Metallberufe
Einleitung
Die Spanne der Metallberufe reicht vom Klempner bis zum Zerspanungsmechaniker, ihre Einsatzgebiete sind höchst unterschiedlich. Weit gestreut sind die Aufgaben von Metallarbeitern: Sie bauen die Skelette für Brücken und Schiffe, stellen Autos, Flugzeuge und Eisenbahnen her. Konstruktionsmechaniker z. B. verarbeiten Bleche und Profile aus Stahl, fertigen Einzelteile nach Skizzen, fügen Bauteile zusammen, montieren Maschinen und Apparate. Sie stellen Türen- und Fensterrahmen her, bauen Aufhängungen und Überdachungen. In der Metallgestaltung schmieden sie Beschläge, Gitter und Metalltreppen.
Metallbauer, Metallbauerin
anerkannter Ausbildungsberuf des Bereichs Installations- und Metallbautechnik im Metallhandwerk, in dem die bis 1989 als Schlosser und Schmied bezeichneten Tätigkeiten aufgegangen sind. Den Ausbildungsberuf des Metallbauers gibt es in den drei Fachrichtungen: Konstruktionstechnik, Metallgestaltung und Nutzfahrzeugbau.
Metallbauer be- und verarbeiten manuell und maschinell Bleche und Profile, die aus Stahl, Nichteisenmetallen und Kunststoffen bestehen. Sie fügen die nach Zeichnungen oder Skizzen gefertigten Einzelteile zu Baugruppen zusammen, messen und prüfen die Funktionen, verlegen elektrische Leitungen, schließen Steuer- und Regelgeräte an, suchen Fehler und Störungen, montieren und demontieren Maschinen, Apparate und Geräte. Die Ausbildung, die durch den Berufsschulunterricht ergänzt wird, dauert 3 1/2 Jahre und ist in eine einjährige berufliche Grundbildung, eine einjährige Fachbildung und in eine eineinhalbjährige spezialisierte Ausbildung unterteilt. Für diese Spezialisierung kann zwischen den drei Fachrichtungen gewählt werden.
Das Arbeitsgebiet der Fachrichtung Konstruktionstechnik umfasst das Montieren und Prüfen von hydraulischen, pneumatischen und elektrotechnischen Bauteilen, das Einrichten von Arbeitsplätzen an Baustellen, das Herstellen von Metall- oder Stahlbaukonstruktionen, das Herstellen und Befestigen von Bauteilen und Bauelementen an Bauwerken, das Montieren und Demontieren von Metall- oder Stahlbaukonstruktionen, das Montieren, Prüfen und Einstellen von Systemen, das Instandhalten von Konstruktionen des Metall- oder Stahlbaues. Das Arbeitsgebiet der Fachrichtung Metallgestaltung umfasst: Herstellen von Flächen und Körpern durch Treiben, Handhaben von Schmiedefeuern und schmiedbaren Werkstoffen, Herstellen von Schmiedeteilen durch manuelles Schmieden, Herstellen von Schmiedeteilen durch maschinelles Schmieden, Herstellen und Instandhalten von Werkzeugen und Hilfswerkzeugen zum Schmieden, Herstellen und Montieren von Bauteilen und Gegenständen, Gestalten von Oberflächen, Befestigen von Bauteilen. Das Arbeitsgebiet der Fachrichtung Nutzfahrzeugbau umfasst Elektrik und Elektronik; Hydraulik und Pneumatik; Herstellen und Umbauen von Karosserie, Fahrzeugrahmen und Aufbauten; Einbauen, Einstellen und Anschließen von mechanischen, hydraulischen, pneumatischen sowie elektrischen und elektronischen Systemen und Anlagen; Ausrüsten und Umrüsten mit Zubehör und Zusatzeinrichtungen; Eingrenzen, Bestimmen und Beurteilen von Fehlern, Störungen und deren Ursachen; Warten und Instandsetzen von Systemen und Anlagen; Prüfen und Instandsetzen von Karosserie, Fahrzeugrahmen und Aufbauten; Prüfen, Bearbeiten und Schützen von Oberflächen.
