Manon Lescaut, Dramma lirico in quattro atti (Lyrisches Drama in vier Akten) von Giacomo Puccini
Biografischer Kontext
"... und Gott berührte mich mit dem kleinen Finger und sprach: schreibe für das Theater! Merke dir: nur für das Theater."
An diesem "göttlichen Auftrag" hat Puccini sein Leben lang festgehalten. Und so macht er sich nach Abschluss seiner Studien im Jahr 1883 an die Komposition seiner ersten Oper "Le Villi" auf einen Text von Ferdinando Fontana, mit der er sich an einem von dem Verleger Edoardo Sonzogno ausgeschriebenen Wettbewerb beteiligt. Obwohl Puccini mit diesem Werk keinen Preis gewinnt, entscheidet die Oper dennoch über seine weitere Zukunft, denn sie beschert ihm den Kontakt zum Verleger Tito Ricordi - eine für beide Seiten erfolgreiche Verbindung, die nach dessen Tod von seinem Sohn Giulio weiter gepflegt wird.

Nach dem Misserfolg seiner zweiten Oper "Edgar" im April 1889 nimmt Giacomo Puccini wenig später mit der Vertonung von Abbé Prévosts Roman "Histoire du Chevalier des Grieux et de Manon Lescaut" ein heikles Projekt in Angriff, hatte doch der französische Komponist Jules Massenet eine Oper über dasselbe Thema 1884 mit großem Erfolg an der Pariser Oper uraufgeführt und sich damit seitdem einen festen Platz im Opernrepertoire gesichert. Aber Puccini ist so fasziniert von dem Stoff, dass er sich nicht umstimmen lässt, und mit der Premiere am 1. Februar 1893 im Teatro Regio Turin gelingt Giacomo Puccini der musikalische Durchbruch und ein internationaler Erfolg - ein Ereignis von musikhistorischer Bedeutung, denn Giacomo Puccini hatte während der Arbeit an dieser Oper angesichts seiner desolaten finanziellen Situation geäußert: "wenn diese Oper kein Erfolg wird, suche ich mir einen anderen Beruf". Noch im selben Jahr wird das Werk in Buenos Aires, Rio de Janeiro, St. Petersburg, Madrid und Hamburg und ein Jahr später am Royal Opera House Covent Garden in London aufgeführt.
Bibliografie:
- Abbé Prévost: Manon Lescaut, P. Reclam Verlag, Stuttgart 1977
- Giacomo Puccini: Manon Lescaut, Oper in vier Akten. Neue deutsche Übersetzung von Joachim Popelka, Ricordi-Textbücher, München 1953









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