Kunst und Architektur in der DDR
Einbindung ins System
Ideologische Indoktrination
Seit der Gründung der DDR 1949 nahmen Partei und Staatsapparat in unterschiedlicher Form und unterschiedlichem Ausmaß Einfluss auf die Kunst- und Literaturproduktion, die sich nach den von ihnen vorgegebenen Zielsetzungen auszurichten hatte. „Parteilichkeit“, „Volksverbundenheit“, „Dienst an den Bedürfnissen der Werktätigen“, „Vertiefung der Freundschaft mit der Sowjetunion“ und „Abgrenzung vom Klassenfeind“, vor allem aber „sozialistischer Realismus“ waren die Schlagworte, welche die offizielle Kulturpolitik der DDR-Führung vor allem in der Anfangszeit des Staates bestimmten. Auch später gab es mehrfach Schübe der verstärkten ideologischen Indoktrination in den Bereichen Literatur, Kunst und Architektur.
Schwierige Situation der Kulturschaffenden
Für die Künstler und Schriftsteller war es kaum möglich, sich den von oben verkündeten Doktrinen zu entziehen. Sie wurden schon während der Ausbildung in das System sozialistischer Erziehung eingebunden und hatten ohne Mitgliedschaft in den offiziellen Künstler- und Schriftstellerorganisationen kaum Chancen, ihre Werke der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, denn sie waren auf öffentliche Stellen und Aufträge angewiesen: Es gab keinen privaten Kunsthandel und keine Privatverlage, bei denen Autoren veröffentlichen konnten. Zugleich übernahmen die offiziellen Künstlerverbände eine umfassende Fürsorge für ihre Mitglieder, die - anders als viele Künstler und Autoren in Westdeutschland - nicht unter Existenznöten leiden mussten. Auf dieser Grundlage von künstlerisch-gesellschaftlicher Reglementierung und existenzieller Sicherheit entwickelte sich in der DDR eine vielfältige Kunst- und Literaturszene, die Werke höchsten Ranges hervorgebracht hat.
- Einbindung ins System
- Architektur zwischen Repräsentativstil und Plattenbauweise
- Kunst im Bann der Kulturpolitik der 1950er Jahre
- Entwicklung individueller Handschriften in den sechziger Jahren
- Die 1970er Jahre - „Konfliktbild“ und Hinwendung zum Alltag
- Die Mauer schwankt - Grenzüberschreitende Kunst der 1980er Jahre
Bibliografie:
- Elfriede Brüning: 40 Kunst-Werke aus der DDR, Berlin 2009
- Werner Durth, Jörn Düwel: Architektur und Städtebau der DDR. Die frühen Jahre, Berlin 2007
- Ulrike Goeschen: Vom sozialistischen Realismus zur Kunst im Sozialismus. Die Rezeption der Moderne in der Kunst und Kunstwissenschaft der DDR, Berlin 2001
- Moritz Holfelder: Palast der Republik. Aufstieg und Fall eines symbolischen Gebäudes, Berlin 2008
- Kunst der DDR: 1945-1959, Leipzig 1982
- Kunst der DDR: 1960-1980, Leipzig 1983
- Museum Giersch (Hg.): Mattheuer, Tübke, Triegel. Eine Frankfurter Privatsammlung, Frankfurt am Main 2007
- Gisela Schirmer: Willi Sitte - Lidice, Berlin 2011
- Daniel Sehnert: Der Städtebau und dessen Leitbilder in der DDR, München 2010









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