Hat die Oper eine Zukunft?
Kurzeinführung
Wer etwas über die Perspektiven der Oper erfahren will und sich die Frage stellt: "Hat die Oper eine Zukunft?", der muss sich zunächst mit ihrer Situation nach dem Zweiten Weltkrieg auseinander setzen.
Nach 1945 sah es zunächst noch so aus, als ob die zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Arnold Schönberg und seinen Schülern entwickelte freie Atonalität und besonders die daraus um 1920 entstandene Zwölftontechnik der Oper eine eindeutige neue Richtung geben würde. Während Joseph Matthias Hauer für die absolute Musik das System der Tropen erfand, das wie die Dodekaphonie auf der Gleichwertigkeit der zwölf Töne der chromatischen Skala fußt, erlebte in der Oper Schönbergs neues Prinzip vorerst einen beachtlichen Aufschwung. Doch bald wurde das strenge Regelwerk der Zwölftonmusik durchbrochen: Schönberg selbst und in verstärktem Maße sein wichtigster Schüler Alban Berg wichen von dem rein mathematischen Prinzip zugunsten deutlich empfundener Stimmungswerte und theatralischer Wirkungen ab. Dies ist bei Schönbergs "Moses und Aron" (1954) und noch viel mehr bei Alban Bergs "Lulu" (1937) zu bemerken. Auch "Wozzeck" (1925) ist in freier Atonalität unter Einbeziehung zahlreicher Formen der absoluten Musik, nicht jedoch unter konsequenter Anwendung der Reihentechnik angelegt.
In der Folge sind es vor allem Luigi Dallapiccola, Ernst Krenek, Winfried Zillig, Wolfgang Fortner, Giselher Klebe, Hanns Eisler, der früh verstorbene Peter Ronnefeld und teilweise auch Hans Werner Henze, die mit Opernkompositionen unter praktischer Anwendung der Zwölftontechnik zum Teil Aufsehen erregende Erfolge erzielen. Konnte sich die Dodekaphonie in der absoluten Musik noch kurz nach dem Zweiten Weltkrieg mit Hilfe von Persönlichkeiten wie René Leibowitz oder Pierre Boulez ausbreiten, so setzte sich bereits ab 1950 in diesem Bereich die serielle Musik mehr und mehr durch. In der Oper begann in den 50er Jahren eine geradezu hektische Suche nach neuen Formen, Klängen und Inhalten, die zu vielfältigen Formen des Musiktheaters führte.
In jüngster Zeit lässt sich dagegen eine gewisse Trendwende zurück zu insgesamt "konservativeren" Erscheinungsformen erkennen.
- Kurzeinführung
- Ideologie als kreative Kraft
- Intendanten geben Anstöße
- Auf der Suche nach neuen Wegen: Die Komponisten
- Anreiz und Provokation: "Multimedia-Show" und "Operaktion"
- Traditionalisten feiern Erfolge
- Mehr Quantität als Qualität: Zukunftsweisende Werke fehlen
- Griff in den "Opernfundus" birgt Zukunftsperspektiven









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