Krokodile - lebende Verwandte der Dinosaurier
Lexikon: Krokodile
Merkmale:
Krokodile haben eine eigentümliche, unverwechselbare Gestalt. Zu ihnen gehören die größten lebenden Reptilien mit einer Länge von mehr als 7 m. Der Körper ist echsenförmig und mit Schuppen oder größeren Hornplatten und -höckern bedeckt, die besonders auf dem Rücken, bei einigen Arten auch an den Seiten und am Bauch, mit Knochenplatten unterlegt sind. Daher rührt auch der zweite Name: Panzerechsen. Der Schwanz ist als kräftiger Ruderschwanz ausgebildet. Die Extremitäten sind verhältnismäßig kurz, und die Füße tragen vorn fünf und hinten vier Zehen. Die hinteren Zehen sind durch Schwimmhäute miteinander verbunden.

Der Kopf ist massig und die Kiefer sind mit zahlreichen spitz-kegelförmigen Zähnen bestückt. Diese dienen zum Ergreifen und Festhalten der Beute, nicht zum Kauen. Anhand der Form der Kieferknochen lassen sich die drei Familien unterscheiden: Gaviale haben eine lang ausgezogene Schnauze mit lauter gleichförmigen Zähnen. Auch die Schnauze der Echten Krokodile wirkt eher länglich, wenn auch nicht so stark. Alligatoren haben eine stark abgerundete Schnauze, so dass der Kopf sehr plump wirkt. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal liefert der vierte Unterkieferzahn: Bei geschlossenen Kiefern ist er bei den Echten Krokodilen äußerlich sichtbar, bei den Alligatoren hingegen passt er sich so in eine Höhlung des Oberkiefers ein, dass er äußerlich nicht sichtbar ist.
Verbreitung und Lebensraum:
Die Echten Krokodile sind in den Tropengebieten der ganzen Welt verbreitet. Alligatoren kommen mit Ausnahme des China-Alligators nur in der Neuen Welt vor, und die Gaviale sind nur noch mit einer Art vertreten, dem Ganges-Gavial, der in Indien beheimatet ist. Die meisten Arten leben im Süßwasser, einige wie das Nilkrokodil und das Leistenkrokodil sind manchmal auch in Brackwasser oder sogar Meerwasser anzutreffen. Krokodile leben überwiegend im oder am Wasser, können aber auch längere Wanderungen über Land unternehmen.
Nahrung:
Krokodile sind reine Fleischfresser, und sie erbeuten alles, was im Wasser lebt oder zum Trinken ans Wasser kommt und was sie überwältigen können.
Fortpflanzung:
Nach der Begattung legen die Weibchen bis zu hundert hartschalige Eier in der Größe von Hühner- oder Gänseeiern in Nesthügel aus Laub oder in Sandgruben und bewachen anschließend das Gelege, bis die Jungen schlüpfen. Diese geben schon kurz vor dem Schlüpfen deutlich vernehmbare quäkende Laute von sich. In der ersten Zeit werden sie noch von der Mutter geführt. Eine Besonderheit bei den Krokodilen ist, dass sie zeitlebens wachsen.
Höchstalter:
Man vermutet, dass Krokodile ein Höchstalter von etwa hundert Jahren erreichen können.
Gefährdung:
Da Krokodilleder ein gefragter Modeartikel ist, sind alle Krokodile durch intensive Bejagung bedroht. Manche Arten unterliegen mittlerweile strengen Schutzbestimmungen, und die Zucht in Krokodilfarmen wirkt sich günstig auf den Bestand der Wildpopulationen aus.
- Lexikon: Krokodile
- Lexikon: Echte Krokodile
- Lexikon: Alligatoren
- Lexikon: Gaviale
- Übersicht
Bibliografie:
- Joachim Brock: Krokodile. Ein Leben mit Panzerechsen, Natur und Tier Verlag, Münster 1998
- Gunther Köhler: Reptilien und Amphibien Mittelamerikas: Band 1. Krokodile, Schildkröten, Echsen, Herpeton Verlag, Offenbach 2000
- Charles A. Ross (Hrsg.): Krokodile und Alligatoren, Orbis Verlag, München 2002
- Günther Nietzke: Die Terrarientiere: Band 3. Krokodile und Schlangen, Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart 2002









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