Möglichkeiten der Weiterbildung bieten sich nach mehreren Berufsjahren zum Meister sowie in einer viersemestrigen Ausbildung zum Techniker, so z. B. zum Maschinenbautechniker, Kraftfahrzeugtechniker oder zum Metallbautechniker.
Bei Vorliegen der Fachhochschulreife ist ein sechssemestriges Studium z. B. des Studiengangs Maschinenbau an einer Fachhochschule mit einem Abschluss als Bachelor of Science möglich. Die Studiengänge werden durch Praktika ergänzt.
Klempner, Klempnerin
anerkannter Ausbildungsberuf des Bereichs Installations- und Metallbautechnik im Metallhandwerk.
Klempner be- und verarbeiten Bleche aus Stahl, Kupfer, Messing, Zink, Blei und Aluminium zu den verschiedensten, am Bau notwendigen Blechteilen (Dachrinnen, Blechdächer u. a.). Sie machen Entwürfe und schneiden die Bleche nach Zeichnungen und Plänen zu. Mit unterschiedlichen Techniken bearbeiten Klempner das Blech, fertigen daraus Einzelteile, passen sie zusammen und bauen sie an der Baustelle ein. Schließlich gehört auch der Blitzableiter- und der Kühlerbau in ihren Aufgabenbereich. Außerdem verarbeiten sie heute zunehmend Kunststoffe.
Die Ausbildung, die durch den Berufsschulunterricht ergänzt wird, dauert 3 1/2 Jahre und ist in eine einjährige berufliche Grundbildung, eine einjährige Fachbildung im Bereich Installations- und Metallbautechnik und in eine eineinhalbjährige Schwerpunktausbildung zum Klempner unterteilt. Als Ausbildungsvoraussetzungen sind ein Hauptschulabschluss, handwerkliches Geschick, gutes räumliches Vorstellungsvermögen und technische Begabung erwünscht. Möglichkeiten der Weiterbildung bestehen nach mehreren Berufsjahren zum Meister oder in einer viersemestrigen Ausbildung zum Techniker, bei Vorliegen der Fachhochschulreife ist ein sechssemestriges Studium an einer Fachhochschule mit dem Bachelorabschluss möglich.
Anlagenmechaniker/-in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik
anerkannter Ausbildungsberuf des Bereichs Installations- und Metallbautechnik im Metallhandwerk.
Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik arbeiten in der Montage und Instandhaltung von komplexen Anlagen und Systemen in der Versorgungstechnik. Sie sind Experten in Sachen Gebäudetechnik: von den Sanitäranlagen über die unterschiedlichsten Heizungsanlagen bis hin zur Klimatechnik. Ausgebildet wird in folgenden Handlungsfeldern, die je nach Spezialisierung durch den Betrieb festgelegt werden: Wassertechnik, Lufttechnik, Wärmetechnik sowie Umwelttechnik/Erneuerbare Energien. Der Ausbildungsberuf Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik hat die früheren Berufe Gas- und Wasserinstallateur (beziehungsweise Gas- und Wasserinstallateurin) sowie Zentralheizungs- und Lüftungsbauer (beziehungsweise Zentralheizungs- und Lüftungsbauerin) abgelöst. Die neue Ausbildung trat am 01. August 2003 in Kraft.
Die Ausbildung dauert 3 1/2 Jahre und wird durch den Berufsschul- und Blockunterricht ergänzt. Als Ausbildungsvoraussetzung wird ein Hauptschulabschluss mit guten Kenntnissen in Mathematik und Physik verlangt. Zudem sollten die Auszubildenden an Technik interessiert sein. Als Ausbilder kommen Installations- und Heizungsbau-Unternehmen sowie Sanitärbetriebe in Frage.
Möglichkeiten der Weiterbildung bestehen nach mehreren Berufsjahren zum Meister oder in einer viersemestrigen Ausbildung zum Techniker. Bei Vorliegen der Fachhochschulreife ist ein sechssemestriges Studium z. B. der Versorgungstechnik an einer Fachhochschule mit einem Bachelorabschluss möglich.
