Maurice Ravel
Zeit und Welt
Das Paris Georges Bizets ist eine, auf Wunsch seiner Majestät, Napoleon III., aufblühende Kulturmetropole in Europa. Es ist nicht nur eine politisch unruhige und bewegte Zeit, sondern auch in der Musik vollziehen sich tief greifende Wandlungen und bestehen gleichzeitig die gegensätzlichsten Strömungen nebeneinander. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erleben die großen dramatischen Opern Giuseppe Verdis ebenso das Licht der musikalischen Welt wie die spritzigen Operetten Jacques Offenbachs; die von Richard Wagner neu geschaffene Form des Gesamtkunstwerks polarisiert die Gemüter. Im Zeitalter der -ismen folgen Realismus, Naturalismus und Symbolismus unmittelbar aufeinander, ja bestehen zum Teil parallel nebeneinander; der Impressionismus entwickelt sich zur selben Zeit wie noch die Romantik ihre akustischen Spuren hinterlässt. In der Kunst zerfällt der Impressionismus noch in den Neoimpressionismus, den Pointillismus und den Nachimpressionismus; abgelöst wird er schon bald vom Expressionismus. Diese Welt bildet den kulturellen Nährboden, auf dem sich das Talent von Maurice Ravel entwickelt und dessen unterschiedliche Anregungen er zu einem eigenständigen Werk verarbeitet.
Bibliografie:
- Theo Hirsbrunner: Maurice Ravel. Sein Leben - Sein Werk, Laaber-Verlag, Laaber 1989
- Musikfestspiele Saar 1993: Festival Maurice Ravel, Pfau Verlag, Saarbrücken 1995
- Siegfried Schmalzriedt: Ravels Klaviermusik, München, 2006
- Michael Stegemann: Maurice Ravel (rororo monographie 538), Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek 1996









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