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THEMEN

Mittelalterliche Glasmalerei

Definition

Unter Glasmalerei wird die farbige Gestaltung von Glasfenstern in musivischer Form verstanden, d.h. die mosaikartige Zusammensetzung der gefärbten und geschnittenen Gläser. Der Begriff mittelalterliche Glasmalerei bezieht sich auf die abendländische christliche Kunst und bezeichnet den Zeitraum von ca. 1100 bis etwa 1530. Dieser Zeitabschnitt beginnt mit der um 1100 entstandenen Prophetenfolge im Augsburger Dom - als ältestem in großen Teilen erhaltenem Glasmalereizyklus - und endet mit dem Beginn der Reformation. Ihre höchste Entwicklungsstufe erreichte die mittelalterliche Glasmalerei in der Blütezeit der gotischen Kathedralen, in Frankreich im 12./13., in Deutschland und England im 14./15. Jahrhundert.

Die Schöpfer früher mittelalterlicher Glasfenster waren Glasmacher, Glaser und Maler in einer Person. Ein vitrearius oder fenestrator beherrschte sowohl die Glasherstellung und die Kunst des Einfärbens der Glasmasse mit Metalloxiden als auch die Auswahl, die Zurichtung und die Komposition der farbigen Gläser unter Berücksichtigung ihrer Symbolwerte und der Wirkung des durchscheinenden Tageslichts. Die starken Umrisskonturen entstanden durch die Zusammenfassung der einzelnen Glasscheiben mit Bleiruten. "Gemalt", bzw. gezeichnet wurden zunächst nur die Binnenkonturen mit einer einzigen Emailfarbe, dem Schwarzlot, auf das gefärbte Glas - ein eher grafisches Verfahren. Erst seit der Mitte des 16. Jahrhunderts malen die Glasmaler mit aufschmelzbaren Glasfarben Bilder auf dem Glas - bis dahin "malten" sie mit farbig zusammengesetzten Glasstücken. Glas"malerei" ist also - im eigentlichen Sinne - ein irreführender Begriff.

  1. Definition
  2. Licht, Glas und Farbe
  3. Technik
  4. Entwicklung und Beispiele mittelalterlicher Glasmalerei

Bibliografie:

  • Rüdiger Becksmann (Hrsg.): Deutsche Glasmalerei des Mittelalters, Stuttgart 1995
  • Hans-Rainer Bernhardt und Guido Andelfinger: Mit farbigem Glas arbeiten. Ein Handbuch für Kunstglaserei und Glasmalerei, Weingarten 2000
  • Susanne Fischer, Cornelia Andrea Harrer: Die Glasfenster der Münchner Frauenkirche, Regensburg 1998
  • Eva Frodl-Kraft: Das Corpus Vitrearum Medii Aevi - Ein Rückblick. In: Hartmut Scholz, Ivo Rauch, Daniel Hess (Hrsg.): Glas, Malerei, Forschung. Internationale Studien, Berlin 2004
  • Lawrence Lee u. a.: Die Welt der Glasfenster. 12 Jahrhunderte abendländischer Glasmalerei, München 1992
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