Zerspanungsmechaniker, Zerspanungsmechanikerin
anerkannter Ausbildungsberuf in der Metallindustrie, in dem die vor 1987 als Automateneinrichter, Bohrwerkdreher, Dreher, Universalfräser, Universalhobler, Universalschleifer und Walzendreher bezeichneten Tätigkeiten aufgegangen sind. Der Beruf ist in die vier Fachrichtungen Drehtechnik, Automaten-Drehtechnik, Frästechnik und Schleiftechnik gegliedert.
Zerspanungsmechaniker richten anhand technischer Zeichnungen vor allem numerisch gesteuerte Werkzeugmaschinen, aber auch andere Maschinen oder Automaten für die Herstellung oder Bearbeitung von Werkstücken in Serien- und Einzelfertigung ein. Die form- und maßgenauen Teile aus Eisen, Nichteisen und Kunststoffen stellen sie her oder bearbeiten sie durch Drehen, Bohren, Gewindeschneiden, Fräsen und Schleifen. Als technische Zeichnungen stehen Zerspanungsmechanikern zum Teil selbst gefertigte Unterlagen wie Maschinen-, Getriebe-, Prüf-, Kurven- und Werkzeugpläne zur Verfügung. Sie planen und steuern die Arbeits- und Bewegungsabläufe und legen dabei fest, welche Werkzeuge, Werkzeugträger, Spann-, Prüf- und Kühlmittel sowie Hilfs- und Betriebsstoffe einzusetzen sind. Zerspanungsmechaniker richten die Maschinen ein, indem sie Spannmittel, Zusatz- und Schutzeinrichtungen montieren sowie Werkzeuge, Werkstücke oder Schleifkörper spannen. Außerdem stellen sie Maschinenwerte ein. Sie bestimmen die Drehzahl, den Vorschub des Materials, die Schnittiefe und führen Stückzeitberechnungen durch.
Wenn mit numerisch gesteuerten Maschinen gearbeitet wird, erstellen sie die Programme für die Steuerung, indem sie die Parameter, Koordinaten und Bezugspunkte berücksichtigen. Die Programme testen und optimieren sie, geben sie in die Datengeräte ein und bestimmen die Werkzeugkorrekturwerte. Während der Fertigung bzw. des Zerspanungsprozesses, bei dem die zu fertigenden Teile durch Abhobeln, Abfeilen o. ä. von Spänen geformt werden, bedienen Zerspanungsmechaniker die Maschinen, führen Werkstücke zu und bestimmen den Zeitpunkt, zu dem das Werkzeug zu wechseln ist. Darüber hinaus überwachen sie die verschiedenen Arbeitsbewegungen, wie die automatische Beschickung, und die Hilfsfunktionen, um optimale Zerspanungsvorgänge zu erreichen. Zerspanungsmechaniker tragen somit auch für die Sicherung der Fertigungsqualität Sorge, indem sie Sicht-, Maß-, Form- und Lagekontrollen durchführen. Schließlich müssen sie die Maschinen, Vorrichtungen, Werkzeuge und Prüfmittel bei Bedarf reinigen bzw. warten oder sie richten sich dabei nach Wartungsplänen. Zerspanungsmechaniker müssen bereit sein, die ständig veränderten Anforderungen im Bereich der Computertechnik zu verfolgen und zu bewältigen. In der Fachrichtung Drehtechnik arbeiten Zerspanungsmechaniker an Drehmaschinen oder an numerisch gesteuerten Werkzeugmaschinen und stellen Teile durch Drehen und Bohren her.
In der Fachrichtung Automaten-Drehtechnik arbeiten Zerspanungsmechaniker an automatischen Drehmaschinen (Drehautomaten) oder an numerisch gesteuerten Werkzeugmaschinen und stellen Teile durch Drehen, Bohren und Gewindeschneiden her.
