Myanmar (Myanma Pye)
Unter indischem Einfluss (bis 1287)
Das heutige Myanmar, bis 1989 Birma, wurde vom Norden und Süden im Stromgebiet des Irrawaddy, einer weiten, von Bergen umgebenen fruchtbaren Tallandschaft besiedelt. Schon in vorchristlicher Zeit lebten im Delta des Irrawaddy die mit den Khmer verwandten Mon-Völker, die nach Süden vordrangen. Ihnen folgten im Norden in den ersten nachchristlichen Jahrhunderten die Pyu, ein mittelasiatisches Volk mit tibetisch-birmanischen Zügen. Zentrum wurde das Reich Shri Kshetra. Beide Volksgruppen waren stark von der buddhistisch-indischen Kultur beeinflusst. In der zweiten Hälfte des 1. Jts. errichteten die Mon mehrere Reiche - im Süden zunächst Pegu und Thaton, später ein weiteres auf erobertem Territorium der Pyu.
Im 9. Jh. kamen vom Norden, aus Yünnan, die vermutlich aus Zentralasien stammenden Birmanen. Sie unterwarfen Mitte des 11. Jhs. die Mon und übernahmen den Buddhismus. Unter König Anawratha (1044-1077) gründeten sie ihr erstes, kulturell hoch stehendes Reich mit der Hauptstadt Pagan. 1057 eroberten sie das Mon-Reich Thaton. Nach der Zerstörung des Thai-Reichs Nan Chao in Yünnan durch die Mongolen 1253 strömte das Thai-Volk der Schan in die östlichen Gebiete Birmas ein. Auch das Reich der Birmanen blieb von dem Mongolenansturm unter Kublai Khan (1260-1294) nicht verschont. Als sich die Birmanen weigerten, Tribute zu zahlen, marschierten die Mongolen 1277 ein und zerstörten 1287 das Reich.









0 Kommentare