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THEMEN

Möglichkeiten der Empfängnisverhütung

Natürliche Empfängnisverhütung

Der Versuch des Mannes, kurz vor dem Samenerguss seinen Penis aus der Scheide der Frau zu entfernen ist der so genannte Coitus interruptus, der unterbrochene Verkehr. Aber auch trotz bester Vorsätze gelingt dies auf dem Gipfel der Lust meist weder Mann noch Frau. Zudem gibt der Mann vor dem eigentlichen Samenerguss auch noch unbemerkt einige Tröpfchen Flüssigkeit mit befruchtungsfähigem Samen ab. Diese werden auch als "Liebes- oder Sehnsuchtströpfchen" bezeichnet. Deshalb ist diese Methode äußerst ungeeignet, eine Befruchtung und Schwangerschaft wirklich zu verhindern. Trotz dieser großen Unsicherheit wird diese Methode immer noch mit am häufigsten angewendet, weil viele, vor allem junge Menschen denken: "Mir wird dieses eine Mal schon nichts passieren.". Ein vielfach folgenschwerer Irrtum, insbesondere für Heranwachsende und junge Frauen.

Eine andere Möglichkeit ist die Beschränkung des Geschlechtsverkehrs auf die unfruchtbaren Tage. Die tatsächlich fruchtbaren, empfängnisbereiten Tage sind jedoch nicht so einfach zu bestimmen. Sehr unzuverlässig ist die Knaus-Ogino-Methode, auch Kalendermethode genannt. Hier werden schematisch die befruchtungsfähigen Zeiten für Ei und Samen mit dem kürzesten und dem längsten Menstruationszyklus verrechnet. Dadurch kommt man auf 4 enthaltsame Tage vor und nach dem Eisprung. Der erste fruchtbare Tag ist demnach der kürzeste Zyklus in Tagen minus 18 bzw. 17 Tage, der letzte fruchtbare Tag der längste Zyklus minus 11 bzw. 13 Tage.

Mittels kontinuierlicher Messung der morgentlichen Aufwachtemperatur zur möglichst gleichen Zeit und über mindestens ein Jahr lassen sich die fruchtbaren Tage bestimmen (Temperaturmethode). Unbedingte Voraussetzung für die Zuverlässigkeit dieser Methode ist allerdings ein regelmäßiger Zyklus der Frau. 1 bis 2 Tage nach dem Eisprung steigt diese so genannte Basaltemperatur normalerweise um etwa 0,5°C an. Vom dritten Tag nach dem Temperatursprung bis zum Ende der Regelblutung ist die Frau nicht fruchtbar. Berücksichtigt die Frau dazu noch, dass der Gebärmutterschleim (Zervikalschleim) in Form ihres Ausflusses in den fruchtbaren Tagen wässriger und klarer ist als sonst, gehört diese Methode mit zu den zuverlässigsten, um die empfängnisbereiten Tage der Frau zu bestimmen. Voraussetzung für eine erfolgreiche Verhütung mit Unterstützung dieser Methode ist natürlich die konsequente Enthaltsamkeit während der unsicheren Tage. Außerdem ist ein regelmäßiger Zyklus der Frau unabdingbare Voraussetzung für eine zutreffende Voraussage der fruchtbaren Tage. Deshalb ist dieses Verfahren meist eher für Frauen ab 20 Jahren geeignet, die einen kontinuierlichen Regelzyklus haben.

Seit einiger Zeit ist auch ein Gerät im Handel, das zwei Hormone im Urin per Teststreifen nachweist, die Auskunft über die unfruchtbaren Tage geben sollen. Da der Hormonspiegel vor allem durch Medikamente und Erkrankungen stark schwanken kann, ist die Anzeige allerdings nur bedingt zuverlässig und eher für feste Partnerschaften geeignet.

Teste dein Wissen

Welche Aussagen zu zyklusabhängigen Veränderungen bei der Frau sind richtig?

  • Nach dem Eisprung steigt die Aufwachtemperatur um 0,5°C an.
  • An den fruchtbaren Tagen ist der Zervikalschleim milchig-trübe.
  • Die befruchtungsfähigen Tage fallen mit der Menstruationsblutung zusammen.
  • Der einzige befruchtungsfähige Tag fällt genau mit dem Eisprung zusammen, den die Frau durch ein Ziehen in den Eierstöcken genau erspüren kann.
  • Der aus der Scheide austretende Gebärmutterschleim ist an den fruchtbaren Tagen deutlich klarer und dünnflüssiger als sonst.
  1. Natürliche Empfängnisverhütung
  2. Mechanische Empfängnisverhütung
  3. Weitere Methoden
  4. Chemische Empfängnisverhütung
  5. Tab.: Zuverlässigkeit der häufigsten Verhütungsmethoden (Pearl-Index)
  6. Ein endgültiger Schritt: Die Sterilisation

Bibliografie:

  • Rudolf Fitz: Empfängnisverhütung, Wien 2003
  • R. Hanswille: Liebe und Sexualität. Ein Buch für junge Menschen, München 1986
  • Anita Hessmann-Kosaris: Natürlich verhüten. Die besten Alternativen zur Pille, München 2002
  • Robert Jütte: Lust ohne Last. Die Geschichte der Empfängnisverhütung, München 2003
  • Sylvia Schneider: Wie verhüte ich richtig?. Neueste Methoden und Möglichkeiten, Weinheim 1993
  • Alexander Teichmann: Empfängnisverhütung. Eine vergleichende Übersicht aller Methoden Risiken und Indikationen in 31 Tabellen, Stuttgart 1996
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