In der Fachrichtung Frästechnik arbeiten Zerspanungsmechaniker an Fräsmaschinen oder Bohr- und Fräswerken und stellen Teile durch Drehen, Bohren und Fräsen her. In der Fachrichtung Schleiftechnik arbeiten Zerspanungsmechaniker an Schleifmaschinen oder numerisch gesteuerten Werkzeugmaschinen und stellen Teile durch Schleifen her. Dabei werden hohe Anforderungen an die Oberflächenbeschaffenheit der gefertigten Teile gestellt.
Die technisch anspruchsvolle Ausbildung erfolgt in Vollzeitform und dauert 3 1/2 Jahre. Als Anforderungen werden Werkstoffkenntnisse, technisches Verständnis und Präzision verlangt. Außerdem werden in weiteren anerkannten Ausbildungsberufen in der Industrie, die Werkstoffe mit Hilfe von Maschinen und Anlagen aufbereitet und verformt, verwandte Tätigkeiten ausgeübt. Diese Berufe, deren Ausbildung ebenfalls Bedienung und Überwachung der Maschinen vermittelt, gehören allerdings nicht zu den neugeordneten industriellen Metallberufen.
- Revolverdreher bedienen Revolverdrehmaschinen. Mit Hilfe dieser Drehmaschinen, in denen Bearbeitungswerkzeuge in einen drehbaren "Revolver" eingespannt sind, werden Werkstücke mit verschiedenen Werkzeugen nacheinander, teilweise auch gleichzeitig bearbeitet.
- Bohrer bearbeiten Werkstücke an Vertikal- und Horizontalbohrmaschinen, indem sie sich der Techniken des Bohrens, Senkens, Reibens und Gewindeschneidens bedienen.
- Fräser bearbeiten Maschinen- und Apparateteile sowie Werkzeuge mit verschiedenen Fräsmaschinen, denen gemeinsam ist, dass sie Formflächen an Metallteilen herstellen können, wie sie sonst nur durch zeitaufwendiges Feilen und Nacharbeiten zu erreichen wären.
- Schleifer verbessern durch Vor- und Feinschleifen mit Hilfe von verschiedenen Schleifmaschinen die Maßgenauigkeit und die Oberfläche von Maschinen- und Apparateteilen, Werkzeugen und anderen Metallteilen.
- Metallschleifer sind für das Schleifen und Polieren sowie Nachbehandeln verschönerter und veredelter Oberflächen zuständig. Sie arbeiten mit Schleifblock oder Schleifscheibe und geben Gegenständen aus Eisen, Stahl, Nichteisenmetallen und auch Kunststoffen eine glatte und ansehnliche Oberfläche.
- Die Ausbildung der Revolverdreher, Bohrer, Fräser, Schleifer und Metallschleifer dauert jeweils 2 Jahre.
Möglichkeiten der Weiterbildung bieten sich für Zerspanungsmechaniker nach mehreren Berufsjahren zum Industriemeister, bei Vorliegen der Fachhochschulreife ist ein sechssemestriges Studium z. B. des Studiengangs Maschinenbau an einer Fachhochschule mit einem Bachelorabschluss möglich. Die Studiengänge werden durch Praktika ergänzt.
Kraftfahrzeugmechatroniker/in
Kraftfahrzeugmechatroniker überprüfen Kraftfahrzeuge, setzen sie instand und rüsten sie mit Zusatzbestandteilen aus.
Zu ihren Aufgaben gehören: Warten, Prüfen und Einstellen von Fahrzeugen und Systemen sowie von Betriebseinrichtungen; Montieren, Demontieren und Instandsetzen von Bauteilen, Baugruppen und Systemen; Bedienen und Inbetriebnehmen von Kraftfahrzeugen und deren Systemen; Warten, Prüfen und Einstellen von Kraftfahrzeugen und Systemen; Diagnostizieren von Fehlern, Störungen und deren Ursachen sowie Beurteilen der Ergebnisse; Montieren, Demontieren und Instandsetzen von Kraftfahrzeugen, deren Systemen, Baugruppen und Bauteilen; Aus-, Um- und Nachrüsten; Untersuchen von Kraftfahrzeugen nach straßenver-kehrsrechtlichen Vorschriften; Diagnostizieren, Instandhalten, Aus-, Um- und Nachrüsten.
