Kriminalliteratur
Einleitung
"Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett" - der Titel eines bekannten Schlagers der 1960er Jahre gilt für viele "Mimis" heute wie damals. Ein Mord, die daraus folgenden Verstrickungen und deren möglichst spannende Auflösung faszinieren das Publikum. Und auch wenn sich zu den vielen weiblichen Krimifans zahlreiche männliche dazugesellen, sind es doch gerade die Leserinnen, die dem Kriminalroman seine immense Verbreitung garantieren.
Die Kriminalliteratur ist so weit verbreitet wie kaum ein anderes Literaturgenre; das gilt für die "klassischen" Detektivromane schon seit dem Erscheinen von Edgar Allen Poes (1809-1849) Doppelmord in der Rue Morgue (1841), noch mehr aber für die viel populäreren Thriller und die in Serie erscheinenden Heftromane wie Jerry Cotton. Die großen Kriminalromanschriftsteller wie Agatha Christie (1890-1976) - auch unter den berühmten Schreibern dieser Zunft finden sich viele Frauen - haben mit ihren Büchern Millionenauflagen in Dutzenden Sprachen erreicht. Auch in den deutschsprachigen Ländern gehört die Kriminalliteratur zu den beliebtesten Literatursparten, wie vergangene Umfragen von Tageszeitungen zeigten.
Doch gerade hierzulande steht diesem Erfolg der Kriminalliteratur eine langwährende Geringschätzung seitens der Literaturkritiker entgegen. In den englischsprachigen Ländern wird den mistery stories (wie Kriminalgeschichten und Thriller dort genannt werden) dagegen schon lange eine Anerkennung ihres hohen handwerklichen Niveaus entgegengebracht. Erst seit den 1960er Jahren beginnt sich auch in Deutschland die Einstellung der Literaturkritiker und der Literaturwissenschaftler zu ändern, und man versucht auch hier vermehrt, dem Phänomen "Krimi" auf die Spur zu kommen.









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