Montenegro
Gebirgslandschaften
In den Bergen wohnt die Freiheit - diese alte Weisheit lässt sich anhand der montenegrinischen Geschichte eindrucksvoll bestätigen. Das wild verkarstete Hochland, in dem einzelne Berge bis über 2500 m aufragen, bot seinen Bewohnern nicht nur ein raues Klima, sondern durch seine Unzugänglichkeit auch Schutz gegen fremde Eroberer. Die alte Hauptstadt Cetinje war ein "Nest der Freiheit" hoch auf dem Gipfel des Lovćen. Die herrliche Landschaft der montenegrinischen Adriaküste hingegen, die mit den Buchten von Risan, Kotor und Tivat zu den malerischsten Plätzen Europas gehört, zog Fremde magisch an. In früheren Jahrhunderten kamen sie als griechische, römische oder osmanische Soldaten oder auch als Piraten, in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kamen sie als sonnenhungrige Touristen aus fast allen Ländern Europas.
Montenegro ist überwiegend ein stark verkarstetes, nur dünn besiedeltes Gebirgsland. Im Norden erhebt sich das 2522 m hohe Massiv des Durmitor, das ebenso wie die Gebirgszüge Lovćen und Orjen zum Dinarischen Gebirge gehört. Die Flüsse haben teilweise tiefe Schluchten in das Gebirgsland geschnitten. Die Taraschlucht gilt als der tiefste und steilste Canyon in Europa und ist der Hauptanziehungspunkt im Nationalpark Durmitor. Der im Grenzgebiet zu Albanien liegende Shkodërsee ist mit seinem südwestlichen Ende nur 20 km von der Adriaküste entfernt, von dieser aber durch einen bis 1600 m hohen Gebirgszug getrennt. Der See wird von der Morača und einigen unterirdischen Quellen gespeist. Landschaftlicher Höhepunkt der etwa 290 km lange Küste ist die fjordartig ins Landesinnere eingeschnittene Bucht von Kotor, in der einige kleinere Inseln liegen.
Nur der Küstenstreifen hat mildes mediterranes Klima. Im gebirgigen Hinterland herrschen kontinentale Klimaeinflüsse mit milden Sommern und kühlen Wintern vor. Die steilen Küstengebirge erhalten vorwiegend im Sommer Niederschläge, die mehr als 2000 mm im Jahr betragen.









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