Schwerpunkte der Ausbildung zum Kraftfahrzeugmechatroniker bzw. zur Kraftfahrzeugmechatronikerin sind die Personenkraftwagentechnik, die Nutzfahrzeugtechnik, die Motorradtechnik und die Fahrzeugkommunikationstechnik. Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre. Voraussetzungen sind ein Hauptschul- oder ein mittlerer Bildungsabschluss.
Beschäftigung finden Kraftfahrzeugmechatroniker bei Fahrzeugherstellern, in Kfz-Reparaturbetrieben oder bei Pannenhilfsdiensten. Eine Aufstiegweiterbildung zum Meister bzw. zur Meisterin ermöglicht den Schritt in die Selbständigkeit.
Feinwerkmechaniker, Feinwerkmechanikerin
Feinwerkmechaniker stellen Produkte der Stanz-, Schnitt- und Umformtechnik sowie der Vorrichtungs- und Formenbautechnik her. Ebenso bauen sie Maschinen, Geräte, Systeme und Anlagen, die sie auch warten und instand setzen.
Zu ihren Aufgaben gehören: manuelles Spanen und Umformen; maschinelles Bearbeiten; Instandhalten und Warten von Betriebsmitteln; Unterscheiden, Zuordnen und Handhaben von Werk- und Hilfsstoffen; Wärmebehandlung; . Programmieren von numerisch gesteuerten Geräten, Maschinen oder Anlagen; maschinelles Bearbeiten auf Werkzeugmaschinen unter Anwendung verschiedener Fertigungsverfahren; Aufbauen und Prüfen von hydraulischen, pneumatischen und elektropneumatischen Steuerungen; Montieren und Inbetriebnehmen; Instandhalten von technischen Systemen.
Schwerpunkte der dreieinhalbjährigen Ausbildung sind die Feinmechanik, der Maschinenbau und der Werkzeugbau. Als Zugangsvoraussetzung wird überwiegend ein mittlerer Bildungsabschluss gefordert.
Beschäftigung finden Feinwerkmechaniker in Betrieben der Feinmechanik und Optik, des Maschinen- und Werkzeugbaus und in der Elektroindustrie. Berufliche Aufstiegsmöglichkeiten können durch eine Weiterbildung zum Meister oder Techniker bzw. zur Meisterin oder Technikerin erzielt werden. Bei Vorliegen einer Hochschulzugangsberechtigung kann ein Studium angeschlossen werden.
Industriemechaniker, Industriemechanikerin
anerkannter Ausbildungsberuf in der Metallindustrie, in dem die vor 1987 als Betriebs- und Maschinenschlosser, Feinmechaniker, Gürtler, Mechaniker, Metallgewebemacher, Schloss- und Schlüssel- sowie Systemmacher bezeichneten Tätigkeiten aufgegangen sind. Industriemechaniker sorgen dafür, dass die Produktion in einem Betrieb nicht stockt. Sie werden in der Herstellung, Instandhaltung und Überwachung von technischen Systemen eingesetzt. Der Beruf ist in die vier Fachrichtungen Feingerätebau, Instandhaltung, Maschinen- und Anlagenbau sowie Produktionstechnik gegliedert.
Aufgaben der Industriemechaniker, die in nahezu allen Wirtschaftszweigen tätig werden können, sind: Herstellen, Montieren und Demontieren von Bauteilen, Baugruppen und Systemen; Sicherstellen der Betriebsfähigkeit von technischen Systemen; Instandhalten von technischen Systemen; Aufbauen, Erweitern und Prüfen von elektrotechnischen Komponenten der Steuerungstechnik; Geschäftsprozesse und Qualitätssicherungssysteme im Einsatzgebiet.
Die Ausbildung dauert insgesamt 3 1/2 Jahre. Möglichkeiten der Weiterbildung bieten sich nach mehreren Berufsjahren zum Industriemeister. Bei Vorliegen der Fachhochschulreife ist ein sechssemestriges Studium z. B. des Studiengangs Maschinenbau an einer Fachhochschule, bei Vorliegen der allgemeinen Hochschulreife an einer Universität mit den Abschlüssen Bachelor oder Master möglich.
