

Kallisto war eine der Nymphen, die Artemis dienten. Als sie, erschöpft von der Jagd, schlief, sah Zeus sie und nahm sie gewaltsam. Kallisto versuchte, den Verlust ihrer Keuschheit vor Artemis zu verbergen, doch nach einigen Monaten entdeckte die Göttin beim Baden, dass jene schwanger war. Zornentbrannt verjagte Artemis Kallisto und setzte sie so der Eifersucht der Hera aus. Als Kallisto einen Sohn, Arkas, gebar, entdeckte Hera die Verfehlung des Zeus und verwandelte in ihrem Zorn Kallisto in eine Bärin. Diese wurde von Arkas erschossen und in das Sternbild Ursa Major (Großer Bär) verwandelt

Kastor und Polydeukes, Zwillinge, die Halbgötter wurden. Sie wurden Dioskuren, griechisch Dios kouroi ("Söhne des Zeus") genannt

Kentauren, Wesen halb Mensch, halb Pferd

Kerberos, ein riesiger, dreiköpfiger Hund, der die Tore zur Unterwelt bewachte

Koios, Sohn von Gaia und Uranos; Titan

Kreios, Sohn von Gaia und Uranos; Titan

Kronos, Herrscher der Titanen, Sohn des Uranos und der Gaia; folgte seinem Vater in der Weltherrschaft

Kyklopen, einäugige Riesen, deren Anführer Polyphem von Odysseus geblendet wurde

Klytaimnestra, Gattin und Mörderin Agamemnons, des Königs von Argos und Heerführers der Griechen im Krieg gegen Troja

Leda, Prinzessin von Sparta, Zeus besuchte sie in Gestalt eines Schwanes und zeugte mehrere Kinder mit ihr, unter anderem Helena

Leto, Tochter der Titanen Koios und Phoibe, die sich mit Zeus paarte und die göttlichen Zwillinge Artemis und Apollon empfing

Maia, Tochter des Titanen Atlas

Megara, Gemahlin des Herakles; gebar die so genannten Herakliden, die in einem von Hera verursachten Anfall von Wahnsinn von Heros getötet wurden

Metis, Tochter des Okeanos und der Thetys. Zeus heiratete die Titanin Metis unmittelbar nach seiner Machtübernahme und schwängerte sie. Gaia und Uranos hatten Metis eine außergewöhnliche Nachkommenschaft prophezeit: die Göttin Athene, die Zeus an Weisheit gleichkäme, und einen Sohn, der König über Götter und Menschen würde. Um deren Geburt zu verhindern, verschlang Zeus Metis. Sie empfing zwar nicht den Sohn, doch wurde Athene in voller Rüstung aus dem Haupt ihres Vaters geboren

Minos, Besitzer des Minotaurus und des Labyrinths; auf Erden König von Kreta; in der Unterwelt Richter über die Toten

Mnemosyne, Göttin der Erinnerungsgabe; Mutter der Musen; Tochter von Uranos und Gaia; Titanin

Moiren (Klotho, Lachesis, Atropos), Schicksalsgöttinnen

Musen, Schutzgöttinnen der Künste; Töchter des Zeus und der Mnemosyne: Erato (Lyrik, Hymnik), Euterpe (Flötenspiel), Kalliope (Epische Dichtkunst), Klio (Geschichte), Melpomene (Tragödie), Polyhymnia (Ernster Gesang), Terpsichore (Tanz), Thalia (Komödie), Urania (Astronomie)

Götter und mythologische Figuren N-P

Nemesis, Göttin der Vergeltung für Übeltaten oder unverdientes Glück

Nereus, Meeresgott, Vater der Nereiden

Nike, Göttin des Sieges

Niobe, Frau des Amphion, des Königs von Theben, sowie Tochter des Tantalos und Enkelin des Titanen Atlas. Sie hatte sieben Söhne und sieben Töchter (die Niobiden) und brüstete sich damit, dass sie mit mehr Nachkommen gesegnet sei als Leto, die Mutter von Artemis und Apollon. Leto war erzürnt und befahl ihren Kindern, Niobe zu bestrafen. Artemis erschoss die sieben Mädchen und Apollon die sieben Jungen

Nymphen (Oreaden, Nereiden; Najaden; Okeaniden, Dryaden), Naturgöttinnen niederen Ranges; wohnen in Quellen (Najaden), in Grotten, im Meer (Nereiden, Okeaniden), in Bäumen (Dryaden) und auf Bergen (Oreaden)

Nyx, Göttin der Nacht

Okeanos, Flussgott; Titan

Orion, ein Jäger und von ungeheurer Körpergröße, machte Oinopion, dem Herrscher von Chios, einen Besuch und säuberte die Insel von wilden Tieren. Als er durch die Wälder streifte, begegnete er Artemis und versuchte, sie zu vergewaltigen. Daraufhin schuf sie aus Erde einen Skorpion, der Orion und seinen Hund tötete. Dann wurde Orion in ein Sternbild verwandelt und sein Hund in Sirius, den Hundsstern

Orpheus, bekleidet mit Kultgewändern, seine Leier haltend, durch die er in die Unterwelt gelangte, wird begleitet von den Orphikern, Teilnehmern der orphischen Mysterien. Der Mann, die Frau und das Kind folgen ihrem Meister Orpheus nach dem Tod an den für sie bestimmten Ort

