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Innere Energie und der 1. Hauptsatz der Wärmelehre

Schon unzählige Tüftler vergangener wie auch heutiger Zeiten haben sich an der Konstruktion eines Perpetuum Mobile versucht. Darunter versteht man eine Maschine, die "von selbst" läuft und dabei Arbeit leistet, ohne dass man irgendeine Energie in sie hineinstecken müsste; eine tolle Sache! Damit wären alle Energieprobleme der Menschheit gelöst. Leider sind aber alle Versuche in dieser Richtung, so raffiniert sie auch sein mögen, von vornherein zum Scheitern verurteilt. Es gilt nämlich immer noch die alte Regel, dass auch die tollste Maschine dort nichts zaubern kann, wo vorher nichts hineingesteckt wurde. In der Thermodynamik hat diese Regel einen ziemlich spröden Namen; dort heißt sie "1. Hauptsatz der Wärmelehre" und besagt unter anderem, dass die innere Energie eines abgeschlossenen Systems erhalten bleibt. Es lohnt genauer anzusehen, was sich dahinter verbirgt. Vielleicht kannst du dann demnächst einem eifrigen Perpetuum-Mobile-Erfinder viel überflüssige Arbeit ersparen.

Was ist innere Energie?

Schauen wir uns zum Beispiel ein Gas an, das in einem Gefäß gefangen ist. Welche Energien sind in diesem Gas gespeichert? Da ist zum Ersten die Wärmeenergie des Gases, die nichts anderes als die Bewegungsenergie der unzähligen Gasatome oder -moleküle ist. Zum Zweiten üben diese Atome oder Moleküle Kräfte aufeinander aus, die elektromagnetischer Natur sind. Das kommt daher, dass die Teilchen manchmal elektrisch geladen sind. Und selbst wenn sie nach außen elektrisch neutral erscheinen, sind ihre Ladungen im Innern meist nicht gleichmäßig verteilt und das führt zu einer elektromagnetischen Kraftwirkung zwischen den Teilchen. Und zum Dritten können die Moleküle auch noch um ihren eigenen Schwerpunkt schwingen, und auch in dieser Bewegung ist Energie gespeichert.

Diese drei Energien ergeben zusammengenommen die innere Energie des Gases. Sie heißt innere Energie, weil sie in dem Gas gespeichert ist, auch wenn dieses völlig von der Außenwelt abgeschlossen und in einen Kasten eingesperrt wird. Das Symbol für die innere Energie ist U und ihre Einheit ist, wie für alle Energieformen, das Joule, kurz J.

Bringen wir das Gas nun zum Beispiel zwischen die Pole eines großen Magneten, so werden sich die Gasteilchen nach der Richtung des Magnetfeldes ausrichten. Die Energie, die mit dieser Ausrichtung verbunden ist, zählt nicht zur inneren Energie des Gases, denn sie wird von außen durch das Magnetfeld in das Gas hineingebracht. Wenn das Magnetfeld abgeschaltet wird, verschwindet die Ausrichtung der Gasteilchen wieder. Präge dir diesen Unterschied zwischen innerer und äußerer Energie gut ein, denn der Begriff der inneren Energie ist für die Wärmelehre sehr wichtig!

  1. Was ist innere Energie?
  2. Der 1. Hauptsatz der Wärmelehre
  3. Die innere Energie des idealen Gases

Bibliografie:

  • David Halliday, Robert Resnick, Jearl Walker: Halliday Physik, Weinheim 2009
  • Dieter Meschede (Hrsg.): Gerthsen Physik, Berlin 2006
  • Paul A. Tipler, Gene Mosca: Physik, Heidelberg 2009
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