Konstruktionsmechaniker, Konstruktionsmechanikerin
anerkannter Ausbildungsberuf in der Metallindustrie, in dem die vor 1987 als Bau-, Betriebs-, Blech- und Stahlbauschlosser, Feinblechner, Gürtler, Schalenschmied und Schiffbauer bezeichneten Berufe aufgegangen sind. Der Beruf ist in die Fachrichtungen Ausrüstungstechnik, Feinblechbau, Schiffbau, Schweißtechnik sowie Stahl- und Metallbau gegliedert.
In der Fachrichtung Ausrüstungstechnik fertigen, reparieren und warten Konstruktionsmechaniker Aufzüge, Fördereinrichtungen und Bauausrüstungen, die aus Stahl, Nichteisenmetallen und Kunststoffen bestehen und in Einzel- oder Teamarbeit hergestellt werden. Sie arbeiten an der Herstellung und beim Einbau von Bau-, Lasten- und Personenaufzügen, Transport- und Verladeanlagen, Schutzgittern, Geländern, Treppen, Türen, Toren u. a. Sie verrichten ihre Tätigkeit vorwiegend in Einzel- und Kleinserienfertigung.
In der Fachrichtung Feinblechbau stellen Konstruktionsmechaniker vornehmlich Bauteile aus Fein- und Mittelblechen her. Dabei verarbeiten sie Stahl-, Nichteisenmetalle und Kunststoffe. Die Teile bauen sie in Einzel- und Kleinserienfertigung zu Behältern, Verkleidungen, Schutzeinrichtungen, Lüftungsschächten, Karosserien u. a. zusammen. Auch das Instandsetzen der Karosserien und Blechkonstruktionen gehört zu ihren Aufgaben. Diese Konstruktionsmechaniker arbeiten in Betriebswerkstätten und auf Baustellen.
In den Fachrichtung Stahl- und Metallbau sowie Schiffbau sind Konstruktionsmechaniker im Bereich der Herstellung und Instandsetzung großer Bauteile und Konstruktionen aus Stahl und Nichteisenmetallen tätig. Diese Bauteile und Konstruktionen sind Stahlskelette, Stahlausbauten und Verkleidungen bei Metallkonstruktionen, Schiffen, Brücken, Förderanlagen, Fahrzeugrahmen, Fahrzeugaufbauten u. a. Diese Konstruktionsmechaniker fertigen, montieren und reparieren die Metallkonstruktionen vorwiegend in Einzelfertigung. Für ihre Arbeiten nehmen sie Transport- und Hebeeinrichtungen zu Hilfe und müssen alle Arten der Metallbearbeitung (u. a. Schneiden, Sägen, Schweißen, Bohren) anwenden.
In der Fachrichtung Schweißtechnik schweißen Konstruktionsmechaniker Metallbauteile zu Konstruktionen zusammen, behandeln Schweißnähte nach und kontrollieren Schweißverbindungen auf mögliche Qualitätsmängel. Geschweißte Metall- oder Stahlkonstruktionen verbinden sie mit weiteren Metallbaugruppen zu größeren Metallkonstruktionen. Sie setzen Objekte auch instand oder arbeiten sie um.
Die Ausbildung dauert insgesamt 3 1/2 Jahre. Möglichkeiten der Weiterbildung bieten sich nach mehreren Berufsjahren zum Industriemeister. Bei Vorliegen der Fachhochschulreife ist ein sechssemestriges Studium z. B. des Studiengangs Maschinenbau an einer Fachhochschule, bei Vorliegen der allgemeinen Hochschulreife an einer Universität mit den Abschlüssen Bachelor oder Master möglich. Die Studiengänge werden durch Praktika ergänzt.
