Naturreligionen
Leben im Einklang mit der Natur
Der Begriff "Naturreligion" ist nicht genau festgelegt und wird darum in unterschiedlicher Weise gebraucht. Er dient einerseits zur Bezeichnung von Religionen der Naturvölker im Gegensatz zu den Religionen der Kulturvölker. Dabei ist der Begriff gleichbedeutend mit der problematischen (weil abwertenden) Bezeichnung "Primitivreligion". Auch wenn Naturvölker zwar teilweise mit den Mitteln der Steinzeit leben, so jedoch nicht in der Steinzeit. Sie haben genauso ihre eigene historische und geistige Entwicklung durchlaufen wie die als Hochkulturen bezeichneten Zivilisationen.
Zum anderen können mit Naturreligionen aber auch jene traditionellen Religionen gemeint sein, in denen die Natur gegenüber der Geschichte eine bedeutsamere Rolle einnimmt. In diesen Religionen werden Naturerscheinungen wie zum Beispiel die Sonne angebetet oder Tiere, Bäume und Ähnliches verehrt.
Die einzige Gemeinsamkeit der Naturreligionen bildet die Schriftlosigkeit. Dabei ist dieses Fehlen einer schriftlichen Tradition aber kein Gradmesser für das kulturelle Niveau eines Volkes. Ansonsten unterscheiden sich die Naturreligionen in so vielfältiger Weise voneinander wie die Religionen, die heilige Texte (z.B. Bibel) besitzen.
Genaue Zahlen über die Verteilung der Naturreligionen liegen nicht vor. Früher fand man überall Religionen, die mit der Kultur und Umwelt der jeweiligen Sippen, Stämme oder Völker untrennbar verbunden waren. Heute sind sie meist durch missionarische Religionen wie etwa das Christentum verdrängt worden. Auch die Errungenschaften der modernen Zivilisation (z.B. das Radio) haben zu ihrem Untergang beigetragen. So findet man sie in unverfälschter Form heute nur noch in extrem unzugänglichen Gebieten der Erde wie beispielsweise am Oberlauf des Amazonas oder auf einigen indonesischen Inseln. Teilweise finden sich Züge von Naturreligionen aber auch unter dem Deckmantel von Christentum, Buddhismus etc.
Kern vieler Naturreligionen ist die Harmonie zwischen Mensch und Natur. So wollen beispielsweise die indianischen Kulturen die Natur nicht schützen, um besser oder länger von ihr profitieren zu können. Die Bewahrung der Natur heißt für sie vielmehr Achtung vor dem Leben und Verehrung des umgreifenden Ganzen, von dem der Mensch nur ein Teil ist. Diese Naturverbundenheit ist sicherlich ein Grund dafür, warum Naturreligionen heute wieder mehr Beachtung finden.
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Welche Gemeinsamkeit weisen die Naturreligionen auf?
Heilige Texte
Schriftlosigkeit
Mangelnde Intelligenz
- Leben im Einklang mit der Natur
- Götter, Geister und Ahnen
- Riten und Mythen
- Magier und Schamanen
Bibliografie:
- John Bowker: Religionen visuell, Hildesheim 1997
- Hans-Jürg Braun: Das Jenseits, Frankfurt 2000
- Stefan Braun, Thomas Schweer: Religionen der Welt (Stichwort spezial), München 1998
- Georg Bubolz (Hrsg.): Religionslexikon. Daten, Fakten und Zusammenhänge, Berlin 1996
- Göran Burenhult: Naturvölker heute, Augsburg 2000
- Alan Forman, Stephan Niederwieser: Die Heilungsgeheimnisse der Naturvölker, München 1999
- Ake Hultkrantz: Schamanische Heilkunst und rituelles Drama der Indianer Nordamerikas, München 1994
- Klemens Ludwig: Bedrohte Völker. Ein Lexikon nationaler und religiöser Minderheiten, München 1994









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