Humphrey Bogart
Kurzbiografie
- Name: Humphrey Bogart
- geboren am: 23.01.1899
- geboren in: New York
- gestorben am: 14.01.1957
- gestorben in: Beverly Hills/Kalifornien
- amerikanischer Schauspieler
Er verkörperte zumeist den einsamen Helden, der dem kalten Großstadtleben mit Zynismus begegnet und sich letztendlich behauptet.
Leben und Werk
Jugend und Theaterzeit
Der Sohn eines angesehenen Chirurgen und einer Künstlerin wuchs in New York auf. Auf Wunsch seines Vaters sollte er ebenfalls Arzt werden, brach aber das College ab und ging als Freiwilliger zur Marine. 1920 übernahm Bogart eine Tätigkeit als Bühnenmanager bei einem Tourneetheater; dort machte er auch seine ersten Erfahrungen als Schauspieler. Humphrey Bogart schien seinen Beruf gefunden zu haben, als er zwei Jahre später bei seinem Debüt in seiner Heimatstadt New York als romantischer Held in dem Stück "Drifting" Erfolge feierte. Die Bühnenkarriere war vorgezeichnet, zumal er in den 20er Jahren zu einer festen Schauspielergröße am Broadway avancierte.
Erste Schritte als Filmschauspieler
Bogarts Premiere in Hollywood Ende der 20er Jahre stand unter einem günstigen Stern. Für den aufkommenden Tonfilm waren Akteure mit ausdrucksstarker Stimme gefragt, und Bogarts tiefe Stimme gepaart mit seinen schauspielerischen Fähigkeiten verschaffte ihm schnell ein Engagement bei den Fox-Studios für 750 Dollar pro Woche. Von Hauptrollen war er allerdings noch weit entfernt: Er trat zunächst 1930 in dem Kurzfilm "So ist der Broadway" ("Broadway's Like That") auf.
Durchbruch als Schurke
Im Gegensatz zu seinen Theaterrollen blieben Bogarts Leinwandaktivitäten ohne große Beachtung, so dass er 1931 an den Broadway zurückkehrte. Doch auch dort verdiente er sich seinen Lebensunterhalt in den folgenden Jahren eher schlecht als recht; zeitweise machte der Amerikaner mehr Geld als Schachspieler denn als Schauspieler. Bogarts Ausdauer wurde 1935 belohnt. Seine Darstellung eines Gangsters in dem Stück "The Petrified Forest" überzeugte alle Kritiker - auch die in Hollywood: Ein Jahr später verfilmte Warner das Stück, und Bogart spielte mit. Da er auch diesmal zu gefallen wusste, war Bogart in der Folgezeit auf eher zwielichtige Charaktere festgelegt. Warner Brothers setzte den Mimen bis Anfang der 40er Jahre in fast 30 Produktionen ein.
Aufstieg zum Star
Ein für Bogart glücklicher Zufall verhalf ihm zu seiner ersten Hauptrolle, die ihm prompt Erfolg brachte. Eigentlich waren James Cagney und Edward G. Robinson als Zugpferde des Streifens "Entscheidung in der Sierra" ("High Sierra", 1940) vorgesehen, doch als beide absagten, nutzte Bogart seine Chance. Auch die Boulevardpresse war auf den coolen Mimen aufmerksam geworden und verfolgte Bogarts Eskapaden, die nicht selten mit Alkohol und Beziehungsproblemen zu tun hatten, mit zunehmender Aufmerksamkeit. Seinem Image als Schauspieler kamen diese Berichte sehr zu Gute.
Die eigentliche Bogart-Ära begann 1941 unter Regisseur John Huston im Rahmen der sog. Schwarzen Serie. Bogart verkörperte den eigenbrötlerischen, oft zynischen Privatdetektiv Sam Spade in "Die Spur des Falken" ("The Maltese Falcon"); die Rolle schien ihm wie auf den Leib geschrieben. Der Streifen prägte nachhaltig das Genre des Krimis: Fortan stand weniger die Frage "Wer war's", die den klassischen Detektivfilmen à la Sherlock Holmes zugrunde lag, im Mittelpunkt des Interesses, als viel mehr die Milieuschilderung einer kalten Großstadt, in der sich der Einzelne mit allen Mitteln zu behaupten versuchen muss.
In seinen nächsten Filmen, "Abenteuer in Panama" ("Across the Pacific", 1942) und dem späteren Kultfilm "Casablanca" (1942) spielte Bogart vom Leben enttäuschte und gezeichnete Zyniker, die letztlich doch auf der Seite der Gerechtigkeit stehen. Bogart verstand es meisterhaft, sein Raubein-Image mit einem kräftigen Schuss Empfindsamkeit und Romantik zu verbinden, was insbesondere auf Frauen eine starke Wirkung ausübte. Bogart war insgesamt viermal verheiratet; 1945 gab ihm seine Filmpartnerin Lauren Bacall aus dem Film "Haben und Nichthaben" ("To Have and Have Not", 1945) das Jawort.
Karriere-Highlights
Der nächste Triumph gelang erneut mit seinem Freund Howard Hawks als Regisseur. Die Verfilmung des Romans "Tote schlafen fest" ("The Big Sleep", 1946) von Raymond Chandler markierte fortan den Höhepunkt der Schwarzen Serie. Bogart spielte den Privatdetektiv Philip Marlowe nicht nur - er schien vollkommen in der Rolle aufzugehen. Es war fortan nur noch schwer zu entscheiden, ob es typisch für Bogart oder für Marlowe war, mit einer Zigarette im Mundwinkel, einem tief sitzenden Hut und mit einem langen, zerknitterten Trenchcoat identifiziert zu werden.