Zweiradmechaniker, Zweiradmechanikerin
anerkannter Ausbildungsberuf des Bereiches Fahrzeugtechnik im Metallhandwerk, der bis 1989 als Nähmaschinen- und Zweiradmechaniker bezeichnet wurde; seit 2003 in die getrennten Fachrichtungen Fahrradtechnik sowie Motorradtechnik unterteilt.
Zweiradmechaniker warten, überholen und reparieren Zweiräder, Behindertenfahrzeuge und motorbetriebene Geräte. Sie prüfen mechanische, hydraulische, pneumatische sowie elektrische und elektronische Systeme und Anlagen, stellen sie ein und schließen sie an. Darüber hinaus suchen Zweiradmechaniker nach Fehlern, Störungen sowie deren Ursachen und halten Fahrzeugrahmen, Verkleidungsteile und Bedienungseinrichtungen instand. Außerdem rüsten sie Zweiräder, Behindertenfahrzeuge und motorbetriebene Geräte mit Zubehör und Zusatzeinrichtungen aus. Zweiradmechaniker montieren und demontieren im Rahmen der Instandsetzung Bauteile und beurteilen Schäden und Verschleißzustände. Schließlich stellen sie beschädigte Teile wieder her und bedienen sich dazu verschiedener Arbeitstechniken, zu denen manuelles Spanen, Drehen, Fräsen, Bohren sowie Trennen, Biegen, Richten, Schleifen und Schweißen gehören können. Zweiradmechaniker, die oft eng mit Kraftfahrzeugmechanikern zusammenarbeiten, sind vornehmlich in Werkhallen von Reparaturwerkstätten beschäftigt.
Die Ausbildung, die durch den Berufsschulunterricht ergänzt wird, dauert 3 1/2 Jahre. Sie wird abgeschlossen entweder als Zweiradmechaniker/Zweiradmechanikerin Fachrichtung Fahrradtechnik oder als Zweiradmechaniker/Zweiradmechanikerin Fachrichtung Motorradtechnik. Als Ausbildungsvoraussetzungen werden ein Hauptschulabschluss mit guten Kenntnissen in Mathematik und Physik sowie technisches Verständnis und Fingerfertigkeit gewünscht. Möglichkeiten der Weiterbildung bieten sich nach mehreren Berufsjahren zum Meister oder zum Techniker.
Behälter- und Apparatebauer, Behälter- und Apparatebauerin
anerkannter Ausbildungsberuf des Bereichs Installations- und Metallbautechnik im Metallhandwerk. Vormals: Kupferschmied, Kupferschmiedin.
Behälter- und Apparatebauer formen, schweißen und löten Bleche, Rohre und Profile. Sie prüfen u. a. die Funktion von Apparaten, Behältern und Anlagen und nehmen sie in Betrieb. Behälter- und Apparatebauer arbeiten vor allem mit Kupfer, Stahl und Nichteisenmetallen, die zugeschnitten und auf Umform- und Rohrbiegemaschinen bearbeitet werden.
Die Ausbildung zum Behälter- und Apparatebauer endet nach 31/2 Jahren mit bestandener Gesellenprüfung beziehungsweise Abschlussprüfung. Nach dem zweiten Ausbildungsjahr findet eine Zwischenprüfung statt. Ausgebildet wird in Handwerksbetrieben des Behälter- und Apparatebaus, bei Herstellern von Anlagen oder Anlagenteilen im Bereich der Nahrungsmittel-, Produktions- oder Umwelttechnik. Seit Januar 2004 können sich Behälter- und Apparatebauer auch ohne Meisterprüfung selbständig machen. Es gibt zudem zahlreiche Lehrgänge, Kurse oder Seminare, um sich zu spezialisieren. Bei Vorliegen der Fachhochschulreife ist ein sechssemestriges Studium z. B. der Versorgungs- oder Anlagenbetriebstechnik mit dem Bachelorabschluss möglich. Als Ausbildungsvoraussetzungen sind Hauptschulabschluss, handwerkliches Geschick, gutes räumliches Vorstellungsvermögen und technische Begabung erwünscht.
Bibliografie:
- Gerd Poloski: Die neuen industriellen Metallberufe, Bonn 2005









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