Japan (Nihon-Koku)
Heisei-Zeit (seit 1989)
Anfang der 90er Jahre führten Auseinandersetzungen um die Öffnung des japanischen Binnenmarktes zu wachsenden Spannungen mit den USA. 1993 scheiterte die LDP im Parlament mit ihrem Vorschlag zu einer Wahlrechtsreform, da 33 Abgeordnete aus den eigenen Reihen unter der Führung von Tsutomu Hata und Ichiro Ozawa mit der Opposition stimmten. Daraufhin verließen die Abgeordneten der Ozawa-Hata-Fraktion die LDP, und es kam zu mehreren Parteineugründungen.
1993 verfehlte die LDP erstmals die absolute Mehrheit. Gestützt von einem Regierungsbündnis aus sieben Oppositionsparteien wurde Morihiro Hosokawa (1993/94) neuer Premierminister. Angetreten gegen die Korruption der jahrzehntelangen LDP-Herrschaft stolperte er bereits nach acht Monaten selbst über private Finanzgeschäfte. Nachdem auch die Minderheitsregierung Tsutomu Hatas (April bis Juni 1994) schon nach wenigen Wochen scheiterte, bildeten LDP und SPJ eine Koalitionsregierung. Ministerpräsident wurde der Sozialist Tomiichi Murayama (1994-1996). Ende 1994 schlossen sich neun Oppositionsparteien zur New Frontier Party (NFP) zusammen. Nachfolger des im Januar 1996 zurückgetretenen Ministerpräsidenten Murayama wurde Ryutaro Hashimoto (LDP).
1995 erschütterten die Zerstörung Kobes durch ein Erdbeben, durch die Aum-Sekte verübte Giftgasanschläge in der Tokioter U-Bahn sowie ein schwerer Reaktorunfall im Atomkraftwerk von Monju das nationale Selbstvertrauen.
1997 verschärfte sich die langjährige Wirtschafts- und Finanzkrisedramatisch. Nach Hashimotos Rücktritt 1998 wurde Keizo Obuchi von der LDP neuer Regierungschef. Nachdem dieser im April 2000 schwer erkrankte (und wenig später starb), wählte das Parlament Yoshiro Mori zum neuen Regierungschef. Er blieb auch nach den Parlamentswahlen im Juni 2000 an der Spitze einer Koalition aus LDP, Neuer Komeito und Neuer Konservativer Partei. Da Mori bei der Bewältigung der schweren Wirtschaftkrise scheiterte, wurde er im April 2001 als LDP-Vorsitzender und Regierungschef von Junichiro Koizumi abgelöst. Koizumi bemühte sich um eine Erneuerung der LDP sowie um ökonomische Reformen. In der Außenpolitik unterstützte Japan im Irakkonflikt die Haltung der USA. Obwohl Koizumi 2002 als erster japanischer Ministerpräsident nach Nordkorea reiste, blieben die Beziehungen zu dem dikatorischen Regime gespannt. Bei den Unterhauswahlen 2003 konnte die oppositionelle Demokratische Partei erhebliche Mandatsgewinne verbuchen, die LDP blieb aber mit Abstand stärkste politische Kraft. Koizumi setzte weiter auf Strukturreformen, zuletzt eine Postreform. Die Bevölkerung bestätigte seinen Kurs bei den vorgezogenen Wahlen 2005. Im folgenden Jahr übernahm Shinzo Abe von Koizumi das Amt des LDP-Vorsitzenden und wurde vom Parlament zum neuen Regierungschef gewählt. Sein Kabinett verlor durch verschiedene Skandale schnell an Ansehen in der Öffentlichkeit. Bei den Oberhauswahlen im Juli 2007 musste die LDP eine schwere Niederlage hinnehmen. Nach Abes Rücktritt im September 2007 wurde Yasuo Fukuda (LDP) neuer Ministerpräsident. Er wurde bereits im September 2008 von Taro Aso (LDP) abgelöst. Nach dem schlechten Abschneiden der LDP bei Kommunalwahlen fanden im August 2009 vorgezogene Parlamentswahlen statt, die zu einer vernichtenden Niederlage der regierenden Liberaldemokraten führten. Die Demokratische Partei mit Yukio Hatoyama an der Spitze errang einen überwältigenden Wahlsieg und beendete damit die jahrzehntelange politische Vorherrschaft der LDP.
Hatoyama wurde Ministerpräsident an der Spitze einer Koalition aus Demokratischer Partei, Sozialdemokraten und Neuer Volkspartei. Im Zusammenhang mit einem Streit über die US-amerikanische Militärbasis auf Okinawa verließen die Sozialdemokraten im Mai 2010 das Regierungsbündnis. Aufgrund dieser Entwicklung und im Zusammenhang mit einer Parteispendenaffäre trat Hatoyama als Partei- und Regierungschef zurück. Sein Nachfolger in beiden Ämtern wurde der bisherige Finanzminister Naoto Kan.
- Vor- und Frühzeit (bis 3. Jh. n. Chr.)
- Yamato-Reich (3. Jh.-710)
- Nara-Zeit: Aufstieg des Hofadels (710-794)
- Blüte der Heian-Zeit (794-1185)
- Kamakura-Zeit (1185-1338)
- Muromachi-Zeit: Dezentralisation (1338-1573)
- Azuchi-Momoyama-Zeit (1573-1603)
- Isolation in Tokugawa-Zeit (1603-1868)
- Meiji-Zeit (1868-1912): Weg in die Moderne
- Taisho-Zeit (1912-1926)
- Showa-Zeit (1926-1945): Faschismus und Krieg
- Showa-Zeit (1945-1989): Wirtschaftsriese
- Heisei-Zeit (seit 1989)









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