Modest Petrowitsch Mussorgskij
Lebenslauf

Obwohl Mussorgskij schon in jungen Jahren ein exzellenter Pianist war, schlug er zunächst die Militärlaufbahn ein und wurde Offizier beim Preobraschenskij-Gardeinfanterieregiment, wo er von 1856 bis 1858 diente. 1856 lernte er die Komponisten des so genannten "Mächtigen Häufleins" kennen, Alexander Borodin, Milij Balakirew, César Cui und Nikolaij Rimskij-Korsakow. Das "Mächtige Häuflein" nannte man eine Gruppe von Komponisten um Balakirew in Sankt Petersburg, die sich im Anschluss an Michail Glinka bemühte, eine nationalrussische Musiksprache zu schaffen. Eine patriotisch-demokratische Gesinnung der Gruppe kam hinzu. Mussorgskij studierte zunächst autodidaktisch Kompositionstechnik, später übernahm Balakirew seine musikalische Ausbildung.
Mussorgskij entschied sich zu einer Künstlerexistenz. Lange Zeit konnte er mit der Musik jedoch nicht genug Geld zum Lebensunterhalt verdienen. Im Zusammenhang mit der Bauernbefreiung in Russland gingen zusätzlich große Teile des Familienvermögens verloren. Daher trat er 1863 in eine untergeordnete Beamtenstellung ein, die er bis 1879 innehatte. Zusätzlich verdiente er in dieser Zeit Geld als Konzertpianist. Nach der Premiere seiner Oper Boris Godunow (1874) zog sich Mussorgskij immer mehr zurück und verfiel dem Alkohol. Kurz vor seinem Tod wurde der Komponist im Krankenhaus des Sankt Petersburger Vororts Smolna von Ilja Repin gemalt; dort starb er am 16. März 1881 völlig verarmt im Alter von nur 42 Jahren.
Musikalische Bedeutung

Mussorgskijs Kompositionen folgen dem Konzept des unbedingten Realismus. Mit einer engen Verbindung zwischen Sprache und Musik erreichte der Komponist besonders dramatische Effekte. Seine Kompositionen sind von der russischen Volksmusik stark geprägt. Viele Werke Mussorgskijs wurden weder vom Publikum noch von seinen musikalischen Freunden des "Mächtigen Häufleins" verstanden. Folglich wurden seine Werke "geglättet", "entschärft" und uminstrumentiert. Eines der berühmtesten Werke Mussorgskijs sind die Bilder einer Ausstellung (1874). Dieser Klavierzyklus beschreibt eine Bilderausstellung des befreundeten Malers Viktor Hartmann. Die Musik ist rau und aggressiv. Erst in der Bearbeitung für Orchester, die Maurice Ravel 1922 erstellte, trat das Werk seinen Siegeszug durch die ganze Welt an. Eine der letzten Bearbeitungen dieses Werks erfolgte 1971 durch die Rockgruppe Emerson, Lake & Palmer, die den Bilderzyklus kongenial auf die Rockbühne brachte.
Die Originalität und Tragik Mussorgskijs zeigt sich am deutlichsten bei seinen Opern: Von der Oper Salambo (1863-1866) und dem Gemeinschaftsprojekte Mlada (1872) sind nur Fragmente erhalten, die vollendete Oper Boris Godunow (1. Fassung in 7 Bildern 1868/69, 2. Fassung in 9 Bildern 1871/72) wurde erst nach der Neubearbeitung durch Nikolaij Rimskij-Korsakow ein Erfolg auf den Bühnen der Welt (eine weitere Neubearbeitung unternahm 1940 Dmitri Schostakowitsch).
Das kompositorische Werk
Neben der Oper Boris Godunow (1868-1872) und den Bildern einer Ausstellung (1874) sind nur wenige Werke Mussorgskijs ins Repertoire übernommen worden: Manchmal sieht man die Oper Chowanschtschina (1886) oder das Werk Eine Nacht auf dem Kahlen Berge für Orchester (1867). Sehr selten wird die Oper Der Jahrmarkt von Sorotschinzy (1876-1881) gespielt. Am ehesten sind noch die Lieder und Tänze des Todes (1874-1877) zu hören. Daneben gibt es noch einige Klavierlieder, darunter Kinderstube (1868-1872), Ohne Sonne (1874) und Lied des Mephisto (1879).
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Fragen
1) Zu welcher russischen Komponistengruppe gehörte Mussorgskij?
2) Für welches Instrumente wurde der Zyklus Bilder einer Ausstellung zuerst konzipiert?
3) Wer bearbeitete diesen Zyklus für Orchester?
4) Wie heißt Modest Mussorgskijs bekannteste Oper?
5) Welcher Komponist verschaffte ihr durch seine Neubearbeitung einen Welterfolg?
Antworten
1) Zum "Mächtigen Häuflein".
2) Für das Klavier.
3) Maurice Ravel.
4) Boris Godunow.
5) Nikolaij Rimksy-Korsakow.
Bibliografie:
- Brockhaus-Riemann-Musiklexikon, Mainz und München 1979ff
- Ernst Kuhn (Hrsg.): Modst Mussorgsky - Zugänge zu Leben und Werk. Würdigungen - Kritiken - Selbstdarstellungen - Erinnerungen - Polemiken, Ernst Kuhn Verlag, Berlin 1995
- Die Musik in Geschichte und Gegenwart (MGG), Kassel und München 1989ff
- Hans Ch. Worbs: Modest P. Mussorgskij (rororo monographie 247), Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek 2000









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