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THEMEN

Naturschutzgebiete und Nationalparks

Naturschutz

Naturschutz umfasst alle Bemühungen um den Schutz und die Erhaltung der Natur. Dies beinhaltet die Pflege und Entwicklung von Natur und Landschaft im besiedelten und unbesiedelten Bereich, die nachhaltige Sicherung der Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes, der Pflanzen- und Tierwelt, der Vielfalt, Eigenart und Schönheit von Natur und Landschaft. Geschützt werden Einzelobjekte (Naturdenkmäler, Pflanzen- und Tierarten) oder ganze Lebensgemeinschaften. Der Artenschutz ist gemäß den modernen Erkenntnissen der Ökologie am erfolgreichsten durch Biotopschutz, d.h. unter Einbeziehung der gesamten Umwelt gefährdeter Arten. Der Flächenschutz unterscheidet nach Zielsetzung und rechtlicher Stellung die Begriffe Landschaftsschutzgebiet, Naturschutzgebiet, Naturpark und Nationalpark.
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Die Externsteine sind Teil des gleichnamigen Naturschutzgebietes im Teutoburger Wald. Wie dieser bestehen sie aus Sandstein und die Felsgruppe wurde nach dem Abschluss der Gebirgsbildung (im Tertiär) durch tropische Regenfälle allmählich durch Verwitterung geformt.

Der moderne Naturschutz trennt die herkömmlichen Aufgaben der reinen Erhaltung (konservierender Naturschutz) vom gestaltenden Naturschutz, der aktiv Einfluss zu nehmen sucht auf die Gestaltung der natürlichen Umwelt, auch des Menschen. Mit der Einsicht in die zunehmende Gefährdung der natürlichen Lebensgrundlagen durch die menschliche Nutzung hat sich der Naturschutzbegriff zum Begriff des Umweltschutzes fortentwickelt.

Der moderne Naturschutz versucht, der Zivilisationslandschaft und der Produktionslandschaft (landwirtschaftliche Kultursteppen) eine Kultur- und Erholungslandschaft gegenüberzustellen, die ihren Ausdruck etwa in den Naturparks findet. Aktuelle Probleme des gestaltenden Naturschutzes sind: die Pflege der Gewässer und des Waldes, die Eindämmung der Verschmutzung von Luft, Wasser und Boden durch Chemikalien (Industrie, Landwirtschaft), der Schutz der Naturlandschaft vor Müll, vor Zerreißung durch Industrie- und Verkehrsanlagen, vor Zersiedelung u. a. Hauptaufgabe des Naturschutzes ist es heute, der Entfremdung des Menschen von der Natur entgegenzuwirken und ein breites Bewusstsein für die Gefährdung der Natur zu wecken.

Organisation des Naturschutzes in Deutschland

Oberste Naturschutzbehörde ist das Bundesland, obere Naturschutzbehörde der Regierungs- bzw. Verwaltungspräsident, untere Naturschutzbehörde der Landkreis. Die Naturschutzbehörden unterhalten jeweils eine Naturschutzstelle, deren Geschäftsführer der Beauftragte für Naturschutz und Landschaftspflege ist; er ist neben- oder ehrenamtlich tätig.

Rechtliches

Im juristischen Sinn versteht man unter Naturschutz die Rechtsvorschriften und sonstigen Maßnahmen zur Erhaltung und Pflege der belebten und unbelebten Natur, deren Nichtbeachtung in der Regel mit Strafe oder Geldbuße bedroht ist. Der Naturschutz sucht auch die technische und industrielle Entwicklung so zu lenken, dass geringstmögliche Schäden in der Natur entstehen.

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Der Enzian, Gentiana, gehört zu den geschützten Gebirgspflanzen.

Die allgemeinen Vorschriften zum Naturschutz enthält das Bundes-Naturschutz-Gesetz vom 4.4.2002 für wild wachsende Pflanzen, wild lebende Tiere (begrenzte Ausnahmen: jagdbare Tiere, Jagdrecht) und für die landesrechtlich dazu erklärten und in amtlichen Listen der Landesbehörden aufgenommenen Naturschutzgebiete, Nationalparks, Landschaftsschutzgebiete, Naturparks, Naturdenkmäler und geschützten Landschaftsbestandteile. Naturdenkmäler sind Einzelschöpfungen der Natur (Felsen, Quellen, Wasserfälle, Wasserläufe und alte Bäume), deren Schutz aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen oder landeskundlichen Gründen erforderlich ist.

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Der heimische Hirschkäfer (Männchen) steht heute unter Naturschutz, da er wegen des durch intensive Forstwirtschaft bedingten Rückganges alter Eichen und Eichenstubben sehr selten geworden ist.

In Österreich wird der Naturschutz durch Landesgesetze geregelt. Einrichtungen für den Naturschutz in Österreich sind: Naturschutzbund, gegründet 1913, mit dem Institut für Naturschutz, gegründet 1949, und einem Naturschutz-Beirat (seit 1951). - In der Schweiz ist Rechtsgrundlage für ein Bundes-Naturschutzgesetz der 1962 in die Bundesverfassung eingefügte Art. 24, daneben gibt es auch kantonale Naturschutz-Vorschriften.

