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THEMEN

Indischer Ozean

Gliederung und Erdkrustenplatten

Der Indische Ozean greift weniger stark in das benachbarte Festland ein, als dies bei den anderen Weltmeeren der Fall ist. Dies hat zur Folge, dass es nur wenige Neben- und Randmeere gibt. Hierzu gehören der Golf von Oman mit seiner Fortsetzung, dem Roten Meer, der Persische Golf, die Arabische See und der Golf von Bengalen.

In tektonischer Hinsicht nimmt der Indische Ozean den größten Teil der Indisch-Australischen Platte ein, die von Vorderindien bis Neuseeland reicht. Der Westen des Ozeans ist Teil der Afrikanischen Platte. Die Grenze zwischen den beiden Platten bildet der Zentralindische Rücken. Der Süden des Ozeans, jenseits des Indisch-Antarktischen Rückens, gehört zur Antarktischen Platte. Über den Westlichen Indischen Rücken, der vom Zentralen Rücken abzweigt, besteht Verbindung zum mittelozeanischen Rücken des Atlantiks.

Durch die genannten Rücken sowie eine Reihe weiterer kleiner Rücken ist der Ozean in eine große Zahl von Becken gegliedert. Auffällig ist, dass schon in geringem Abstand zur Küste Tiefseegräben verlaufen. Flache Schelfgebiete kommen in größerer Ausdehnung nur an der australischen Küste vor.

Die Entwicklung des Indischen Ozeans geht zurück auf die Zeit vor 130-140 Millionen Jahren, als sich Afrika von dem alten Festlandskomplex Gondwana löste und zum selbständigen Kontinent wurde. Vor ca. 110 Millionen Jahren zerbrach auch die restliche Landmasse des einstigen Gondwanalandes. Ein Teil bewegte sich nach Norden und bildet den heutigen Subkontinent Indien. Der Rest zerteilte sich in Australien und das antarktische Festland. Die durch diese allmählichen Bewegungen geschaffenen Zwischenräume erfüllt der heutige Indische Ozean.

Auch heute noch sind Bewegungen der großen Platten festzustellen. Die Kollision der Indisch-Australischen Platte mit der nördlich angrenzenden Asiatischen Platte ist Ursache für die häufigen Erdbeben in Nordindien und im südlichen Himalaja. Der Vulkanismus auf Sumatra und vor allem Java deutet darauf hin, dass in dieser Region Gesteinsmaterial der ozeanischen Erdkruste abtaucht und in der Tiefe aufgeschmolzen wird.

Geologisch besonders interessant ist das Rote Meer, denn hier wird die Spaltung einer großen Landmasse in ihrem Anfangsstadium deutlich. Vor 25 Millionen Jahren begann dieser Prozess, der das Rote Meer allmählich ausweitet.

Bild
Rotes Meer: Lageskizze

Eine weitere Besonderheit des Indischen Ozeans sind die zahlreichen untermeerischen Plateaus. Viele von ihnen hält man für kontinentale Bruchstücke oder Kleinkontinente, so genannte Terrane, die bei der Bewegung der Platten abgebrochen sind oder zurückblieben.

  1. Begrenzung und Größe
  2. Gliederung und Erdkrustenplatten
  3. Meeresströmungen
  4. Klima
  5. Inseln
  6. Inselstaaten
  7. Erkundung des Indischen Ozeans
  8. Wirtschaftliche Nutzung
  9. Schifffahrt
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