Niedrigenergiehäuser
Einleitung
Durchschnittliche Neubauten in Deutschland, die unter Einhaltung der bis zum Februar 2002 geltenden Energiesparverordnung gebaut wurden, hatten allein für die Heizung einen Brennstoffbedarf von umgerechnet 7 bis 10 Litern Heizöl oder 70 bis 100 Kilowattstunden (kWh) pro Quadratmeter Wohnfläche in einem Jahr. Dies war bereits deutlich weniger als der jährliche Durchschnittsverbrauch älterer bestehender Gebäude, der im Jahre 1985 bei 22 bis 28 l/m2 (220 bis 280 kWh/m2) lag.
Unter einem Niedrigenergiehaus versteht man ein Gebäude, dessen Heizenergieverbrauch bei mitteleuropäischem Klima nur noch zwischen 3 und 7 Litern Heizöl pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr liegt. Die Einsparung der Heizenergie lässt sich dabei mit den heute bekannten und auf dem Markt verfügbaren Bauweisen leicht erreichen. In Schweden ist der Standard des Niedrigenergiehauses bereits seit dem 1. Januar 1991 verbindliche Baunorm. In Deutschland ist das Niedrigenergiehaus mit der Einführung der Energieeinsparverordnung (EnEV) seit dem 1. Februar 2002 zum Standard geworden (Neufassungen 2004 und 2007). Die Energieeinsparverordnung gilt im Übrigen nicht nur für Neubauten, sondern auch bei der Gebäudesanierung.
Aufgrund des geringeren Energieverbrauchs gegenüber herkömmlichen Gebäuden bieten Niedrigenergiehäuser vor allem bei den zu erwartenden steigenden Energiekosten für den Mieter bzw. Vermieter auch entscheidende finanzielle Vorteile. Wegen des ohnehin geringen Energieverbrauchs lassen sich solche Häuser auch bei sehr teurer Energie oder bei ernsthaften Versorgungskrisen mit nur wenig Aufwand komfortabel beheizen.
Die Gewinnung, der Transport und die Umwandlung von Energie ist darüber hinaus mit einer Verschmutzung der Luft durch Schadstoffe verbunden. Insbesondere die Abgabe von Kohlendioxid, das wesentlich für die künstliche Erwärmung der Erdatmosphäre verantwortlich gemacht wird, aber auch von anderen Schadstoffen, wie Schwefeldioxid, Stickoxiden und Kohlenwasserstoffen, spielt hier eine Rolle. Mit einem sparsameren Umgang der Energie können zudem auch erschöpfliche Rohstoffquellen geschont und weitere Umweltrisiken, wie die Belastung von Gewässern und Böden, verringert werden.
Über die Wirksamkeit von Maßnahmen zur Einsparung von Heizenergie liegen heute umfangreiche Erfahrungen vor. Danach sind es vor allem die folgenden Punkte, die wesentlich den geringen Energieverbrauch bestimmen:
- ein guter Wärmeschutz der Gebäudehülle,
- die Minderung von Wärmeverlusten über die Lüftung,
- die Gebäudeform,
- die passive Nutzung der Sonnenenergie,
- Heizanlagen, die auf das Gebäude abgestimmt sind und effizient arbeiten.
- Einleitung
- Wärmeschutz der Gebäudehülle
- Minderung von Wärmeverlusten durch die Lüftung
- Gebäudeform
- Passive Nutzung der Sonnenenergie
- Effiziente und auf das Gebäude abgestimmte Heizanlagen
- Kosten und Wohnkomfort
- Ausblick
Bibliografie:
- Peter Erlacher, Ruben Erlacher: Klimahaus in Massivbauweise, 2007
- Holger König: Wärmedämmung vom Keller bis zum Dach, 2008
- Klaus W. Liersch: Bauphysik kompakt. Wärme, Feuchte, Schall, 2007
- Dieter Pregizer: Grundlagen und Bau eines Passivhauses, 2007
- VWEW (Hrsg.): Die Energieeinsparverordnung-EnEV 2007, 2007
- Stefan Wirth, Heinz Wirth: Gebäudetechnik für Niedrigenergiehäuser, 2008









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