Naturparks, Feuchtgebiete und Nationalparks in Deutschland

Naturschutzgebiete

sind rechtsverbindlich festgesetzte Gebiete, in denen ein besonderer Schutz von Natur und Landschaft in ihrer Ganzheit oder in einzelnen Teilen zur Erhaltung von Lebensgemeinschaften oder Lebensstätten bestimmter wild wachsender Pflanzen- oder wild lebender Tierarten, aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen oder landeskundlichen Gründen oder wegen ihrer Seltenheit, besonderen Eigenart oder hervorragenden Schönheit erforderlich ist.

Naturparks

sind einheitlich zu entwickelnde und zu pflegende großräumige Gebiete, die sich wegen ihrer landschaftlichen Voraussetzung für die Erholung besonders eignen. Sie sind nach den Grundsätzen und Zielen der Raumordnung und Landesplanung für die Erholung oder den Fremdenverkehr vorgesehen.

Feuchtgebiete

insbesondere als Lebensräume für Wasser- und Wattvögel, sind Feuchtwiesen, Moor- und Sumpfgebiete oder Gewässer, die natürlich oder künstlich, dauernd oder zeitweilig, stehend oder fließend, Süß-, Brack- oder Salzwasser sind, einschließlich solcher Meeresgebiete, die eine Tiefe von sechs Metern bei Niedrigwasser nicht übersteigen.

Nationalparks

sind rechtsverbindlich festgesetzte großräumige Gebiete von besonderer Eigenart, die zum überwiegenden Teil die Voraussetzung eines Naturschutzgebietes erfüllen und vornehmlich der Erhaltung eines artenreichen heimischen Pflanzen- und Tierbestandes dienen.

Naturparks

NameLandGründungsjahr Fläche in km2
AltmühltalBayern19692962
Am Stettiner HaffMecklenburg-Vorpommern2005537
Arnsberger WaldNordrhein-Westfalen1961482
Augsburg-Westliche WälderBayern19741175
AukrugSchleswig-Holstein1970384
BarnimBerlin/ Brandenburg1999749
Bayerische RhönBayern19671245
Bayerischer SpessartBayern19631710
Bayerischer Wald Bayern 1967 3008
Bergisches Land Nordrhein-Westfalen1973 1917
Bergstraße-Odenwald Hessen/Bayern 1960 3500
Dahme-HeideseeBrandenburg1998594
Diemelsee Nordrhein-Westfalen/ Hessen 1965 334
Drömling Sachsen-Anhalt 1990 278
Dübener HeideSachsen1992788
Dümmer Niedersachsen/ Nordrhein-Westfalen 1972 472
Ebbegebirge Nordrhein-Westfalen 1964 777
Eichsfeld-Hainich-WerratalThüringen1990870
Elbufer-Drawehn Niedersachsen 1968 750
Elm-Lappwald Niedersachsen 1976 470
Erzgebirge/VogtlandSachsen19901495
Feldberger SeenlandschaftMecklenburg- Vorpommern1997345
Fichtelgebirge Bayern 1971 1028
FlämingSachsen-Anhalt2005824
Frankenhöhe Bayern 1974 1105
Frankenwald Bayern 19711022
Fränkische Schweiz-Veldensteiner ForstBayern 1968 2346
Habichtswald Hessen 1962 474
Harz Niedersachsen/ Sachsen-Anhalt 1960 2335
Haßberge Bayern 1974 804
Hessische Rhön Hessen 1963 700
Hessischer Spessart Hessen 1962 729
HirschwaldBayern2006278
Hochtaunus Hessen 1962 1202
Hohe Mark Nordrhein-Westfalen 19641040
Hoher FlämmigBrandenburg1997827
Hoher Vogelsberg Hessen 1958 384
Hohes Venn - EifelNordrhein- Westfalen/ Rheinland- Pfalz/ Belgien19601751
Holsteinische SchweizSchleswig-Holstein 1986 753
Homert Nordrhein-Westfalen1965 550
Hüttener BergeSchleswig-Holstein 1970 219
Insel UsedomMecklenburg- Vorpommern1999632
Internationaler Naturpark Bourtanger Moor - BargerveenNiedersachsen/ Niederlande2006140
Kellerwald - EderseeHessen2001406
KyffhäuserThüringen2008305
Lauenburgische Seen Schleswig-Holstein 1959 474
Lahn-Dill-BerglandHessen2007874
Lüneburger HeideNiedersachsen 1921 1130
Märkische Schweiz Brandenburg 1990 205
Mecklenburgische Schweiz und Krummerower SeeMecklenburg- Vorpommern1997673
Mecklenburgisches ElbtalMecklenburg- Vorpommern1998426
Meißner-Kaufunger WaldHessen 1962 421
Münden Niedersachsen 1959 374
NagelfluhketteBayern / Österreich2008247
Nassau Rheinland-Pfalz 1963590
Neckartal-Odenwald Baden-Württemberg 1980 1292
Niederlausitzer HeidelandschaftBrandenburg1996484
Niederlausitzer LandrückenBrandenburg1997586
Nördlicher Oberpfälzer Wald Bayern 19751380
Nossentiner-/Schwinzer Heide Mecklenburg-Vorpommern 1994 365
Nuthe- NieplitzBrandenburg1999623
Obere Donau Baden-Württemberg1980 857
Oberer Bayerischer Wald Bayern 1965 1738
Oberpfälzer Wald Bayern 1971 724
Pfälzerwald Rheinland-Pfalz 1958 1798
RheinlandNordrhein-Westfalen19781052
Rhein-Taunus Hessen 1968 808
Rhein-Westerwald Rheinland-Pfalz 1962 446
Rothaargebirge Nordrhein-Westfalen 1963 1355
Saar-Hunsrück Rheinland-Pfalz/ Saarland 1980 1938
SchlaubetalBrandenburg1995228
SchleiSchleswig-Holstein2008500
Schönbuch Baden-Württemberg 1972156
Schwäbisch-Fränkischer Wald Baden-Württemberg 1979 904
Schwalm-Nette Nordrhein-Westfalen / Niederlande1965435
Schwarzwald Mitte/NordBaden Württemberg20003750
Siebengebirge Nordrhein-Westfalen1959 48
Solling-VoglerNiedersachsen 1966 527
Soonwald-NaheRheinland-Pfalz2005736
Stechlin- Ruppiner LandBrandenburg2001683
Steigerwald Bayern 1971 1280
Steinhuder Meer Niedersachsen 1974 310
Steinwald Bayern 1970 246
Sternberger SeenlandMecklenburg-Vorpommern2005539
Stromberg-Heuchelberg Baden-Württemberg 1980 328
Südeifel Rheinland-Pfalz / Luxemburg1958 432
Südheide Niedersachsen 1963 500
SüdschwarzwaldBaden- Württemberg19993330
TERRA vitaNordrhein-Westfalen / Niedersachsen19621140
Teutoburger Wald - EggegebirgeNordrhein-Westfalen19652711
Thüringer Schiefergebirge / Obere SaaleThüringen1990873
Thüringer WaldThüringen19902082
Uckermärkische SeenBrandenburg1997897
Unteres SaaletalSachsen-Anhalt2005408
WeserberglandNiedersachsen 1975 1315
Westensee Schleswig-Holstein 1969 260
WesthavellandBrandenburg19981294
Wildeshauser Geest Niedersachsen 1984 1554
Zittauer GebirgeSachsen2007133

