Norwegen (Norge)
Reichseinigung (bis 1319)
Bis zum 9. Jh. n. Chr. beherrschten zahlreiche territorial begrenzte Kleinkönigreiche das Gebiet des heutigen Norwegen. Hier nahmen im 9. und 10. Jh. die Kriegszüge der Wikinger durch ganz Europa ihren Anfang. Eine erste Einigung der verschiedenen Adelsherrschaften erreichte um 872 König Harald Haarfagre (»Schönhaar«), dessen rigoroser Zentralismus jedoch eine Emigrationswelle in das 860 entdeckte Island provozierte. Nach seinem Tod 933 zerfiel das Reich wieder und geriet unter dänischen Einfluss. Olaf I. Tryggvasson (995-1000) und Olaf II., der Heilige (1015-1028), begannen gegen hartnäckigen Widerstand mit der Christianisierung des Landes. Die Erhebung des Bistums Nidaros (heute Trondheim) zum Erzbistum für Norwegen, Island und Grönland 1152/53 begründete die norwegische Nationalkirche als weiteren Schritt zur Herausbildung einer nationalen Identität in Abgrenzung vom Reich und von Dänemark.
Im Rahmen der üblichen Feudalkonflikte forderte der Klerus die Königswahl für sich ein und gewann mit der Krönung des kirchentreuen Magnus V. Erlingsson (1163-1184) zunächst die Oberhand. Der antiklerikale Sverre Sigurdsson (1184-1202) beendete jedoch die Dominanz der Kirche. Die Einführung des Erbkönigtums unter Haakon IV. Haakonsson (1217-1263) festigte das Reich. 1261 wurde Grönland Teil Norwegens, 1262 folgte die Angliederung Islands. 1277 wurde der Konflikt mit der Kirche im Konkordat von Tonsberg beigelegt.









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