Auch privat setzte sich Bogart für Gerechtigkeit ein und protestierte Ende der 40er Jahre gegen den Ausschuss zur Untersuchung "unamerikanischer Umtriebe", der unter der Leitung des konservativen Senators Joseph R. McCarthy zu einem Feldzug gegen vermeintliche Kommunisten in den USA angetreten war. Als Kritiker McCarthys musste sich Bogart bald selbst des Vorwurfs erwehren, Kommunist zu sein. Seiner Karriere in Hollywood schadeten die haltlosen Anschuldigungen nicht: Für die Hauptrollen in "Ein einsamer Ort" ("In a Lonely Place", 1950) und "African Queen" (1951) strich Bogart Spitzengagen ein. Sein letzter großer Erfolg war 1954 der Streifen "Die Caine war ihr Schicksal" ("The Caine Mutiny"). Drei Jahre später starb der 57-Jährige in Beverly Hills/Kalifornien an Krebs.
Würdigung
Der Amerikaner gilt durch seine Hollywoodrollen als Inbegriff des einsamen Helden und zynischen Individualisten, der mit seiner Art der Darstellung die sog. Schwarze Serie - und damit das Genre des Kriminalfilms in den 40er Jahren überhaupt - maßgeblich prägte.
Ehrungen und Preise: Für seine Darstellung eines kantigen Schiffskapitäns in John Hustons Film "African Queen" (1951) wurde Humphrey Bogart mit dem Oscar als bester Schauspieler ausgezeichnet.
Wichtige Filme Humphrey Bogarts im Überblick
1940: "Entscheidung in der Sierra" ("High Sierra") Regisseur: Raoul Walsh. Bogart verkörpert den Revolverhelden Roy Earle, der trotz aller "schlechten" Seiten als eine Art Robin Hood Amerikas auftritt.
1941: "Die Spur des Falken" ("The Maltese Falcon") Regisseur: John Huston. Bogart alias Privatdetektiv Sam Spade nimmt es bei der Suche nach einem wertvollen Kunstgegenstand allein mit einer Gangsterbande auf. Die düstere Atmosphäre des Streifens und der Romanvorlage von Dashiell Hammett wird durch knappe Dialoge, Kameraführung und die coole, zynische Hauptperson unterstrichen.
1942: "Abenteuer in Panama" ("Across the Pacific") Regisseur: John Huston, Vincent Sherman. Kurz vor dem drohenden japanischen Überfall auf die USA im Zweiten Weltkrieg lässt sich ein entlassener amerikanischer Armeehauptmann (Bogart) scheinbar von den Japanern anwerben, um seinem Land zu dienen.
1942: "Casablanca" Regisseur: Michael Curtiz Bogart spielt den Barbesitzer Rick in Casablanca, der dem von Nazi-Deutschland verfolgten Widerstandskämpfer zur Flucht in die USA verhelfen könnte. Da dessen Frau Ilsa (Ingrid Bergman) aber Ricks große Liebe aus früherer Zeit ist, kommt es zu Komplikationen. Letztendlich verzichtet Rick auf Ilsa, die zusammen mit ihrem Mann entkommt. Der Film entwickelt sich in der Folgezeit zum Kultstreifen.
1945: "Haben und Nichthaben" ("To Have and Have Not") Regisseur: Howard Hawks. Frei nach Ernest Hemingway verkörpert Humphrey Bogart den amerikanischen Schiffseigner Harry Morgan, der französische Résistancekämpfer des Zweiten Weltkriegs auf Martinique vor Ordnungshütern der deutschfreundlichen Vichy-Regierung rettet.
1946: "Tote schlafen fest" ("The Big Sleep") Regisseur: Howard Hawks. Bogart alias Privatdetektiv Philip Marlowe soll dem Erpresser einer reichen Familie das Handwerk legen. Bei seinen Ermittlungen stößt er auf dunkle Machenschaften der Familie selbst und gerät in Folge von Intrigen mehrfach in Lebensgefahr.
1950: "Ein einsamer Ort" ("In a Lonely Place") Regisseur: Nicholas Ray. Als ein Schriftsteller (Bogart) eines Mordes bezichtigt wird und die Indizien gegen ihn zu sprechen scheinen, wenden sich seine Freunde von ihm ab. Als am Ende seine Unschuld bewiesen wird, steht der Autor allein da.
1951: "African Queen" Regisseur: John Huston. Bogart ist als wenig charmanter Kapitän mit einer Nonne an Bord vor deutschen Kanonenbooten im Ersten Weltkrieg auf der Flucht. Die ungleichen Charaktere entwickeln im Verlauf ihrer abenteuerlichen Fahrt durch Afrika zunehmend Sympathie füreinander.
1954: "Die Caine war ihr Schicksal" ("The Caine Mutiny") Regisseur: Edward Dmytryk. Vor Gericht kommt es zum Showdown zwischen zwei Offizieren eines US-Minenräumbootes und dem Kapitän (Bogart), der von seinen Männern wegen Unzurechnungsfähigkeit entmachtet worden war.
Bibliografie:
- Jeffrey Meyers: Humphrey Bogart. Ein Leben in Hollywood, 1998
- Darwin Porter: The secret life of Humphrey Bogart, the early years (1899-1931), 2003
- Richard Schickel, George Perry: Bogart, München 2006









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