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THEMEN

Max Frisch

Biografie

"Die Zeit verwandelt uns nicht, sie entfaltet uns nur." (Max Frisch)

Max Frisch wird am 15. Mai 1911 im Züricher Vorort Hottingen in eine gutbürgerliche Familie hinein geboren: die Mutter ist die Tochter eines Malers und der Vater Architekt, wodurch Max der Besuch des Gymnasiums ermöglicht werden kann, das er bis zur Reifeprüfung im Jahr 1930 besucht. Bereits als Schüler interessiert ihn die Schriftstellerei mehr als der Unterricht, wovon erste dramatische Versuche wie "Stahl" (Schauspiel, 1927) zeugen. Mit jugendlicher Selbstsicherheit schickt Max diese Entwürfe an den damals bekanntesten Theaterregisseur Max Reinhardt nach Berlin, dessen positive Beurteilung seiner Erstlingswerke ihn zu weiterem Schaffen ermutigt. Als er durch den frühen Tod seines Vaters im Jahr 1932 gezwungen wird, nicht nur auf eigenen Füßen zu stehen, sondern auch seine Mutter mit zu unterstützen, arbeitet er zunächst als Journalist für die "Neue Züricher Zeitung". In dieser Zeit entsteht auch sein erster Roman "Jürg Reinhart".

Aber so geradlinig sollte sein schriftstellerischer Weg in den nächsten Jahren nicht weiterverlaufen: Selbstzweifel veranlassen ihn, alle bisherigen Werke zu verbrennen, und 1936 schreibt er sich - aus Liebe zu einer Frau, die dafür plädiert, dass er "etwas werden müsse" - an der Technischen Hochschule in Zürich für ein Architekturstudium ein, das er 1941 mit einem Diplom abschließt. Mit der Einrichtung eines eigenen Architekturbüros im Jahr 1943 bestimmen in den folgenden Jahren beide Berufe, die ihre jeweils eigene schöpferische Kreativität in ihm aktivieren, seinen Lebensweg. Eine Bekanntschaft mit dem späteren Direktor des Züricher Schauspielhauses, Kurt Hirschfeld, regt Max Frisch an, mit Bühnenwerken neue literarische Wege zu beschreiten: Zwischen 1945 und 1953 verfasst er Dramen, die sich mit der aktuellen geschichtlichen Situation der Nachkriegszeit auseinander setzen.

Max Frisch ist zeit seines Lebens viel gereist; seine Erlebnisse haben sich nicht nur in seinen Tagebüchern niedergeschlagen, sondern haben auch auf vielfältigste Art und Weise Eingang in sein dichterisches Werk gefunden. Im Jahr 1951 bricht er mit einem Literatur-Stipendium in der Tasche zu einem einjährigen Aufenthalt in die USA und nach Mexiko auf; der 1954 erschienene Roman "Stiller" ist die Quintessenz dieser Erlebnisse. Damit gelingt Frisch der schriftstellerische Durchbruch, so dass er sich fortan ganz dieser Tätigkeit widmet und sein Architekturbüro auflöst. In den folgenden Jahren entsteht eine Vielzahl neuer literarischer Werke, die alle eines gemeinsam haben: Frischs persönliche Betroffenheit über die Zeit und Welt, in der er lebt.

Vielfach geehrt und mit Ehrendoktoraten (u. a. der City University of New York) ausgezeichnet, stirbt Max Frisch nach mehreren Jahren qualvollen Leidens am 4. April 1991 in Zürich an Krebs. Max Frisch war zweimal verheiratet: in erster Ehe mit Constanze von Meyenburg (1942-1959), aus der ein Sohn und zwei Töchter stammen und in zweiter Ehe mit Marianne Oellers (1968-1979); 1958-1962 war er mit Ingeborg Bachmann liiert; seine letzte Lebensgefährtin war Karin Pilliod.

  1. Biografie
  2. Werk
  3. Das Tagebuch als stilistisches Mittel
  4. Werke
  5. Max Frisch als Architekt
  6. Preise

Bibliografie:

  • Heinz L. Arnold (Hrsg.): Max Frisch. Edition Text & Kritik Nr. 47/48, 1983
  • Heinz Ludwig Arnold: Was bin ich? Über Max Frisch. Wallstein, Göttingen 2002
  • Marianne Biedermann: Zum "politischen" Theater von Max Frisch. Um Wahrhaftigkeit und Verantwortung. Rheinfelden 1991
  • Heinz Gockel: Max Frisch. Drama und Dramaturgie. München 1989
  • Volker Hage: Max Frisch. Reinbek 2004
  • Manfred Jurgensen: Max Frisch - Die Romane. Interpretationen. Bern 1976
  • Jürgen H. Petersen: Max Frisch. Stuttgart 2002
  • Eduard Stäuble: Max Frisch. Gesamtdarstellung seines Werkes. St. Gallen 1971
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