Feuchtgebiete

Name Fläche in km2
Aaland- Elbe Niederungen und Elbaue Jerichow86
Boddengewässer Ostufer Zingst, Westküste Rügen- Hiddensee258
Krakower Obersee 9
Galenbecker See 10
Unteres Odertal bei Schwedt54
Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und angrenzende Gebiete 4550
Hamburgisches Wattenmeer 138
Niedersächsisches Wattenmeer2096
Mühlenberger Loch6
Niederelbe zwischen Barnkrug und Otterndorf118
Elbaue zwischen Schnackenburg und Lauenburg 76
Ostufer der Müritz 48
Niederung der unteren Havel mit Gülper See und Schollener See89
Teichgebiet Peitz 11
Helmestausee Berga-Kelbra 15
Diepholzer Moorniederung 151
Dümmer 36
Steinhuder Meer 57
Weserstaustufe Schlüsselburg 16
Rieselfelder Münster 2
Unterer Niederrhein 250
Rhein zwischen Eltville und Bingen 5
Bodensee/ Teilgebiet Wollmatinger Ried-Giehrenmoos-Hegnebucht des Gnadensee8
Teilgebiet Mindelsee bei Radolfzell 3
Donauauen und Donaumoos 80
Lech-Donau-Winkel 2
Unterer Inn zwischen Haiming und Neuhaus 20
Chiemsee 87
Ismaninger Speichersee mit Fischteichen 10
Ammersee 65
Starnberger See 57

Nationalparks

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Die Kirche St. Bartholomä am oberbayerischen Alpensee Königssee im Nationalpark Berchtesgaden.
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Eine Brachschwalbe brütet in einer Vertiefung auf dem ausgetrockneten Salzboden, der mit Queller bestanden ist.
Name Land GründungsjahrFläche in km2
Bayerischer Wald Bayern 1970 242
Berchtesgaden Bayern 1978 208
EifelNordrhein- Westfalen2004107
HainichThüringen199776
Hamburgisches WattenmeerHamburg 1990 138
Harz Niedersachsen / Sachsen-Anhalt2006248
Jasmund Mecklenburg-Vorpommern 1990 30
Kellerwald- EderseeHessen200457
Müritz-NationalparkMecklenburg-Vorpommern 1990 322
Niedersächsisches Wattenmeer Niedersachsen 1986 2777
Sächsische Schweiz Sachsen 1990 94
Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer Schleswig-Holstein 1985 4415
Unteres Odertal Brandenburg 1995 104
Vorpommersche Boddenlandschaft Mecklenburg-Vorpommern 1990 805

Bibliografie:

  • Werner Konold u. a. (Hrsg.): Handbuch Naturschutz und Landschaftspflege, Landsberg 2009
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