Pan, Wald- und Weidegott

Pentheus, der berühmteste - tragisch endende - Gegner des Dionysos, von dem auch in den Bacchae ("Bacchantinnen") des Euripides erzählt wird. Pentheus, der Enkel des Königs Kadmos von Theben, entdeckt, dass alle Frauen ihr Haus verlassen haben und in ekstatischem Taumel in den Bergen umherziehen. Sie folgen einem "Östlichen Fremden", der behauptet, er führe den neuen Kult des Dionysos ein. Pentheus lässt den Fremden gefangen nehmen (der in Wirklichkeit Dionysos selbst ist), doch dieser entkommt. Pentheus ist von Dionysos besessen und geht als Frau verkleidet in die Berge, wo er über die orgiastischen Feiern der Bacchantinnen spottet. Sie fangen ihn ein und reißen ihn, angeführt von seiner eigenen Mutter Agave, in einem Anfall von Wahnsinn in Stücke

Persephone, Vegetationsgöttin; Tochter der Demeter, Gemahlin des Hades und damit Königin der Unterwelt

Perseus, der Heros, der die Gorgo Medusa tötete und Andromeda davor bewahrte, von einem Seeungeheuer gefressen zu werden

Phoibe (die "Leuchtende, Reine"), Göttin des Orakels von Delphi vor Apollon; Tochter von Gaia und Uranos, Gattin des Koios und Mutter der Leto; Titanin

Phorkys, Meergott; Sohn des Pontos und der Gaia

Plutos, Gott des Reichtums; Sohn der Demeter

Pontos, Gott des Meeres

Poseidon, Gott des Meeres, der Erdbeben, der Pferde; Sohn des Kronos und der Rheia; einer der zwölf Olympier

Priapos, Gott der Fruchtbarkeit, v. a. der Bauern, der Gemüse- und Obstgärten beschützte. Er wurde als hässlicher alter Mann mit einem großen erigierten Phallus dargestellt. Über Priapos kursierten zahlreiche witzige und obszöne Geschichten; als sein Vater wurden Hermes, Dionysos, Pan oder Zeus genannt

Prometheus, Titan, Wohltäter der Menschen und Kulturbringer

Proteus, niederer Meeresgott

Psychopompos (Seelenführer), begleitete die Seelen der Verstorbenen in die Unterwelt; einer der zwölf Olympier

Götter und mythologische Figuren R-Z

Rhadamanthys und Aiakos, die Hades dabei halfen, das Leben der Menschen zu beurteilen und zu bestimmen, wie sie in der Unterwelt behandelt werden sollten; Richter über die Toten

Rheia, Göttermutter; Gemahlin des Kronos, Titanin

Satyrn, halb Ziege, halb Mensch; meist als bäuerlich, zügellos und wollüstig dargestellt

Selene, Mondgöttin; Schwester des Helios und der Eos

Semele, Tochter von Kadmos, dem Gründer Thebens

Sirenen, Dämoninnen, die mit ihrem Gesang Seefahrer auf ihre Insel lockten

Sisyphos, König von Korinth, der dem Tod ein Schnippchen schlagen wollte und auf ewig verdammt wurde, einen Felsblock den Berg hinaufzuschieben: sobald er oben war, rollte der Felsen wieder hinunter. Er wird von einer der Furien (Erinnyen) geschlagen

Sphinx, wörtlich "Würgerin", ein Wesen mit dem Gesicht einer Frau, dem Körper eines Löwen und den Flügeln eines Vogels. Sie gab den Menschen Rätsel auf und vernichtete jeden, der sie nicht lösen konnte

Tantalos, ein König in Kleinasien, der von den Göttern Ambrosia und Nektar stahl. Seine ewige Strafe bestand darin, nach Speise und Trank zu greifen, sie aber niemals zu erreichen, daher der Begriff "Tantalos-Qualen"

Tethys, Tochter des Uranos und der Gaia, Gemahlin des Okeanos, Titanin

Thanatos, Gott des Todes

Theia, Tochter des Uranos und der Gaia, Titanin

Themis, Göttin der Ordnung und der Erde; Tochter des Uranos und der Gaia, Titanin

Theseus, König von Athen; entführte Persephone aus dem Hades

Thetis, eine Nymphe. Es wurde prophezeit, sie werde einen Sohn gebären, der größer sei als ihr Vater. Deshalb gab Zeus sie dem Peleus, dem König von Thessalien, mit dem sie den großen Heroen Achilleus zeugte

Thetys, Tochter von Gaia und Uranos; Titanin

Titanen, sechs Söhne und sechs Töchter des Uranos und der Gaia; vorolympische Götter, die im Krieg gegen Zeus unterlagen

Triton, Meeresgott; Sohn des Poseidon und der Amphitrite

Tyche, Göttin des Zufalls

Uranos, Himmelsgott; Sohn und Gemahl der Gaia, Vater der Titanen

Zeus, Himmelsgott, Göttervater, oberster Gott der Olympier; Wettergott, Hüter der staatlichen Ordnung; der älteste Sohn des Kronos und der Rheia

Bibliografie:

  • Fritz Graf: Griechische Mythologie eine Einführung, Patmos Verlag, Düsseldorf 2001
  • Robert von Ranke-Graves: Griechische Mythologie Quellen und Deutung, Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg, 15. Auflage 2005
  • Herder Lexikon Griechische und Römische Mythologie, Herder Verlag, Freiburg 2001
  • Herbert J. Rose: Griechische Mythologie. Ein Handbuch, Verlag C. H. Beck, 2003
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